Köln - Im dritten Teil der Fanclub-Serie auf bundesliga.de versuchen gleich vier Vereine, das kreative Niveau hoch zu halten. Oder tief, je nach Sichtweise. Wie schlagen sich die Ruhrpottclubs aus Dortmund und Schalke? Wie originell sind die Fans von Hannover 96 und des FC Augsburg? Diesen Fragen geht der dritte Teil auf den Grund.

Die Katerstimmung nach dem 1:5 im Klassiker gegen den FC Bayern ist bei Borussia Dortmund langsam verflogen. Beim Fanclub "Wir vernaschen den Gegner" steigt schon die Vorfreude auf den 9. Spieltag. Das bemerkenswerte Konzept des Fanclubs: Mit gemeinschaftlichen Kochen von typischen Gerichten aus der Region des Gegners stimmen sich die Mitglieder auf den Spieltag ein. In der nächsten Woche stehen also Mainzer Spezialitäten auf dem Speiseplan.

Sprachliche Erbe des Ruhrgebiets

Kulinarisch weniger raffiniert geht es beim Fanclub "Treue Bananen Ascheberg" zu und "Der geile Fanclub." präsentiert sich durchaus ein wenig unbescheiden. Dass Fußball ein Sport für jung und alt ist, belegt der "BVB Fanclub Seniorenzentrum zur Eulengasse". Bingo und Bundesliga müssen sich nicht widersprechen.

Wortgewandt zeigen sich auch die Fans des Revierrivalen Schalke 04. Der Fanclub "Libuda seine Enkel" verkörpert nicht nur das sportliche, sondern auch das sprachliche Erbe des Ruhrgebiets. "Blauer Beton Effeln" erinnert an Huub "Die Null muss stehen" Stevens. Im Gegensatz zum "Knurrer von Kerkrade" können sich die Mitglieder des "UUUiiii-Fan-Clubs" nicht über einen Mangel an Vokalen beschweren.

Weite Wege gehen die Mitglieder der "Königsblauen Wattwürmer" aus Borken und des Fanclubs "654 Kilometer Schalke" aus Walterswil in der Schweiz. Die Schweizer haben die Strecke zu einem Heimspiel in ihren Namen integriert. Mit Rückweg werden daraus sogar 1308 Kilometer Schalke. Das ist wahre Liebe!

Ein Hallerluja auf die Puppenkiste

Wer auf dem Weg aus der Schweiz nach Gelsenkirchen einen etwas größeren Schlenker macht, kommt an Augsburg vorbei. Und dem größten Sohn der Fuggerstadt, Helmut Haller, gedenkt der FCA-Fanclub "Hallerlujah". Die Zirbelnuss des Clublogos inspirierte die Gründer der "BURNING NUTS" und die "Wilde 13 Augsburg" nimmt eine Geschichte der weltbekannten Puppenkiste als Grundlage.

Niedersächsisch nüchtern bringen die "SechsUndNeunzigGutFinder" ihre Vorliebe für Hannover 96 zum Ausdruck. Richtig heiß geht es beim Fanclub "sechsundneunzig-Grad" her. Mit hohen Temperaturen haben die "Schlankomaten" aufgrund ihrer makellosen Figur keine Probleme. Zumindest, wenn die Gründer ihr Gewicht gehalten haben. Der Club wurde nämlich schon 1999 ins Leben gerufen. Und in 16 Jahren kann viel passieren. Selbst, wenn man nicht vor jedem Bundesliga-Spieltag gemeinsam kocht. Fortsetzung folgt...

Florian Reinecke

Die originellsten Fanclubnamen - Teil 1

Die originellsten Fanclubnamen - Teil 2