Kann Schalke eine Woche nach dem Derbysieg gegen Augsburg den Klassenerhalt feiern? - © 2019 DFL
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Schalke 04: Mit Derby-Rückenwind zum Klassenerhalt

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Köln - Was für eine Genugtuung! Nach dem überraschenden Sieg im Revierderby herrschte erst einmal ausgelassene Partystimmung beim FC Schalke 04 und seinen Anhängern. Mit 4:2 hatten die Königsblauen sich in Dortmund durchgesetzt und dem ewigen Rivalen damit nicht nur eine Derbypleite zugefügt, sondern auch die Chancen des BVB im Meisterrennen erheblich geschmälert.

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Der Erfolg wurde trotz insgesamt schwacher Saisonleistung ausgiebig gefeiert. Erst im Dortmunder Stadion, später dann im „Bosch“. Die Mannschaft hatte sich nach dem Derbysieg spontan zum Besuch in der Fan-Kneipe entschieden und feierte dort zusammen mit Trainer Huub Stevens und den Anhängern. "Schalke ist ein bisschen verrückt", kommentierte Abwehrmann Benjamin Stambouli das wilde Treiben.

 

Die Einigkeit, die Schalke beim Feiern des Derbyerfolgs an den Tag legte, zeigten die "Knappen" am Samstag zuvor auch auf dem Rasen: Mit viel Leidenschaft, Herzblut und Willen gingen die Schalker ins Duell mit der Borussia, die vor Anpfiff noch ganze 42 Punkte vor den Gelsenkirchener Nachbarn gelegen hatte. "Mich freut es riesig, dass wir gemeinsam auf dem Platz standen und jeder für den anderen da war", erklärte Daniel Caligiuri, der mit zwei Toren und einer Vorlage zum Spieler des Partie avancierte, nach Spielschluss.

Das Saisonfinale garantiert Spannung bis zum Schluss

Doch der Derbysieg kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der amtierende Vize-Meister mit seiner Saisonleistung keineswegs zufrieden sein kann: Mit nur 30 Punkten aus 31 Spielen liegt Schalke derzeit zwar sechs Punkte vor dem Relegations- und elf Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz. Den Ansprüchen der Königsblauen kann das - Derbysieg hin oder her - jedoch nicht genügen. "Das macht die Saison nicht gut. Dass Schalke so weit unten reinrutscht, das darf uns nicht passieren", ordnete Schalke-Legende Stevens prompt ein.

Auch der Schalker Sportvorstand, Jochen Schneider, fand vor den letzten drei Saisonspielen prompt deutliche Worte – trotz Partystimmung. "Das ist ein Schnitt von weniger als einem Punkt pro Spiel. Das ist eine Katastrophe." Die Leistung im Derby sei natürlich schön, werfe aber auch die Frage auf, warum man das in dieser Saison nicht immer so hinbekommen habe, mahnte Schneider an.

Das Restprogramm der Bundesliga-Clubs

Ungeschehen machen kann man die Spielzeit auf Schalke aber ohnehin nicht mehr. Der Fokus gilt nun den letzten drei Partien - die möglichst ähnlich erfolgreich laufen sollen wie das Derby. Mit einem Sieg am 32. Spieltag gegen den FC Augsburg könnte man schließlich  nicht nur in der Tabelle an den Fuggerstädtern vorbei ziehen und den 14. Platz einnehmen, sondern schon ein Zähler würde auch rechnerisch alle Abstiegsängste vertreiben.

Ein Punktgewinn gegen den FCA ist durch den Derbysieg allerdings noch lange kein Automatismus: Gerade vor heimischen Publikum hatte Schalke zuletzt arge Probleme. Die letzten vier Bundesliga-Heimspiele gingen allesamt verloren, mit Stevens an der Seitenlinie holten die Knappen zuhause noch keinen Punkt. "Es kann noch alles schief gehen", weiß auch S04-Stürmer Guido Burgstaller.

Andererseits: In bisher sieben Heimspielen gegen Augsburg gingen die Königsblauen noch nie als Verlierer vom Platz – gegen kein Team spielte Schalke öfter daheim, ohne eine Niederlage zu kassieren. Am Wochenende könnte dem FC Schalke 04 also auch in der heimischen Arena endlich die Trendwende gelingen. Mit neuem Selbstvertrauen, Kampfgeist und Derby-Rückenwind.