
Serge Gnabry vom FC Bayern im Klassiker-Interview: "Das größte Spiel der Saison"
München - Serge Gnabry hat sich beim FC Bayern München schnell eingelebt. Der deutsche Nationalspieler ist Stammkraft beim deutschen Rekordmeister. Vor dem Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag um 18.30 Uhr spricht er im Interview über seine Anfänge als Profi, seine Ziele für die Zukunft und über das Duell mit dem BVB.
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bundesliga.de: Zu Beginn der Saison kamen Sie von Hoffenheim nach München. Was waren Ihre Gedanken und Ziele, als es dann richtig los ging?
Serge Gnabry: Natürlich hoffte ich, so viele Spiele zu spielen wie bisher. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, Stammspieler zu sein. Ich habe jeden Tag hart gearbeitet. Ich weiß, was ich dem Team geben kann und versuche das jedes Spiel zu zeigen und mein Bestes zu geben.
bundesliga.de: Sie sind erst 23, haben aber schon einige Stationen hinter sich. Wie sehen Sie ihre bisherige Fußball-Karriere?
Serge Gnabry: Meine Fußball-Reise war lang. Ich bin mit 16 zu Arsenal gegangen. Dort war ich vier Jahre, dann wollte ich aber regelmäßiger spielen. Ich bin zu Werder Bremen gegangen, dann war ich ein Jahr in Hoffenheim, bevor ich nach München gekommen bin. Jetzt bin ich hier und glücklich darüber, Teil des FC Bayern München zu sein.
bundesliga.de: Wie fühlt es sich an, von so vielen Top-Spielern umgeben zu sein?
Serge Gnabry: Es ist ein Segen, mit diesen Jungs zu spielen. Im Training sieht man einige bemerkenswerte Dinge, es zeigt welche Qualität sie haben und es macht mich glücklich, auf dem gleichen Niveau zu sein. Wenn man aufwächst, will man ein Profi werden. Es dann am Ende zu den Bayern zu schaffen und mit diesen Jungs auf so einem Niveau zu spielen, ist ein Segen.
bundesliga.de: Am Wochenende steht das wohl wichtigste Spiel um die Meisterschaft bevor. Wie gehen Sie in das Spiel gegen Dortmund?
Serge Gnabry: Ich glaube, wir haben mit Blick auf das Spiel gegen den BVB ein positives Mindset. Wir haben neun Punkte Rückstand auf sie aufgeholt. Daran haben viele Leute nicht geglaubt. Ich habe selbst ein wenig gezweifelt, um ehrlich zu sein. Wir sind jetzt selbstbewusst, weil wir wissen, dass die Dortmunder schon das eine oder andere Mal gepatzt haben. Für beide Teams steht viel auf dem Spiel. Wir wollen in dieses Spiel gehen, ihnen zeigen, dass wir Meister werden wollen und sie zuhause schlagen.
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"Wir haben die große Chance zurückzuschlagen"
bundesliga.de: Bayern gegen Dortmund, was bedeutet dieses Aufeinandertreffen für Sie?
Serge Gnabry: Zwischen den Teams herrscht eine Rivalität. Dortmund ist das zweite Team in Deutschland, das seit einigen Jahren stark ist. Das ist das größte Spiel der Saison. Wir wissen, dass wir in Dortmund verloren haben, jetzt haben wir den Heimvorteil. Natürlich freut man sich auf so ein großes Spiel vor vollem Haus. Wir haben die große Chance zurückzuschlagen und wieder vorbeizuziehen.
bundesliga.de: Haben Sie den deutschen Klassiker auch während Ihrer Zeit in England verfolgt?Serge
Serge Gnabry: Ich habe auch in England vor dem Fernseher gesessen, wenn Dortmund gegen Bayern gespielt hat. Es ist das größte Spiel in Deutschland für mich. Da ich aus Deutschland komme, habe ich es natürlich auch dort geschaut.
bundesliga.de: Das Hinspiel wurde knapp 2:3 verloren. Wird der FC Bayern diesmal als Sieger vom Platz gehen?
Serge Gnabry: Ich bin positiv gestimmt, wir haben derzeit einen guten Lauf, haben viele Tore erzielt. Unser Selbstbewusstsein ist groß im Moment und ich glaube, wir werden das Spiel gewinnen.
bundesliga.de: Was nehmen Sie sich noch für die letzten Spiele der Saison vor?
Serge Gnabry: Mein oberstes Ziel für den Rest der Saison ist es, fit zu bleiben. Ich möchte alle Spiele spielen, weiter so auftreten wie bisher, oder noch besser werden. Ich will treffen und Tore vorbereiten und alles für das Team geben, damit wir unsere Spiele gewinnen.
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"Ich möchte auf dem Marienplatz einen Titel präsentieren"
bundesliga.de: Den Gewinn einer Meisterschaft wird in München immer auf dem Marienplatz gefeiert. Würden Sie gerne schon in diesem Jahr dort einen Titel in die Höhe stemmen?
Serge Gnabry: Es interessiert mich sehr, wie es von da oben aussieht. Ich war noch nicht dort und würde gerne in meinem ersten Jahr beim FC Bayern dort stehen und einen Titel präsentieren, am besten zwei, wir haben ja auch noch den DFB-Pokal. Danach kann ich hoffentlich berichten, wie es sich dort anfühlt.
bundesliga.de: Wie eindrucksvoll haben Sie Franck Ribery und Arjen Robben bisher erleben können?
Serge Gnabry: Ich durfte Franck und Arjen in ihrem letzten Jahr in München kennenlernen. Das sind beides große Charaktere, tolle Spieler, von denen man viel lernen kann. Sie spielen seit zehn, zwölf Jahren auf einem Topniveau, was auch mein Ziel ist. Sie sind mental so stark, sie wollen immer gewinnen, haben immer noch so viel Leidenschaft in ihrem letzten Jahr. Sie zeigen nach wie vor ihre Qualitäten, es ist verrückt. Jeder hat das Ziel, eine Karriere wie sie hinzulegen. Es ist traurig, dass sie den FC Bayern verlassen werden.
bundesliga.de: Sie sind in Stuttgart aufgewachsen. Waren Sie schon als kleiner Junge so fußballbegeistert?
Serge Gnabry: Mit vier Jahren habe ich in der Wohnung fast alles als Fußball benutzt. Meine Großeltern mussten immer Fußball mit mir spielen, ich war damals an nichts anderem interessiert. Meine Eltern haben mich mit zu meinem Heimatverein TSV Weissach genommen und haben gesagt: 'Du musst deine Energie rauslassen.' Seitdem spiele ich Fußball. Als ich 14, 15 Jahre alt war, habe ich das erste Mal gedacht, dass ich Profi werden könnte. Es kamen die ersten Anfragen von großen Klubs. Ich bin dann zu Arsenal gegangen. Das war der Moment, als ich mir gedacht habe: ich suche meine Chance dort. Mit 16 hast du noch einen weiten Weg vor dir, aber ich habe mich dort gut eingewöhnt und meine Spiele bekommen. Da merkte ich: okay, das ist es, was du tun willst.
bundesliga.de: War es nicht ein großer Schritt für einen 16-Jährigen nach England zu gehen?
Serge Gnabry: Ich bin nach England gegangen, weil alle mir sagten, ich solle nicht gehen, ich würde es nicht schaffen, das Spiel sei dort anders und so weiter. Ich wollte diese Herausforderung. Arsenal war damals schon ein toller Verein mit Trainer Arsene Wegner, der jungen Spielern eine Chance gab. Sie spielten Fußball, wie ich ihn mag: offensiv, mit viel Ballbesitz. Also habe ich mir gesagt, ich gehe das Risiko ein und zeige es allen.
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