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Die Offensive des FC Bayern München ist auf Rekordkurs

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Der FC Bayern München ist nicht zu stoppen. Mit 52 Punkten steht das Team von Julian Nagelsmann an der Tabellenspitze und hat bereits 71 Tore erzielt. Damit sind die Bayern wieder auf dem besten Weg, die 100-Tore-Marke zu knacken. Doch reicht das am Ende auch für den Titel?

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Für den FC Bayern München könnte es derzeit kaum besser laufen. Der Rekordmeister hat acht der letzten neun Pflichtspiele gewonnen, ist Tabellenführer der Bundesliga und steht sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League im Viertelfinale. Am letzten Spieltag holten die Münchner erstmals seit der Winterpause mehr Punkte als Dortmund, die Nagelsmann-Elf hat nun wieder einen Zwei-Punkte-Vorsprung.

Und als wäre das nicht genug, sind die Bayern mal wieder torhungriger denn je: Mit 71 Treffern nach 24 Spieltagen liegen die Münchner, wie in den letzten Jahren schon öfter, auf Kurs Richtung 100 Saisontore. Mehr Treffer hatten die Bayern in ihrer Bundesliga-Geschichte nach 24 Spieltagen erst zweimal auf dem Konto: 2013/14 (72) und 2021/22 (75). Die dreistellige Schallmauer hat der Rekordmeister in seiner Bundesliga-Geschichte bisher zweimal durchbrochen, 1971/72 unter Trainer Udo Lattek (101) und 2019/20 unter Niko Kovac und Hansi Flick (100). Wie die Statistik zeigt, geht es in Spielen mit Münchner Beteiligung immer nur in eine Richtung, denn die Bayern gaben fast 100 Torschüsse mehr ab (462) als der nächstbeste Bundesligist BVB (367).

Auch kleine Rückschläge während des Spiels steckt der FC Bayern derzeit locker weg, wie jüngst die Partie gegen den FC Augsburg zeigte. Auf einen 0:1-Rücktstand antwortete die Mannschaft prompt mit vier Toren noch in der ersten Halbzeit (5:3-Endstand). "Wir haben 30 Minuten richtig Gas gegeben. Wir müssen nicht drei Gegentore bekommen, das letzte war etwas unnötig. Aber wir können auch deutlich mehr schießen, von daher geht der Sieg schon in Ordnung“, bilanzierte Cheftrainer Julian Nagelsmann nach dem Spiel.

Breite Offensive beim FC Bayern

Der Kader des FC Bayern ist mit einigen Weltstars bespickt, die in dieser Saison ihren Torjägerinstinkt geweckt haben – und das ganz positionsabhängig. Wo in den vergangenen Spielzeiten stets Robert Lewandowski als Leuchtturm in der Bayern-Offensive herausragte, wird die Last in dieser Saison auf viele Schultern verteilt: 15 verschiedene Torschützen trugen sich bereits für den FC Bayern in die Torschützenliste ein. Das sind schon jetzt genauso viele wie in der gesamten letzten Saison (oder 2020/21 oder 2019/20).

Jamal Musiala führt die vereinsinterne Torschützenliste an (elf Tore, ligaweit Rang vier). Es folgen Eric Maxim Choupo-Moting (zehn Tore) und Serge Gnabry (neun Tore). Dass Münchens bester Torschütze nach 24 Spieltagen nur einen Treffer Vorsprung auf seinen ärgsten vereinsinternen Verfolger hat, das gab es in der Bundesliga zuletzt 2008/09. Damals hieß Bayerns Bester nach 24 Spieltagen Miroslav Klose (zehn Treffer) und hatte Luca Toni (neun Treffer) im Nacken. Übrigens: Die Bayern stellen in der laufenden Bundesliga-Saison nicht einmal den torgefährlichsten Sturm (22 Stürmer-Tore, Bremen 23) aber das mit großem Abstand torgefährlichste Mittelfeld (43 Tore).

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Europa blickt neidisch nach München

In den letzten Spielen haben sich auch Abwehrspieler als Torschützen hervorgetan, was die Mannschaft noch unberechenbarer macht. So avancierte Benjamin Pavard zum neuen Torjäger aus den hinteren Reihen. Sechs Pflichtspieltore bedeuten einen neuen persönlichen Saisonrekord (davon drei in der Bundesliga), zuletzt gegen Augsburg erzielte Pavard den ersten Doppelpack seiner Profikarriere.

Neben Pavard haben weitere Verteidiger des FC Bayern zuletzt in der Offensive geglänzt: Der pfeilschnelle Kanadier Alphonso Davies (Highspeed 2022/23: 36,2 km/h) gab nicht nur in der Champions League bei PSG eine wichtige Torvorlage, sondern war auch in den letzten sechs Bundesliga-Spielen an vier Toren direkt beteiligt (ein Tor, drei Torvorlagen). Joao Cancelo war in seinen 314 Bundesliga-Minuten auch an starken drei Treffern direkt beteiligt (ein Tor, zwei Torvorlagen).

Die Fakten-Vorschau zum 25. Spieltag

Sadio Mane begründet die aktuell so starke Phase mit der Breite des Kaders, die kaum ein anderer europäischen Club hat: "Wir haben generell eine sehr starke Bank, das zeichnet einen großen Club wie den FC Bayern aus. Wir sind sehr froh, dass wir so starke Spieler haben.“ Das beeindruckte vor allem nach dem 2:0-Triumph gegen Paris Saint-Germain in der Champions League so manche Trainer-Legende: "Ich bin eigentlich kein neidischer Mensch, aber als ich gesehen habe, wen Bayern mit Gnabry, Mane und Sane eingewechselt hat, bin ich doch ein bisschen neidisch geworden", scherzte Rom-Trainer Jose Mourinho.

Hohe Effizienz macht den Unterschied

Der FC Bayern hat ligaweit den höchsten xGoals-Wert (56,1) und die beste Abschluss Effizienz (+14,9). Vor allem zwei Offensivakteure stechen beim Rekordmeister in punkte Effizienz heraus: Eric Maxim Choupo-Moting erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison 4,4 Tore mehr (zehn) als vom Expected-Goals-Model berechnet (5,6). Er hat ligaweit die höchste Abschluss-Effizienz. Knapp auf Rang zwei im Abschluss-Effizienz-Ranking liegt Teamkollege Jamal Musiala mit einer Abschluss-Effizienz von +4,3 (elf Tore, 6,7 xGoals).

Bereit für Leverkusen und Dortmund

Auf den FCB kommen entscheidende Wochen mit Blick auf das Titelrennen zu. Am 25. Spieltag geht es nach Leverkusen, wo man sich gegen Xabi Alonsos Werkself beweisen muss. Nach der Länderspielpause ist dann Borussia Dortmund zum großen Klassiker zu Gast in der Allianz Arena.

Zweikampf an der Spitze

"Der Angriff gewinnt dir Spiele, die Abwehr gewinnt dir Meisterschaften", sagte einst Trainer-Legende Sir Alex Ferguson. Geht es nach diesem berühmten Zitat, kann man sich in München beruhigt zurücklehnen, denn mit 71 Toren und 25 Gegentoren führt man beide Rankings an. Reicht das diesmal auch für den elften Titel in Folge?