Zusammenfassung

  • Die Bayern gewinnen im DFB-Pokal gegen Leipzig.

  • RB Leipzig ist auch in Unterzahl ebenbürtig.

  • Bayern-Bilanz gegen RB weiterhin makellos.

Köln - "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" heißt eine Fußballer-Weisheit, die in dieser Woche in besonderem Maße auf RB Leipzig und den FC Bayern München zutrifft. Nach dem packenden Pokalfight am Mittwochabend, in dem der Rekordmeister nach Elfmeterschießen als Sieger hervor ging, treffen beide Teams am Samstagabend (18:30 Uhr) nun in der Bundesliga aufeinander.

Was für ein Pokalabend war das am Mittwoch in der Red Bull Arena von Leipzig? Die beiden Bundesliga-Schwergewichte lieferten sich ein packendes Duell über 120 Minuten mit einem glücklichen Sieger im Elfmeterschießen. Die Partie zwischen dem aufstrebenden Vizemeister RB Leipzig und Meister Bayern München war Werbung für den Fußball und insbesondere natürlich für die Bundesliga.

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Bayern-Keeper Sven Ulreich war am Ende eines langen Pokalabends dann schließlich der Held, Leipzigs Timo Werner der Unglücksrabe. Ausgerechnet der neue deutsche Shootingstar verschoss den einzigen Elfmeter des Abends und war danach untröstlich. RB-Coach Ralph Hasenhüttl war trotz des Ausscheidens aus dem DFB-Pokal stolz auf die Leistung seines Teams: "Die Mannschaft hat einen heroischen Kampf geliefert und sich von den Rückschlägen nicht unterkriegen lassen."

Der entscheidende Moment: Sven Ulreich hält den Elfmeter von Timo Werner
Der entscheidende Moment: Sven Ulreich hält den Elfmeter von Timo Werner © gettyimages

Die Leipziger müssen sich zum Glück nicht lange mit der Pokalniederlage befassen, denn schon in drei Tagen heißt der Gegner wieder FC Bayern München, dieses Mal jedoch in der Allianz Arena und in der Bundesliga. Hier stehen die Bayern auf Platz zwei einen Punkt und Rang besser da als die Sachsen. Mit von der Partie sein darf in München Leipzigs unverzichtbarer Naby Keita, der im Pokalspiel die Gelb-Rote Karte sah, aber nicht für die Bundesliga-Partie gesperrt ist.

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Über eine Stunde lang mussten die Gastgeber am Mittwochabend gegen die Bayern in Unterzahl spielen und gingen sogar durch einen verwandelten Foulelfmeter von Forsberg in Führung. Thiago egalisierte per Kopf für die Bayern. Trotz Dauerdrucks des FCB retteten sich die Leipziger noch ins Elfmeterschießen.

Hummels lobt RB Leipzig

Bayerns Innenverteidiger Mats Hummels analysierte die Partie anschließend sachlich wie immer: "Wir haben in der ersten Halbzeit viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung gehabt. Das war eklatant. Da haben wir viele brandgefährliche Konter zugelassen. Die Leipziger haben Hochgeschwindigkeitsfußballer, die wirklich hervorragende Konter spielen. Da war Leipzig die bessere Mannschaft, da hätten sie das 1:0 machen können oder müssen. Wir haben in einigen Situationen das nötige Glück gehabt."

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Die Bayern waren in der Endphase auch die frischere Mannschaft - mit einem Mann mehr auf dem Platz nicht verwunderlich. Beide Teams haben jetzt nur wenig Zeit sich zu regenerieren. Samstagabend um 18:30 Uhr steht Teil zwei des Duells in München an.

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An das erste Aufeinandertreffen beider Teams in der Bundesliga denken die Leipziger sicherlich nicht gerne zurück. Im Dezember 2016 reisten die Sachsen als punktgleicher Tabellenzweiter nach München und gingen im Spitzenspiel in der Allianz Arena mit 0:3 unter. Schon zur Pause war die Partie nach Toren von Thiago, Xabi Alonso und Robert Lewandowski entschieden, außerdem sah Emil Forsberg nach einem Foul an Philipp Lahm nach einer halben Stunde die Rote Karte.

Die Leipziger gingen durch Forsbergs verwandelten Foulelfmeter in Führung
Die Leipziger gingen durch Forsbergs verwandelten Foulelfmeter in Führung © imago / DeFodi

Aktuell begegnen sich beide Teams in der Bundesliga auf Augenhöhe. Trotz der Pokalniederlage reisen die Leipziger mit breiter Brust an. Drei der letzten vier Auswärtsspiele gewannen die "Roten Bullen", darunter war auch der Sensationssieg beim BVB. Auf der anderen Seite sind die Bayern zuhause besonders stark und verloren zuletzt am 2. März 2016 in der eigenen Arena (1:2 gegen Mainz). Seit dem Amtsantritt von Trainer Jupp Heynckes gewannen sie beide Spiele in der Bundesliga ohne Gegentor (5:0 gegen Freiburg/1:0 in Hamburg).

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Am Samstagabend werden in der Allianz Arena wahrscheinlich, wie schon im Pokal, Kleinigkeiten entscheiden. Die ganze Bundesliga schaut auf dieses Duell. Es ist angerichtet mit dem Vorspiel im Pokal. Im vierten Versuch wollen die Leipziger gegen den Rekordmeister zum ersten Mal punkten.

Alexander Barklage