
Grimaldo als Anführer bei Leverkusens Neun-Tore-Spektakel
Nicht wenige erwarteten vor diesem 28. Spieltag ein ungleiches Duell zwischen der Werkself und den Wölfen. Auf dem Papier trat schließlich der vor diesem Spieltag Tabellensechste gegen die auf Rang 17 liegenden und tief in der Krise steckenden Wolfsburger an. Doch es kam anders als gedacht und die Begegnung entwickelte sich zu einem reinen Torspektakel.
Der Favoritenrolle wurde Bayer in Hälfte eins nicht gerecht, anders ist der doppelte Rückstand nicht zu erklären. Insbesondere nach dem 1:3 durch Christian Eriksen in Minute 38 sah es düster aus, doch noch vor der Pause meldete sich die Werkself durch Alejandro Grimaldo (44.) zurück. Ausgerechnet Grimaldo, der Spanier hatte nämlich bereits zuvor vom Punkt nach dem 0:1-Rückstand zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (30.) getroffen.
Ohne den Iberer wäre Leverkusen nur halb so viel wert. Der Außenverteidiger erzielte in dieser Bundesliga-Saison in 23 Einsätzen bislang acht Tore und bereitete dazu sieben weitere Treffer vor. Werte, die eher für einen offensiven Mittelfeldspieler als für einen Linksverteidiger sprechen. Auch heute war der 30-Jährige für die Werkself zur Stelle und stellte mit seinem Doppelpack die Weichen für das Comeback nach dem Seitenwechsel.
Grimaldo hätte gar einen Dreierpack erzielen können, doch er überließ Patrik Schick den Ball in Minute 53 beim Elfmeter. Die richtige Entscheidung, da der Tscheche zum 3:3-Ausgleich traf und Bayer 04 anschließend zur Aufholjagd bließ und die Treffer vier, fünf und sechs noch folgen ließ.

“Die Mannschaft steht vor dem Individuellen bei ihm"
Mitspieler Ibrahim Maza lobte im Anschluss die uneigennützige Art Grimaldos und den Verzicht auf den möglichen Dreierpack: “Ich glaube das sagt alles über ihn aus, was für einen Charakter er hat und was für ein Teamplayer er ist. Die Mannschaft steht vor dem Individuellen bei ihm und ich finde, dass muss jeder eigentlich in der Mannschaft haben."
Auf Nachfrage erläuterte Maza nochmal explizit, was genau ihm Grimaldo vor dem Elfmeter von Schick gesagt hat: “Ich habe ihn gefragt und er hat mir geantwortet: Das interessiert mich wirklich gar nicht. Schick ist der erste Schütze und dann schießt er den."
Das mannschaftsdienliche Verhalten Grimaldos verhalf Bayer 04 also schlussendlich zur Aufholjagd und zum sechsten ungeschlagenen Spiel in Folge in der Bundesliga. Letztmals verlor die Werkself Mitte Februar (0:1 gegen den 1. FC Union Berlin). Durch den Sieg heute dürfen die Rheinländer in jedem Fall weiter von der Königsklasse träumen und liegen nur noch vier Punkte hinter einem Champions-League-Platz zurück.
Das Comeback an diesem Ostersamstag hat zudem gezeigt, dass es innherhalb der Mannschaft stimmt und man sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. Offensiv stellen die Leverkusener jetzt mit 58 erzielten Treffern die drittbeste Offensive hinter Borussia Dortmund (60) und dem FC Bayern München (100).

Richtungsweisende Wochen
Der heutige Heimsieg wird Leverkusen sicherlich Auftrieb für die kommenden Wochen geben, diese werden richtungsweisend im Kampf um die Champions League sein. Nächste Woche Samstag wartet das schwere Gastspiel beim BVB, außerdem treffen die Rheinländer auch noch im Derby auf den 1. FC Köln sowie auf die ebenfalls um die Champions League kämpfenden RB Leipzig und VfB Stuttgart.
Zudem ist man auch noch im DFB-Pokal dabei, am 22. April geht es zuhause gegen die Bayern um den Einzug ins Endspiel. Möglicherweise wird Grimaldo auch dann wieder eine entscheidende Rolle spielen und der Unterschiedsspieler für die Werkself sein.
