
Die perfekte Borussia: Dortmund gelingt Saisonstart nach Maß
Borussia Dortmunds perfekter Saisonstart mit neun Punkten aus drei Bundesliga-Spielen ist kein Zufall. Der BVB wirkt wie ein echter Titelaspirant und lässt die Konkurrenz aufhorchen. Das Erfolgsrezept liegt dabei vor allem in der Fülle an Gründen.
Niko Kovač war nach dem Heimerfolg von Borussia Dortmund bester Laune. Verständlich angesichts eines weitestgehend ungefährdeten 3:0-Siegs gegen den Aufsteiger SC Paderborn 07. "Wir haben hinten nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit, hatten wir dann genug gute Chancen. Ich war mit dem Auftritt über die 90 Minuten zufrieden. Wir haben das Spiel hochverdient gewonnen", analysierte der BVB-Trainer.
Durch den dritten Sieg im dritten Saisonspiel - dazu kommen Erfolge im DFB-Pokal und in der Champions League - gelingt Borussia Dortmund nach elf Jahren erstmals wieder ein perfekter Saisonstart. Zuletzt gelang dies in der Saison 2015/16 unter Thomas Tuchel. Insgesamt schafften die Schwarz-Gelben die optimale Punktausbeute aus den ersten drei Spielen zuvor erst viermal. Dabei wurde der BVB je zweimal Meister und zweimal Vize-Meister.

Doch Borussia Dortmund punktet derzeit nicht nur wie ein Spitzenteam, die Schwarz-Gelben agieren auch wie eins. Zwar leistete Paderborn vor allem in der ersten Hälfte durchaus Widerstand, doch die Kovač-Elf ließ sich nicht davon beirren und zog den eigenen Matchplan konsequent durch. Eigene Kompaktheit und schnelles Umschaltspiel gepaart mit der individuellen Klasse und der vollen Breite des Kaders – das Erfolgsrezept der Borussia ist vielfältig.
Besonderen Spaß macht in diesen Tagen das Offensiv-Duo aus Fabio Silva und Serhou Guirassy. Wechselten sich die beiden Stürmer in der vergangenen Spielzeit noch regelmäßig ab, dürfen sie seit dem Sommer regelmäßig gemeinsam ran - und harmonieren. Bereits unter der Woche hatte Guirassy das Zusammenspiel mit seinem Partner gelobt: "Wir spielen sehr gerne zusammen. Er ist ein super Spieler, ich bin froh für ihn. Es funktioniert gut zwischen uns beiden." Auch gegen Paderborn funktionierte es gut bei den beiden. Guirassy legte Silva den Führungstreffer auf, während Silva Guirassy ein ums andere Mal in aussichtsreiche Abschlusssituationen brachte.
Ein großer Trumpf scheint in den ersten Wochen dieser Saison auch die Bank zu sein. So trotzte der BVB gegen Paderborn den Ausfällen der beiden Top-Transfers des Sommers - Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias. Der Kader ist in der Breite so gut aufgestellt, dass es bei Wechseln im Laufe des zweiten Durchgangs keinen Qualitätsabfall im Dortmunder Spiel gibt. Gegen Paderborn kamen unter anderem Marcel Sabitzer, Maximilian Beier und Felix Nmecha von der Bank. Alle drei waren an den Treffern in der Schlussphase beteiligt, Nmecha erzielte sogar zwei Tore selbst. "Ich bin immer bereit, mein Bestes zu geben, und das habe ich auch heute gemacht", so der Doppeltorschütze, der selbstbewusst hinzufügte: "Ich freue mich auf das, was wir diese Saison leisten.“
Die Stimmung könnte beim BVB also kaum besser sein. Passend dazu meldete sich Kapitän Nico Schlotterbeck nach mehrmonatiger Verletzungspause zurück und stand direkt wieder in der Startelf. "Ich hatte das volle Vertrauen und richtig Bock auf das Spiel. Ich habe es extrem vermisst", freute sich der Nationalspieler über sein Comeback. Im kommenden Spiel beim VfB Stuttgart dürften für Schlotterbeck dann auch wieder 90 Minuten drin sein. Auch der Grieche Karetsas könnte wieder einsatzbereit sein und Kovač bei der Aufstellung Kopfzerbrechen bereiten - eine Aufgabe, der er sich sicher gerne stellt.
Was nach den ersten drei Spieltagen bleibt ist der Eindruck eines neuen, selbstbewussten und starken BVB, der trotz optimaler Punktausbeute noch lange nicht am Limit angelangt sein dürfte.
