Gregor Kobel gibt seinen Vorderleuten gerne lautstark Anweisungen - © Boris Streubel/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
Gregor Kobel gibt seinen Vorderleuten gerne lautstark Anweisungen - © Boris Streubel/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
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Gregor Kobel: Ein fußballerisch starker Schlussmann für Borussia Dortmund

Borussia Dortmund hat sich auf der Torwartposition mit Gregor Kobel verstärkt. Der 23-Jährige kommt vom Bundesliga-Konkurrenten VfB Stuttgart und verstärkt den BVB in mehrfacher Hinsicht.

Der nächste Schweizer im Tor von Borussia Dortmund ist da! Gregor Kobel setzt hier eine kleine Tradition fort. Denn seit Roman Bürki 2015 vom SC Freiburg kam, stand beim BVB stets ein Eidgenosse zwischen den Pfosten. Mit der Verpflichtung von Marwin Hitz aus Augsburg 2018 stellten sich die Dortmunder sogar ein Torhüter-Duo aus der Schweiz zusammen.

Und jetzt kommt Kobel. Der Schlussmann des VfB Stuttgart wechselt zur kommenden Saison an die Strobelallee. Mit Bürki und Hitz verbindet ihn die Nationalität, doch es gibt auch einige zentrale Unterschiede zu seinen Landsmännern. Offensichtlich ist dabei das Alter. Hitz (33) und Bürki (30) sind erfahrene Torhüter, Kobel steht mit 23 Jahren noch am Anfang seiner Karriere. Die Borussia nimmt also eine Verjüngung zwischen den Pfosten vor. Kobel soll der Torwart der BVB-Zukunft sein.

Auch im Spielaufbau erhoffen sich die Dortmunder eine Verstärkung durch den Neuzugang. Kobel ist für einen Torwart ein guter Fußballer, versucht meist kontrolliert von hinten heraus zu spielen. Dazu kommt er gerne weit aus seinem Kasten heraus. Und auch auf der Linie weiß Kobel zu glänzen. Er wehrte in der abgelaufenen Saison 68 Prozent der gegnerischen Bälle ab und blieb fünf Mal ohne Gegentor. Am 31. Spieltag in Leipzig (0:2) stellte er mit neun Paraden einen persönlichen Bundesliga-Rekord für eine Partie auf. So hatte Kobel enormen Anteil daran, dass der VfB Stuttgart als Aufsteiger bis zum letzten Spieltag um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb kämpfte und am Ende auf Rang neun ins Ziel kam.

Der VfB Stuttgart hatte Kobel in der letzten Saison von der TSG Hoffenheim ausgeliehen und verpflichtete ihn dann im Sommer 2020 fest. Kobel war beim VfB fast durchgängig die Nummer eins, nur in den letzten drei Bundesliga-Spielen des Jahres 2019 setzte ihn Tim Walter etwas überraschend auf die Bank. Walter war kurz darauf weg und unter Pellegrino Matarazzo verpasste Kobel in der 2. Bundesliga und Bundesliga insgesamt nur eine Partie (32. Spieltag 2020/21 gegen Augsburg, wegen eines Hexenschusses).

Auch beim BVB soll Kobel nun die Nummer eins werden. Er könnte die Quote der Schwarz-Gelben in einem Bereich verstärken, der zuletzt nicht als Dortmunder Paradedisziplin galt: Das Halten von Elfmetern. In der Saison 2020/21 parierte er zwei Strafstöße – das war Ligaspitze (zusammen mit Oliver Baumann, Jiri Pavlenka und Koen Casteels). Am 14. Spieltag gegen Leipzig lenkte Kobel den Schuss von Emil Forsberg mit einer sensationellen Fußabwehr an die Latte – am 23. Spieltag gegen Schalke hielt er gegen Nabil Bentaleb. Kobel hat in seiner Bundesliga-Karriere insgesamt drei von zehn Strafstößen gehalten – eine starke Bilanz!

Vielleicht bringt der Wechsel nach Dortmund auch Kobel voran, zum Beispiel in Bezug auf seine Nationalelf-Karriere. Kobel spielte bisher nur in der U 21 für die Schweiz, in der A-Nationalmannschaft wartet er noch auf sein Debüt. Kobel und der BVB - diese Kombination soll für beide Seiten eine höchst erfolgreiche werden!

Tim Müller