
Warum Jürgen Klopp perfekt zum DFB passen würde: Der Motivator
Julian Nagelsmann und der DFB gehen nach der enttäuschenden WM getrennte Wege, der Verband wird mit dem bereitwilligen Jürgen Klopp über die Übernahme des Bundestrainerpostens sprechen. Einigt sich der DFB mit dem Trainerroutinier, muss er unter ihm eine neue Identität entwickeln.
Dafür bringt Klopp beste Voraussetzungen mit, gelang ihm doch genau das bei seinen vorherigen Stationen als Coach beim FC Liverpool, bei Borussia Dortmund und dem 1. FSV Mainz 05. Liverpool führte der mittlerweile 59-Jährige zurück in die Weltspitze, den BVB ebenfalls zurück in den Kreis der europäischen Spitzenteams und Mainz erstmals in die Bundesliga.

Wille und Zusammenhalt
Die Grundlage für diese sportlichen Erfolge legte Klopp während dieser Stationen durch sein großes Charisma, kaum ein Trainer kommt so sehr als Menschenfänger daher wie der gebürtige Stuttgarter. Klopp weiß nicht nur, wie er Kabinen für sich gewinnt, sondern auch Öffentlichkeit und Medien.
Bereits als Zweitligaspieler bei den 05ern auf dem Platz vor allem ein Kämpfer, strebte Klopp dabei immer an, seinen unbändigen Willen nach Siegen auf seine Schützlinge zu übertragen. In seinen Teams verankerte er zudem stets einen großen Zusammenhalt – unvergessen das "Versprechen", das sich alle Dortmunder Akteure 2010/11 vor der ersten Meistersaison seit 2002 mit einer Unterschrift gaben.
"Sich herausarbeiten, wenn einen alle abgeschrieben haben"
Taktisch gelang es Klopp in Mainz, beim BVB und bei den "Reds", eigene Schwächen durch entsprechende Maßnahmen weniger zum Tragen kommen zu lassen. Seit Januar 2025 übernimmt er bei der Red Bull GmbH als Global Head of Soccer ebenfalls vereinsübergreifend sportliche Verantwortung. Beim DFB kritisierte Klopp zuletzt die Nachwuchsförderung, die er jetzt mitverantworten könnte.
Und auch mit schlechteren Phasen kennt Klopp sich aus. "Krisen gehören im Fußball dazu", erklärte er mal bei einem Vortrag über Motivation. "Wer auf die Geschichte zurückblickt, stellt fest, dass es das Schönste ist, sich herauszuarbeiten, wenn einen alle schon abgeschrieben haben."

