Goretzka und Vorbereiter Pavard bringen den FC Bayern gegen Gladbach auf die Siegerstraße - © Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images
Goretzka und Vorbereiter Pavard bringen den FC Bayern gegen Gladbach auf die Siegerstraße - © Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images
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FC Bayern München auf Meisterkurs: "Wollen den Sack zumachen"

Der FC Bayern kann nach dem 2:1 gegen Gladbach am Dienstag in Bremen den Titel perfekt machen. Gegen den alten Rivalen vom Niederrhein gewann der Rekordmeister nach Leverkusen (4:2) und dem DFB-Pokalhalbfinale gegen Frankfurt (2:1) auch das dritte Big-Point-Spiel binnen sieben Tagen.

Hansi Flick kann es auf dem Weg zum Geister-Titel gar nicht schnell genug gehen. "Wir wollen am Dienstag den Sack zumachen. Das ist unser Ziel. Wir haben einen hervorragenden Lauf und wollen unsere Erfolgsserie fortsetzen", sagte der Trainer des FC Bayern München nach dem schwer erkämpften 2:1 (1:1) und "drei Big Points" gegen Borussia Mönchengladbach unmissverständlich.

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Bei sieben Punkten Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund hat der Rekordmeister am Dienstag bei Abstiegskandidat Werder Bremen den ersten Meister-Matchball - und der soll eiskalt genutzt werden. "Das ist unser Plan, dass wir das Ding nach Hause fahren", betonte auch Matchwinner Leon Goretzka, der in Bremen wieder Unterstützung der am Samstag gelbgesperrten Torgaranten Robert Lewandowski und Thomas Müller erhält. Deren Rückkehr, unterstrich Flick, "tut uns gut".

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Zweifel an der 30. Deutschen Meisterschaft, der achten in Folge, gibt es ohnehin kaum noch - auch weil die Münchener am Ende der langen Bundesliga-Saison auch Spiele gewinnen, in denen sie nicht den ganz großen Glanz versprühen. "Die Power-Saison steckt uns in den Knochen", räumte Flick ein. Er war aber trotzdem "nach einem harten Stück Arbeit extrem happy", weil sein Team eben andere Qualitäten zeigte. "Auch wenn es nicht so gut läuft, wehrt sich die Mannschaft". Er sei vom Charakter "begeistert". Der FC Bayern könne inzwischen "auch Arbeitssiege", merkte Kapitän Manuel Neuer zufrieden an.

Die Freude über den 21. Pflichtspielerfolg aus den vergangenen 22 Partien fiel umso euphorischer aus. "So ein spätes Tor zu machen zu einem Sieg, der uns am Dienstag die Meisterschaft ermöglicht, macht mich überglücklich", sagte Goretzka, der in der 86. Minute die Münchener für ihren Aufwand belohnt hatte.

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Der 25-jährige ist der großer Gewinner des Re-Starts, stand seitdem in jedem Spiel in der Startelf - und am Samstagabend wieder im Mittelpunkt. "Dass er nicht nur Assists, sondern auch Tore kann, haben wir jetzt schon häufiger gesehen", lobte Neuer. Goretzkas sechstes Saisontor (alle in der Rückrunde erzielt) war seine achte Torbeteiligung in den letzten acht Bundesligaspielen. Der Nationalspieler zeige nun, so Neuer, dass er "auch die wichtigen Tore macht".

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Selbst vom Gladbacher Christoph Kramer kamen anerkennende Worte: "Leon ist ein unfassbarer Box-to-Box-Spieler. Er ist vielleicht nicht der ganze feine Typ im Mittelfeld. Aber er geht immer mit vorne rein und ist sehr torgefährlich."

Goretzka belohnt sich für einen tiefen Lauf in den Gladbacher Strafraum und spitzelt zum 2:1 ein - Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images

Vor Goretzkas Siegtreffer waren die Bayern durch Joshua Zirkzee (26.) in Führung gegangen, wobei der 19-Jährige einen kapitalen Patzer von Gladbachs Keeper Yann Sommer ("Ich habe die falsche Entscheidung getroffen, das ärgert mich extrem") ausnutzte.

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Benjamin Pavard glich mit einem Eigentor für die Borussia aus (37.). Dass für die Gäste nicht mehr heraussprang, hatten sie sich trotz einer mutigen Vorstellung selbst zuzuschreiben. Kramer monierte "zwei ganz blöde Gegentore". Zudem fehlte im Abschluss die Effektivität.

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So wird für die Borussia im engen Rennen um die Champions-League-Plätze "die Luft immer dünner. Für unser großes Ziel müssen wir punkten", forderte Trainer Marco Rose vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg am Dienstag, "wir müssen alles raushauen." Das gilt auch für die Bayern in Bremen, um gleich den ersten Matchball zu nutzen.