Ungarn will mutig in die Todesgruppe der EM gehen - © Laszlo Szirtesi / Freier Fotograf
Ungarn will mutig in die Todesgruppe der EM gehen - © Laszlo Szirtesi / Freier Fotograf
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Ungarns Nationalteam: Mutig in die "Todesgruppe"

Ungarn wird bei der Europameisterschaft auf die Probe gestellt. Die Osteuropäer wurden mit Frankreich, Deutschland und Portugal in eine echte "Todesgruppe" gelost. Dennoch will sich das Team beweisen und wittert vor eigenen Fans eine Chance.

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Der Fahrplan der Ungarn:

15. Juni, 18 Uhr: Ungarn – Portugal (Budapest)

19. Juni, 15 Uhr: Ungarn – Frankreich (Budapest)

23. Juni, 21 Uhr: Deutschland – Ungarn (München)

Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal, Weltmeister von 2014 Deutschland und Ungarn. Die Gruppe F der Europameisterschaft ist eine echte Todesgruppe. Dabei hat vor allem Underdog Ungarn eigentlich nichts zu verlieren. "Wir werden uns nicht verstecken“, sagt Freiburgs Roland Sallai, der im Aufgebot Ungarns steht.

Klar ist, dass es Ungarn mit harten Gegnern zu tun bekommt, die ersten beiden Spiele gegen Portugal und Frankreich werden aber in Budapest vor heimischem Publikum ausgetragen. Das will die Mannschaft nutzen: "Wir wissen, dass mit jeder kleinen Aktion die Atmosphäre noch hitziger und der Druck für den Gegner noch größer wird. Das ist unser Ziel“, erklärt Peter Gulacsi. Der Leipzig-Keeper steht erstmals bei einer EM als Nummer eins zwischen den Pfosten und sieht das Turnier als „einmalige Gelegenheit“.

Pünktlich zum EM-Start kommt das Team von Marco Rossi in Fahrt und ist seit zehn Spielen ungeschlagen (sieben Siege, drei Remis). Der 56-jährige Italiener übernahm die ungarische Nationalmannschaft 2018 und ist mit seinem Team seit letztem Jahr auf Erfolgskurs. "Wir haben in den letzten zwölf Monaten Beachtliches geleistet", sagt Gulacsi und will die starke Form auch mit ins Turnier nehmen. "Auf internationalem Level sind die Unterschiede immer geringer geworden."

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Sallai und Szalai stehen im Aufgebot von Marco Rossi - PIOTR KUCZA via www.imago-images.de/imago images/Newspix

Rossi muss zwar kurz vor dem Startschuss der EM auf Juwel und Leipzig-Spieler Dominik Szoboszlai aufgrund einer Schambeinverletzung verzichten, dennoch kann er auf vier weitere Bundesliga-Spieler zählen. Der bereits erwähnte Peter Gulacsi und Willi Orban liefern bei RB Leipzig schon mehrere Jahre konstante Leistungen im Tor und der Abwehr ab. Zudem stehen Adam Szalai (1. FSV Mainz 05) und Roland Sallai (SC Freiburg) in der Offensive bereit. Cheftrainer Rossi hat übrigens selbst schon mal Bundesliga-Luft geschnuppert. 1996/97 absolvierte er 15 Spiele für den damaligen Zweitligisten Eintracht Frankfurt.

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Für den Italiener ist allein die EM-Teilnahme seiner Mannschaft bereits ein voller Erfolg: "Es war sehr unerwartet, denn um ehrlich zu sein, war unser maximales Ziel in der Nations-League-Gruppe, den Abstieg zu vermeiden. Auch die EM-Qualifikation war vor einem Jahr eher ein Traum“, erklärt Rossi und fügt hinzu: "Bei der Europameisterschaft wäre das wichtigste Mut und keine Angst vor den Gegnern zu haben.“

Ungarn hat die Chance, sich vielleicht als größte Überraschung der EM-Vorrunde zu präsentieren und die großen Favoriten zu ärgern. Wenn man nach einem Zitat von Nationaltrainer Rossi geht, werden die Magyaren mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in dieses Turnier gehen: "Träume, glaube, fürchte dich nicht, und alles kann passieren.“