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Eintracht Frankfurt: Luka Jovic kehrt zurück nach Hause

So wirklich in Fahrt gekommen ist die Wintertransferperiode in der Bundesliga noch nicht. In Corona-Zeiten gilt es für die Clubs umso mehr, jeden Euro zweimal umzudrehen. Doch nun hat Eintracht Frankfurt für eine spektakuläre Rückholaktion gesorgt: Luka Jovic kehrt, zunächst auf Leihbasis, bis zum Saisonende an die alte Wirkungsstätte zurück. Der Angreifer reifte in der Bundesliga einst vom Nobody zu einem internationalen Top-Stürmer heran - und zeigte direkt in seinem ersten Einsatz seine herausragenden Abschlussqualitäten.

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Es war ein Comeback, das wohl im Duden unter dem Wort "hollywoodreif" zu finden sein dürfte: Zehn Minuten stand Luka Jovic nach seiner Einwechslung auf dem Platz, da hatte der Serbe schon wieder zugeschlagen. Von Landsmann Filip Kostic mustergültig in Szene gesetzt schoss der Angreifer, wenige Tage zuvor als Leihgabe von Real Madrid zurück zu Eintracht Frankfurt gewechselt, sehenswert zum 2:1 für die SGE gegen den FC Schalke 04 ein.

Und Jovic hatte längst noch nicht genug: In der Nachspielzeit machte der 23-Jährige mit seinem zweiten Treffer nicht nur den Heimsieg der Hessen, sondern zugleich auch seine traumhafte Rückkehr perfekt. "Dass er zwei solch schöne Tore erzielt, spricht für seine Klasse", betonte Frankfurts Coach Adi Hütter nach dem Einstand nach Maß: "Für Luka ist es wahnsinnig wichtig gewesen, dass er dort hin zurückkehrt, wo er seine beste Zeit hatte und sich wohlfühlt. Das hat man vom ersten Tag an gespürt."

Die Lobeshymnen waren im Sommer 2017 dagegen nicht gerade groß, als die Eintracht im Sommer 2017 die Verpflichtung des damals 19-Jährigen Luka Jovic von Benfica Lissabon bekannt gab. Der Angreifer hatte zwar als 16-Jähriger in seiner serbischen Heimat bei Roter Stern Belgrad für Furore gesorgt, schaffte es in Portugal aber meist nur in die Reservemannschaft des Traditions-Clubs.

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Die Konkurrenzsituation bei den Hessen war mit den gestandenen Stürmern Sebastien Haller, Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng in jenen Tagen ohnehin recht groß. Umso überraschender war es, dass Jovic praktisch kaum Anlaufzeit brauchte, um sich an das Niveau der Bundesliga zu gewöhnen. Gleich bei seinem Debüt gegen den FC Augsburg im September 2017 traf er 13 Minuten nach seiner Einwechslung. In seiner ersten Saison etablierte er sich immer mehr zum Edeljoker, traf in 22 Partien achtmal und holte mit der Eintracht völlig überraschend den DFB-Pokal.

Der wirkliche Durchbruch gelang ihm aber in der Folgesaison 2018/19. Als Teil der so genannten "Büffelherde" an der Seite von Haller und Rebic präsentierte sich Jovic als treffsicherster Frankfurter Stürmer. Mit 17 Saisontoren war er hinter Robert Lewandowski und Paco Alcacer der Top-Torjäger der Bundesliga. Unvergessen dabei der 7:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf am 19. Oktober 2018. Als erster Frankfurter der Bundesliga-Geschichte schnürte der damals erst 20 Jahre alte Jovic einen Fünferpack - und das mit fünf Torschüssen. Dabei traf er per spektakulärem Seitfallzieher, einem Drehschuss in Gerd-Müller-Stil, zwei satten Linksschüssen und einem wuchtigen Kopfball. Spätestens hier war die internationale Fußballwelt schon in Ekstase aufgrund des recht kompletten Gesamtpaketes des noch so jungen Stürmers.

Daneben zeigte Jovic aber auch auf internationalem Niveau, zu was er fähig war: Mit zehn Treffern schoss er Frankfurt bis ins Halbfinale der Europa League, wo sich die Mannschaft von Adi Hütter erst im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea geschlagen geben musste. Der Zug war schließlich nicht mehr aufzuhalten und so folgte Jovic zur Saison 2019/20 den Lockrufen von Real Madrid. Den eigenen Ansprüchen konnte Jovic beim spanischen Rekordmeister jedoch nie wirklich gerecht werden. Lediglich 21 Liga-Einsätze, sechs davon von Beginn an, bei nur zwei Toren sind eine zweifellos enttäuschende Bilanz nach anderthalb Jahren. Das Kapitel Real schien zu einem ähnlichen Karriereknick zu führen wie einst die Station bei Benfica Lissabon.

Für Frankfurt gab es nach dem Abgang von Bas Dost in diesem Winter jedoch noch Handlungsbedarf im Sturm. Dass die Rückholaktion des einst so gefeierten Stürmers, wenn zunächst auch nur zur Leihe, gelungen ist, darf dennoch als absoluter Coup gefeiert werden. Die Qualitäten von Jovic sind hinlänglich dokumentiert, er kennt das Umfeld und hat bereits im zweiten Jahr, seinem besten, unter Adi Hütter gespielt. "Ich habe mit ihm telefoniert", so Hütter: "Er hat alles daran gesetzt, dass er nach Frankfurt kommen kann Ich habe mich wahnsinnig gefreut, ihn wieder zu hören und er sich auch. Es ist ein sehr, sehr spezielles Signal nach außen, aber auch nach innen für unsere Mannschaft."

Kein Zweifel: die beiden Jahre, in denen Jovic bei der Eintracht seine Fußstapfen hinterließ, waren mit Abstand die erfolgreichsten des Clubs in diesem Jahrtausend. "Ich glaube, die Fans von Eintracht Frankfurt sind sehr glücklich. Wir sind sehr glücklich, dass Luka nach Hause zurückkehrt, wo er sich wohlfgefühlt hat, und dass wir eine super Option haben", ergänzte Sportvorstand Fredi Bobic. Und diese hat die Eintracht nun. Vor dem Duo Andre Silva (mit zwölf Saisontoren aktuell zweitbester Torjäger) und Jovic dürften noch so manche gegnerische Abwehrreihen vor enorme Probleme gestellt werden.