
Kann der FC St. Pauli allen Widerständen trotzen?
Auch wenn auf den FC St. Pauli in einer schwierigen Phase der schwerstmögliche Gegner wartet, gibt es für die Kiezkicker Grund zur Hoffnung.
Nach vier sieglosen Spielen und ohne den gesperrten Kapitän Jackson Irvine wartet nun ein nicht gerade dankbarer Gegner auf den FC St. Pauli: die "Bestia Negra", die Rekord-Bayern, aktuell wohl die stärkste Mannschaft der Welt.
Doch das Team von Alexander Blessin will dem FC Bayern München sicher nicht Spalier stehen, denn seine "Boys in Brown" haben auf dem Relegationsplatz andere Sorgen.

Kann St. Pauli das Unmögliche möglich machen?
Nach dem hart umkämpften 1:1 bei Union Berlin beträgt der Vorsprung auf den VfL Wolfsburg auf dem direkten Abstiegsplatz immerhin vier Punkte, das rettende Ufer ist zwei Zähler entfernt. Die Lage ist angespannt, doch es herrscht Zuversicht im Team. "Wenn Jacko fehlt, dann gilt es für uns, auch seinen Ausfall zu kompensieren – wohl wissend, dass wir einen guten Tag brauchen werden", so Blessin nach dem Remis in Berlin.
Und zwar einen sehr guten! Denn von insgesamt 25 Duellen zwischen den beiden Clubs konnte St. Pauli bei 17 Bayern-Siegen nur drei für sich entscheiden. Zum zehnten Mal treten die Münchner jetzt in der Bundesliga am Millerntor an, bisher gewannen sie dort fünfmal bei drei Unentschieden. St. Paulis einziger Heimsieg gegen den FCB liegt über 24 Jahre zurück, ist aber legendär: Durch das 2:1 am 6. Februar 2002 wurde der STP damals zum berühmten "Weltpokalsiegerbesieger".
Die David-Rolle im Duell mit "Goliath" München liegt den "Kiezkickern" also im Blut. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es Grund zur Hoffnung: Im letzten Aufeinandertreffen in München ging der FC St. Pauli in Führung, verteidigte lange ein Unentschieden und musste sich erst durch einen Doppelschlag tief in der Nachspielzeit geschlagen geben.

"Hells Bells" statt "¡Hala Madrid!"
Mathias Pereira Lage machte klar: "Wir wollen in den verbleibenden sechs Endspielen weiter punkten."
Und gerade im eigenen Stadion sind die Hamburger in dieser Saison schwer zu schlagen: Von den letzten sieben Heimspielen wurde nur eines verloren (das letzte unglücklich mit 1:2 gegen Freiburg).
Die Bayern kommen zwar frisch als Sieger aus dem Bernabéu, doch wenn am Samstag um 18:30 Uhr im engen Millerntor-Stadion die Totenkopf-Flaggen wehen und statt ¡Hala Madrid! die "Hells Bells" erklingen, ist trotz aller Widrigkeiten – und gerade deswegen – für den FC St. Pauli etwas drin.
