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Noch ungeschlagen: Bruno Labbadias Traumstart bei Hertha BSC

Bruno Labbadia hat es in windeseile bewiesen: Er ist einer der Top-Trainer in der Bundesliga. Unter dem Fußballlehrer hat Hertha BSC noch kein Spiel verloren, sieben Punkte aus drei Spielen geholt. Die sechs Zähler mit 7:0 Toren bedeuteten die bislang beste Startbilanz, die je ein Hertha-Trainer zu verzeichnen hatte.

"Es war nicht zu erwarten, dass wir schon so weit sind", gesteht Bruno Labbadia, der neue Coach von Hertha BSC. Sein Team hatte gerade das Berliner Derby gegen den 1. FC Union Berlin äußerst souverän mit 4:0 für sich entschieden. Es war das zweite Spiel unter Labbadia für die Hauptstädter. Bereits in der ersten Partie unter dem neuen Trainer setzten die Blau-Weißen ein Ausrufezeichen: Es gab einen 3:0-Erfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim.

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Zwei Spiele, zwei Siege, sieben Tore und eine weiße Weste - so gut war zuvor noch kein Fußballlehrer bei der Hertha gestartet. Doch auch am Mittwoch, als die Berliner bei RB Leipzig zu Gast waren, überzeugte Labbadias Elf, holte sich ein 2:2. Ein Dreier wäre beim Top-Team von Julian Nagelsmann auch drin gewesen, "die Möglichkeiten waren da", sagt Labbadia.

"Der Auftritt meiner Mannschaft war von der ersten Sekunde gut, RB hat uns in den ersten 20 Minuten sogar das Spiel überlassen. Wir sind auch top in die zweite Halbzeit gestartet", sagt Berlins Trainer, der die Hertha defensiv deutlich stabilisiert hat und zudem der Offensive der Alten Dame neuen Esprit eingehaucht hat: Im Sturm setzt Labbadia auf den erfahrenen Vedad Ibisevic, den er bereits beim VfB Stuttgart coachte und der im Sommer 36 Jahre alt wird. Ibisevic traf gegen Hoffenheim und Union, geht als Kapitän wieder voran. "Er hat mir eine faire Chance gegeben, und die habe ich genutzt", sagt Ibisevic über seinen Trainer.

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Zudem stellte Labbadia Dodi Lukebakio, in dieser Saison häufig im Sturm eingesetzt, auf den rechten Flügel, wo der Belgier sein im Vorjahr bei Fortuna Düsseldorf gezeigtes Potenzial und sein enormes Tempo wieder auf den Platz zu bringen scheint: Beim 4:0 gegen die "Eisernen" traf der Sprinter zum 2:0. Auch Labbadias Schachzug, den gelernten Stürmer Matheus Cunha auf links zu bringen, geht auf: Der dribbelstarke Brasilianer traf ebenfalls gegen Hoffenheim und Union, wurde gegen Leipzig vor Marcel Halstenbergs Gelb-Roter Karte gefoult und holte zudem noch den Strafstoß zum 2:2 gegen seinen Ex-Club heraus.

Bruno Labbadia: "Wir sind keine Träumer" - Poolfoto via www.imago-images.de/imago images/Poolfoto

Talenten wie Jessic Ngankam und Lazar Samardzic verhalf der 54 Jahre alte Fußballehrer zudem zum Debüt in der Bundesliga. Die Gefahr, dass die Hauptstädter nochmals in den Abstiegskampf gezogen werden, scheint der in Darmstadt geborene Coach bereits gebannt zu haben. "Wir haben einen super Start hingelegt. Aber wir sind keine Träumer und denken: Jetzt ist alles klasse", sagt Labbadia.

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In dieser für die Hertha so turbulent verlaufenen Saison tut der erfahrene und besonnene Coach, der bereits vier Vereine in der Bundesliga trainierte, den Hauptstädtern sichtlich gut. Sein Traumstart spricht für sich.

Patrick Dirrigl