
Champions League: Die epische Rivalität zwischen dem FC Bayern und Real Madrid
Seit 50 Jahren duellieren sich die Bayern mit den Königlichen – viele Spiele und Geschichten wird man nie vergessen.
Vor genau 50 Jahren kreuzten sich die Wege des FC Bayern München und von Real Madrid erstmals im Europapokal. Damals gab es zwei Halbfinal-Schlachten – inklusive eines gut aufgelegten Günter Netzers bei Real, 120.000 Fans im Santiago Bernabeu und einem Sepp Maier, der mit Klopapierrollen beworfen wurde.
Der "Clásico Europeo", wie das Duell in Spanien ehrfürchtig genannt wird, gab es seitdem weitere 29 Mal in internationalen Vereinwettbewerben. Zwölf der Partien gewann der deutsche Rekordmeister, 13 konnte Real für sich entscheiden, nur vier Spiele endeten unentschieden. Eine ziemlich ausgeglichene Bilanz also.

"La Bestia Negra"
"Uns erwarten zwei große Spiele gegen eine Mannschaft, die meiner Meinung nach derzeit die beste in Europa ist", ordnete Kylian Mbappé den kommenden Kracher im Champions-League-Viertelfinale ein: "Aber wenn jemand den FC Bayern stoppen kann, dann ist es Real Madrid."
Doch auch in der spanischen Hauptstadt ist der Respekt groß. Denn der deutsche Rekordmeister hat sich in den vergangenen Jahrzehnten den Ruf als "Bestia Negra", also "Schwarze Bestie", erarbeitet. Die Bayern gelten aufgrund legendärer Duelle als Angstgegner der Madrilenen.
Erstes Spiel eskaliert komplett
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Das erste Europapokal-Duell 1976 zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid gilt bis heute als legendär. Beim 1:1 vor 120.000 Fans im Bernabéu flogen in der zweiten Halbzeit Klopapierrollen auf Sepp Maier, der sie seelenruhig aufsammelte, während er gemeinsam mit Franz Beckenbauer die Defensive ordnete. Auf der Gegenseite legte Günter Netzer mit einem langen Ball das Real-Tor vor.
Es war ein hitziges Spiel, nach dessen Abpfiff die Situation eskalierte: Ein Zuschauer stürmte den Platz, schlug erst Gerd Müller nieder und ging dann auf den Schiedsrichter los. Als "Loco del Bernabéu" gilt dieser Mann bis heute, der seinem Club eine Europapokalsperre einhandelte.
Müller selbst kommentierte die Szene mit Eisbeutel im Gesicht später trocken: "Der Zuschauer hat erst mir eine gegeben, dann ist er auf den Schiedsrichter zugelaufen, und dann hat der Sepp ihn erwischt." Im Rückspiel traf Müller zweifach und sorgte für das bayerische Weiterkommen.

Die größten Duelle
Seitdem sind viele weitere Spiele unvergessen. Auch und gerade weil es neben dem Platz häufig hitzig zuging. 1981 geriet der FC Bayern München beim Freundschaftsturnier "Trofeo Santiago Bernabéu" in Madrid derart mit dem Schiedsrichter aneinander, dass im Spiel um Platz drei schließlich die komplette Mannschaft vom Platz gestellt wurde.
Sechs Jahre später rang Bayern im 4:1 im Halbfinal-Hinspiel in München Real Madrid nieder und erreichte erneut das Finale. Überschattet wurde dieser sportliche Erfolg von einem brutalen Foul von Juanito an Lothar Matthäus, das eine fünfjährige Sperre der UEFA nach sich zog.
2012 schrieb das Duell ein weiteres großes Kapitel: Bastian Schweinsteiger verwandelte im Bernabéu den entscheidenden Elfmeter und schoss die Münchner ins "Finale dahoam". Zu diesem Zeitpunkt hatte Real in 20 Begegnungen mit Bayern lediglich sechs Siege gefeiert.

Der FCB hat eine Rechnung offen
In den vergangenen vier Aufeinandertreffen der beiden Teams haben die Madrilenen die Nase vorn: In den Halbfinals der Saison 2023/24 und 2017/18, im Viertelfinale 2016/17 und im Halbfinale 2013/14 setzten sich jeweils die Königlichen durch. Real steht auf Platz eins der ewigen Champions-League-Tabelle, Bayern auf Rang zwei. Nur die Königlichen (18) standen häufiger im Finale als der FCB (elf).
Vor zwei Jahren, noch unter Thomas Tuchel, ging das Hinspiel in München 2:2 aus. Das Rückspiel verlor der Rekordmeister nach einer Führung noch mit 1:2. Manuel Neuer patzte damals und hat noch eine Rechnung offen. Auch Harry Kane war einem Erfolg in der Champions League selten so nah. Jetzt will die "Bestia Negra" Rache nehmen.
