Köln - Kreativ, originell und manchmal sogar richtig poetisch ging es in den ersten drei Teilen der Fanclub-Serie auf bundesliga.de zu. Kommt das beste nun zum Schluss? Können die Fans von Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim noch einmal einen drauf setzen? Die Antwort folgt auf dem Fuße.

Nach dem Katastrophenstart in die Bundesliga können die Fans von Borussia Mönchengladbach nach drei Siegen in Folge endlich wieder lachen. Auch das Wohlbefinden des Fanclubs "Fohlbefinden" dürfte sich dadurch verbessert haben. Und die "Arbeitsgemeinschaft Qualitätsfußball" hat wieder mehr Spaß an den Spielen der Borussia, der sogar in der Hauptstadt die Daumen gedrückt werden. Die "Fohlen des Bundestages" haben ihre Liebe zur Elf vom Niederrhein mit nach Berlin genommen. Eine fantasievolle Anspielung auf den Kultfilm "American Pie" liefern "Stiflers Dad's".

 Brasilianische Fußballgötter

Mit ihrem Ruf als Werksclub kokettieren die Fans von Bayer Leverkusen. So gibt es die offiziellen Fanclubs "Brööker Pillendreher", "Pillendreher" und sogar "Russische Pillendreher". Auf das Bayer-Premiumprodukt verweisen "Los Aspirinos". Sportlich wird es bei "Die TITAnen", die nicht etwa Oliver Kahn huldigen, sondern dem brasilianischen Offensivspieler Tita, der nur eine Saison brauchte, um zu einer Leverkusener Legende zu werden. 1987/88 schnürte Tita seine Schuhe für die Werkself und hatte großen Anteil am Gewinn des UEFA-Pokals.

Internationale Titel kann die TSG Hoffenheim zwar noch nicht vorweisen, aber die "Kraichgau Brasilianer" hätten mit Sicherheit auch ihre Freude am spektakulären Spiel von Tita gehabt. Der "1899 Fanclub Kuck und Schluck" trägt schon sehr subtil im Namen, wie die Mitglieder ihre Samstage am liebsten verbringen. Wenn dann noch brasilianisch gezaubert wird - umso besser.

Im Gegensatz zu Leverkusen und Hoffenheim hat der VfL Wolfsburg national schon alle Titel gewonnen. Satt sind die Mitglieder der "Schlemmerbrüder" deshalb aber noch lange nicht. Und auch der Fanclubname "Hackepeter" lässt darauf schließen, dass der Erfolgshunger noch nicht gestillt ist. Ein Grund, warum der VfL bereits Pokal und Meisterschaft gewinnen konnte, sind vielleicht "Die Anonymen Fußballgötter", die zwar nicht erkannt werden wollen, aber offensichtlich Wolfsburg unterstützen. Das kann in engen Spielen schon mal den Unterschied ausmachen.

 Bembel, Adler und schwäbische Mundart

Bei Eintracht Frankfurt tragen viele Fanclubs den Adler oder den typisch hessischen Bembel im Namen. An einen der legendärsten Momente der bewegten Vereinsgeschichte denkt der "EFC Fjörtoft" gerne zurück. Übersteiger, Tor, Nichtabstieg - damit hat sich der Norweger unsterblich gemacht. Nur den "EFC Sinnlos" lässt das völlig kalt.

Weiter südlich beim VfB Stuttgart wird die schwäbische Mundart gepflegt. Die "Schbordfreunde Schduddgard" tauchen vielleicht nicht im Duden auf, aber auf diese Liste haben sie es geschafft. Und das völlig zu Recht. Genau wie der Fanclub "Heiligs Blechle", dessen Ausruf des Erstaunens sich durchaus auf das unschwäbische Durcheinander der "Chaoszwerge" beziehen könnte. Und das ist weder gut für das Wohl- noch für das Fohlbefinden.

Florian Reinecke

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