Zusammenfassung

  • Jupp Heynckes wurde bei seiner Rückkehr von den Bayern-Fans gefeiert

  • Der 5:0-Kantersieg gegen den SC Freiburg war der perfekte Auftakt für den Trainer-Routinier

  • "Das ist ein positiver Anfang nach den letzten Wochen"

München - Schon vor dem Anpfiff wurde es richtig laut in der Allianz Arena. Nach dem Verlesen der Mannschaftsaufstellung brandete Jubel auf, als hätte der FC Bayern München das Spiel gegen den SC Freiburg bereits gewonnen. Dabei war es nur das Bild von Jupp Heynckes auf der Videoleinwand, das die Fans des Rekordmeisters in Ekstase versetzte. "Ich habe das leider nicht mitbekommen, schade. Ich war unten in den Katakomben", sagte der 72-Jährige. Dennoch spürt auch er die neue Euphorie, die seine vierte Amtszeit in München entfacht hat.

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Um 14.29 Uhr stieg er die Treppen des Spielertunnels hinauf, zurück auf die große Bühne Bundesliga. 1596 Tage nachdem er mit einem 3:2-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart mit dem FC Bayern das Triple perfekt gemacht und sich eigentlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hatte, schritt der 72-Jährige lächelnd zur Trainerbank der Münchner.

Routinier teilt "gewisse Anspannung" mit Spielern

Üblicherweise liege sein Ruhepuls bei 60, hatte Heynckes bei seiner Vorstellung am Montag vermeldet. "Ich habe meinen Puls nicht gefühlt und weiß nicht, wo er sich eingependelt hat", sagte er nach dem souveränen 5:0-Sieg gegen Freiburg am Samstag und vermutete einen höheren Wert. "Es wäre ja nicht normal, wenn ich nicht eine gewisse Anspannung gehabt hätte."

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Als Trainer gehe man eben mit, auch weil die Spieler vor einem Spiel nervös seien und sich ein bisschen wie Rennpferde verhielten, ergänzte Heynckes und konnte dem auch Positives für seine Arbeit abgewinnen: "Ein Trainer muss eins sein mit der Mannschaft. Er muss den Spielern demonstrieren, ich bin einer von euch und bin genauso angespannt wie ihr."

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Viel Zuspruch für den Rückkehrer

Ein erster Teil dieser Anspannung fiel bereits nach acht Minuten ab, als die Bayern durch ein Eigentor von Julian Schuster früh in Führung gingen. Und mit jedem weiteren Bayern-Treffer von Kingsley Coman (42.), Thiago (63.), Robert Lewandowski (75.) und Joshua Kimmich (90.+3) wurde die Stimmung auf der Trainerbank gelöster und wich immer mehr der Freude. Auch auf den Zuschauerrängen.

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Im zweiten Durchgang hallten immer wieder die schon vor viereinhalb Jahren etablierten "Jupp, Jupp, Jupp"-Sprechchöre durch das weite Runde, Pappschilder mit dem gleichen Schriftzug wurden bereits vor dem Anpfiff hochgehalten. "Es ist angenehm für jeden Menschen, wenn die Arbeit, die er geleistet hat, anerkannt wird. Das ist hier der Fall", sagte Heynckes.

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Heynckes bremst die Euphorie

"Das merke ich im Stadion oder auch an der Säbener Straße oder im Hotel, egal wo ich mich befinde. Viele Leute kommen zu mir und sagen, es ist schön, dass Sie wieder da sind." Bei aller Euphorie rund um seine Rückkehr bremste der Nachfolger von Carlo Ancelotti zugleich die Erwartungen. "Man darf und soll in der jetzigen Situation den 5:0-Sieg gegen Freiburg nicht überbewerten", betonte Heynckes. "Das ist ein positiver Anfang nach den letzten Wochen."

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Nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge war der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund bereits auf fünf Punkte angewachsen. Mit dem Dreier gegen Freiburg beendete der Rekordmeister nicht nur seine eigene kleine Durststrecke, sondern verkürzte durch die Niederlage des BVB am Abend gegen RB Leipzig auch den Abstand zur Tabellenspitze auf zwei Punkte.

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Dennoch liegt der Fokus der Bayern zunächst auf der eigenen Arbeit. Heynckes verwies darauf, dass es bei aller Zufriedenheit über den gelungenen Einstand für ihn und sein Team noch viel tun gebe. "Ich will mit der Mannschaft weiter arbeiten und noch einiges verändern, dass wir in der Erfolgsspur bleiben."

Aus München berichtet Maximilian Lotz