
Taumelnde Wölfe? HSV lässt sich nicht beißen
"Taumelnde Boxer sind meist am gefährlichsten" - so heißt ein Sprichwort, was auch auf das Spiel in Wolfsburg übertragbar gewesen wäre. Aber nicht mit dem HSV, denn Abstiegskampf kann anscheinend auch schön sein.
Der Hamburger SV hat mit dem 2:1 gegen den abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg den nächsten wichtigen Schritt gemacht – und hat sich viel Luft zu den Abstiegsplätzen verschaffen können. Dabei galt eigentlich die alte Weisheit: Taumelnde Boxer sind am gefährlichsten. Wolfsburg, mitten im Abstiegskampf, hätte also zum unangenehmen Gegner werden können. Doch der HSV ließ sich davon nicht beeindrucken.
Bemerkenswert war zudem die Situation um Fábio Vieira. Der Mittelfeldspieler hatte in der Nacht mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen und musste deshalb zunächst auf der Bank Platz nehmen. Doch beim HSV gilt in dieser Saison offensichtlich: Wenn es irgendwie geht, soll jeder mit an Bord. Trotz der Beschwerden stellte sich eine der zentralen Figuren im HSV-Spiel in den Dienst der Mannschaft – und kam im Verlauf der Partie sogar noch zu einem Einsatz. Ein kleines Detail, das gut zur aktuellen Mentalität der Hamburger passt.

Auch Dompé wieder an Bord
Personell gab es ebenso weitere positive Nachrichten: Jean-Luc Dompé meldete sich nach seiner Suspendierung zurück und erweitert wieder die Optionen in der Offensive.
Die Erleichterung nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß. "Es war ein sehr wichtiger Sieg in einem hart umkämpften Spiel. Wir haben bis zum Ende gekämpft. Die zweite Halbzeit war hart, aber wir haben den Sieg verdient. Es hat sich wie zu Hause angefühlt – wir haben unglaubliche Fans. Ich bin sehr glücklich. Jetzt freuen wir uns auf nächste Woche", sagte Luka Vušković, der von den Fans zum Man of the Match gewählt wurde.
Eine intensive HSV-Woche geht zu Ende
Man bedenke: Am Mittwoch absolvierten die Hanseaten bereits das Nachholspiel gegen Bayer 04 Leverkusen, wodurch diese Leistung gegen Wolfsburg noch einmal mehr hervorzuheben ist. Das hatte auch Polzin im Hinterkopf: "Für mich war einfach wichtig, dass wir nach dieser intensiven Woche, wo wir jeweils nur zwei Tage Pause hatten, einfach eine Energie an den Tag legen, die zeigt: Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Der Kopf war da, und wenn der Kopf da ist, sind auch die Beine nicht müde."
Damit unterstreicht der HSV seine bisher starke Saison: Im ersten Jahr zurück im Oberhaus ist der Klassenerhalt erstmal kein Thema mehr – und im Norden sind die Hamburger aktuell wieder klar die Nummer eins.

