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Taktik-Analyse: So lässt Julian Nagelsmann spielen

Mit Julian Nagelsmann wird ab Sommer der Trainerposten des FC Bayern München neu besetzt. Als Nachfolger von Hansi Flick wird der erst 33-Jährige neue taktische Ideen und Spielweisen an die Säbener Straße bringen, mit denen er aktuell bei RB Leipzig erfolgreich ist.

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Julian Nagelsmann gilt als taktischer Trendsetter. Der Trainer von RB Leipzig ist top ausgebildet und strotzt von Ideen. Angefangen hat er als Co-Trainer in den U-Mannschaften des TSV 1860 München und dann bei der TSG Hoffenheim. In Sinsheim stieg er 2016 als Trainer der U19 zum Cheftrainer der Profis auf und löste mit gerade einmal 28 Jahren Huub Stevens ab. Damit wurde er zum bisher jüngsten Bundesliga-Trainer – und hatte direkt Erfolg: In seinen ersten beiden Jahren führte er die Kraichgauer erst in die Europa League und sogar in die Champions League.

Seit seinem Wechsel nach Leipzig zur Saison 2019/20 hat er den Sachsen einen ganz eigenen Spielstil verpasst - mit erneutem Erfolg: Platz drei im Vorjahr und aktuell der zweite Platz sowie der Einzug ins Champions-League-Halbfinale 2019/20 und das Erreichen des Pokalfinales in der laufenden Saison stehen zu Buche.

Das Spiel von Nagelsmanns Mannschaften ist stets geprägt von einer hohen Intensität und Handlungsschnelligkeit der einzelnen Spieler. Aber was zeichnet seine Taktik genau aus? Die Schlagworte heißen zum Beispiel "Minimale Breite", "Gegenpressing" oder "Kontrolle im Zentrum".

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Immer mehrere Optionen

Betrachten wir einmal das Flügelspiel von Leipzig: Die Außen rücken oftmals in die Mitte bis zum Strafraum. Die ballführenden Spieler im Zentrum haben so zwei Möglichkeiten: einen Pass nach außen mit anschließender Flanke oder den Steilpass in den Strafraum - RB Leipzig ist also schwer auszurechnen. Die Rolle von Angelino aktuell könnte beim FC Bayern künftig Alphonso Davies einnehmen.

Nach Ballverlusten heißt Nagelsmanns Credo Gegenpressing, das wird sich auch bei den Münchnern nicht verändern. Wenn man den Ball schnell zurückerobert, kann der Gegner nicht viel damit anfangen. Nach dem Ballgewinn heißt es dann, das Zentrum zu überladen. Mit schnellen Kombinationen und viel Passsicherheit entsteht dann ein Angriff durch die Mitte oder über den Flügel. Spieler wie Leon Goretzka und Joshua Kimmich sind prädestiniert für dieses schnelle Umschalten.

Dominanz und Spielkontrolle

Mit Robert Lewandowski und Thomas Müller hat Nagelsmann zudem zwei Offensivspieler, die unter hohem Druck und auf engstem Raum Bälle behaupten und verarbeiten können – ein Pluspunkt für die Ballbesitz-Taktik des 33-Jährigen. Und wenn der Ball einmal weg ist, lässt Nagelsmann sein Team extrem energisch jagen. Nur zwei Konter-Gegentore sprechen für ihn und die Sachsen, während die hoch stehenden Bayern immer mal wieder anfällig für lange Bälle und Konter sind.

Wie Leipzig ist auch der FCB an Dominanz und Spielkontrolle gewöhnt, da muss sich also niemand umstellen beim Rekordmeister. Aus taktischer Sicht darf man aber dennoch gespannt sein auf die "Ära Nagelsmann" an der Säbener Straße. Ehrgeizig, wie der Trainer ist, will er seine persönliche Erfolgsgeschichte auch mit dem erfolgsverwöhnten FC Bayern fortschreiben.

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