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Kaum zu glauben: Deutschland scheidet bereits im Sechzehntelfinale aus
Kaum zu glauben: Deutschland scheidet bereits im Sechzehntelfinale aus - © IMAGO
Kaum zu glauben: Deutschland scheidet bereits im Sechzehntelfinale aus - © IMAGO
bundesliga

Kein Titel, nur Trauer: Fassungslosigkeit bei der DFB-Elf

Die deutsche Nationalmannschaft ist aus der WM in den USA, Kanada und Mexiko bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Nach der überraschenden Niederlage gegen Paraguay herrscht Fassungslosigkeit und Trauer beim DFB.

"Das tut weh. Und auch, dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird – das tut auch weh." Das sagte Julian Nagelsmann am 5. Juli 2024, direkt nachdem Deutschland bei der Heim-EM im Viertelfinale gegen Spanien ausgeschieden war. Trauer, gepaart mit Träumen vom Titel.

Heute, fast genau zwei Jahre später, ist klar: Auf den nächsten möglichen Titel muss die DFB-Elf erneut – mindestens – zwei Jahre warten. Denn bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist für Schwarz-Rot-Gold bereits im Sechzehntelfinale Schluss, im Elfmeterschießen scheiterte man an leidenschaftlich kämpfenden und verteidigenden Südamerikanern aus Paraguay.

Es ist das dritte frühe WM-Aus für die DFB-Elf nach 2018 und 2022, als man jeweils bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen musste.

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"Wir hatten nicht den Punch"

Dieses 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay war also das erste K.-o.-Spiel für Deutschland bei einer Weltmeisterschaft seit dem Finale 2014, als sich Manuel Neuer und Co. im Maracanã in Rio de Janeiro zum Weltmeister krönten.

Zwölf Jahre später, hat ebenjener Neuer bei der Niederlage gegen Paraguay in Foxborough bei Boston sein wohl endgültig letztes Länderspiel für den DFB absolviert. "Wir sind alle sehr traurig. Wir hatten nicht den Punch und nicht das nötige Glück, um zu gewinnen. Wir hatten aber einfach auch zu wenige Torchancen, wir hatten nicht die Mittel und die Durchschlagskraft", sagte der niedergeschlagene Keeper nach dem Ausscheiden.

Im Elfmeterschießen hätte der 40-jährige gebürtige Gelsenkirchener zum Held des Abends werden können, als er Fabián Balbuenas Strafstoß parierte – und es in den Duellen vom Punkt zwischenzeitlich 3:3 stand. "Paraguay hat zweimal nicht getroffen, das muss eigentlich reichen, um hier zu gewinnen", sagte Neuer zum Elfmeterschießen. In den 120 Minuten zuvor musste der Keeper ein Mal hinter sich greifen – wie in den drei Gruppenspielen zuvor sowie bei allen anderen WM-Auftritten 2018 und 2022: Das letzte deutsche Spiel bei einer Weltmeisterschaft ohne Gegentreffer war das 1:0 beim Finale gegen Argentinien.

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"Wir sind schockiert"

Neuer wollte damit aber explizit keinem seiner Mitspieler einen Vorwurf für einen der verschossenen Elfmeter machen. "Das müssen wir einfach gegen einen solchen Gegner gewinnen", hielt der Welttorhüter von 2013, 2014, 2015, 2016, 2020 fest.

Bei vielen seiner Mitspieler regierte nach Abpfiff die reine Fassungslosigkeit: "Wir sind sehr enttäuscht und schockiert, weil wir nicht damit gerechnet haben, dass wir so früh ausscheiden. Natürlich war unser Anspruch, ganz klar weiterzukommen. Aber so ist Fußball, jeder kann jeden schlagen", brachte es Nadiem Amiri auf den Punkt.

"Ich hatte das Gefühl, dass wir alles investiert haben. Am Ende haben wir alles reingehauen. Man kann niemandem den Willen absprechen", sagte ein angefasster Jonathan Tah nach der Partie und fügte hinzu: "Wir sind alle am Boden zerstört."

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"Mir tut es leid für alle Fans"

Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach nach der unerwarteten Niederlage die Defizite im deutschen Spiel an: "Wir haben einfach zu lange gebraucht, um ins Flügelspiel zu kommen." Mit Flanken von außen strahlte Deutschland dann auch Gefahr aus, konnte so den Ausgleich durch Kai Havertz erzwingen.

"Mit fortlaufender Dauer haben wir es mit der Brechstange versucht und mehr Strafraumszenen gehabt", sagte Nagelsmann dazu, der seinen Gefühlen freien Lauf ließ: "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich das Gefühl habe, dass wir eine sehr homogene Mannschaft haben, die Eindrücke aus dem Training waren immer gut. Keiner scheitert extra, mir tut es leid für alle Fans im Stadion und zu Hause."

Zurücktreten wolle der Bundestrainer nun aber nicht: "Ich möchte weitermachen. Ich stehe bereit. Wenn der DFB das möchte, bereite ich sehr gerne die EM und die Nations League vor." Der Vertrags Nagelsmanns ist bis zum Sommer 2028 gültig, einschließlich der EM in England. So weit will aktuell jedoch niemand beim DFB vorausschauen. Deutschland muss wieder zwei Jahre auf das nächste Turnier warten. Wieder herrscht Trauer, Träume vom Titel gibt es aktuell aber keine. 

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