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"Genialer Fußballer": Wird Mario Götze von Eintracht Frankfurt wieder WM-Held?

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Vor knapp fünf Monaten stellte sich Mario Götze bei Eintracht Frankfurt vor und konnte seitdem viele seiner Kritiker verstummen lassen. Der 30-Jährige ist bei den Hessen sofort zum Schlüsselspieler geworden und überzeugt mit starken Werten. Dabei sah es bei seinem Abgang aus der Bundesliga nicht danach aus, als würde das damalige Jahrhunderttalent noch mal zu alter Stärke zurückfinden.

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"Ich möchte das Puzzleteil sein, das der Mannschaft fehlt", sagte Mario Götze bei seiner Vorstellung im Juni 2022 auf der Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt. Für viele war es schon im Vorfeld der beste Transfer des Jahres, andere standen dem Wechsel des Weltmeisters eher skeptisch gegenüber. Wie sehr der 30-Jährige in den letzten zwei Jahren unter Roger Schmidt bei PSV Eindhoven an sich gearbeitet hat, hatten viele nicht auf dem Schirm, denn Götze war für die SGE sofort eine Verstärkung.

Seit seiner Rückkehr in die Bundesliga stand er in allen 15 Bundesliga-Partien in der Startelf (zehnmal spielte er durch) und wurde schnell zum Dirigenten auf dem Spielfeld. "Dieser weiträumige Blick, wenn der Gegner presst und dann die Lösung parat zu haben, das ist allerhöchste Kunst. Er ist jemand, der auch in Drucksituationen die Tiefe sieht und die Angriffe initiieren kann“, schwärmt Trainer Oliver Glasner über seinen verlängerten Arm, der vor allem die jungen Spieler mitreißt.

Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt

Blickt man auf Götzes Karriere zurück, findet man einige Höhen und Tiefen: Im November 2009 gab der damals 17-Jährige sein Bundesliga-Debüt für Borussia Dortmund, 2011 folgte dann die erste Deutsche Meisterschaft mit dem BVB. Ein Jahr später holte er sogar das Double unter Jürgen Klopp.

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2013 kam der Schock für die Fans der Schwarz-Gelben: Ihr Jahrhunderttalent wechselte zum Konkurrenten FC Bayern München. Beim Rekordmeister wurde er aber nie richtig glücklich. In den entscheidenden Spielen war er fast nie gefragt, stand nie in einem Champions-League-Halbfinale in der Startelf. Den wohl größten Erfolg seiner Karriere hatte er 2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, als er das entscheidende Tor im Finale schoss und Deutschland den vierten Stern holte.

Von 2016 bis 2020 spielte Götze noch einmal vier Jahre beim BVB, konnte aber nie so richtig an seine alten Tage im Trikot der Schwarz-Gelben anknüpfen. Durch eine Stoffwechselkrankheit fiel er damals monatelang aus, wagte dann 2020 den Absprung und wechselte nach Eindhoven. In den Niederlanden nahm er unter Roger Schmidt eine neue Rolle ein, wurde oft im offensiven Mittelfeld eingesetzt und fungierte als Spielmacher. Nach dem Pokalsieg 2022 mit PSV erfolgte dann der Schritt zurück in die Bundesliga. "Ich will nur mir selbst etwas beweisen, das ist wichtig für mich. Ich freue mich auf das was jetzt kommt und, dass ich alles rausholen kann, um immer besser zu werden“, so Götze bei seiner ersten Pressekonferenz. Oliver Glasner hat mit der Position im halblinken offensiven Mittelfeld die ideale Position für Götze gefunden.

Starke Leistungen bescheren das WM-Ticket

Manche sagen, sie haben Mario Götze nun noch nie besser gesehen. Ein Techniker auf engem Raum war er immer schon und bringt die nötige Kreativität für Frankfurt mit, die das ganze Spielfeld öffnet. Zwar hat er in den bisher 15 Bundesliga-Spielen nur zwei Tore und eine Vorlage gegeben, mit seinen wichtigen vorletzten Pässen bescherte er der Eintracht aber schon so manche Treffer. Dadurch gehört der gebürtige Memminger zu den besten Initiatoren der Bundesliga.

Auch wenn Götze mit seinen 30 Jahren bereits zur "älteren" Garde des Teams zählt, hat er die Formschwäche aus alten BVB-Zeiten hinter sich gelassen. Er ist sehr lauffreudig, lief im Schnitt pro 90 Minuten 11,8 Kilometer und das oft in hohem Tempo, auch wenn ihm die letzte Endgeschwindigkeit fehlt. Zudem hat er von allen SGE-Spielern die größte Laufstrecke auf dem Konto (163,8 Kilometer, ligaweit nur vier Spieler mehr). Seine 1.302 intensiven Läufe sind die zweitmeisten in der Bundesliga. Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg und wurde bei der SGE am zweithäufigsten gefoult (21 Mal).

Mit diesen Werten sorgte er auch unlängst für die Aufmerksamkeit bei Hansi Flick, der Götze nun erstmals seit 2017 in den Kader für die WM in Katar berufen hat. "Man sieht es in jedem Spiel, er ist topfit. Er kann jede Woche auch dreimal 90 Minuten gehen und das ist natürlich schon eine gute Voraussetzung. Dann ist er natürlich auch ein genialer Fußballer und ein genialer Mensch", lobte ihn der Bundestrainer. Als derzeit einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga darf sich Mario Götze wieder beim größten Turnier der Welt beweisen. Vielleicht gelingt ihm ja wieder ein entscheidendes Tor, das den Goldjungen von damals erneut aufstrahlen lässt.