Eine Einheit: Die Bayern feiern den souveränen Auswärtssieg bei Atlético Madrid gemeinsam mit den Fans
Eine Einheit: Die Bayern feiern den souveränen Auswärtssieg bei Atlético Madrid gemeinsam mit den Fans - © IMAGO/Oscar Manuel Sanchez
Eine Einheit: Die Bayern feiern den souveränen Auswärtssieg bei Atlético Madrid gemeinsam mit den Fans - © IMAGO/Oscar Manuel Sanchez
bundesliga

Der "Dampfhammer", der auf alles eine Antwort hat

Der FC Bayern feiert bei Atlético Madrid einen beeindruckenden und in seiner Dominanz denkwürdigen Sieg. Warum der Erfolg mehr als nur ein Statement ist, weshalb das Metropolitano zum guten Omen werden könnte und wieso die Münchner einem "Dampfhammer" gleichen.

Zahlreiche Verletzungen, Sorgen um Trainer Vincent Kompany, Joshua Kimmichs Trauerfall in der Familie: Der FC Bayern München durcherlebt derzeit schwere Wochen. Die fünf Punkte und Platz 14 in der Tabelle nach den ersten drei Spielen der Ligaphase der Champions League sowie die Härteprüfung im Metropolitano, wo Atlético Madrid seit Anfang Mai unbesiegt war, machten die Ausgangslage für den deutschen Rekordmeister nicht gerade einfacher. 

Doch die Münchner fanden offenbar einen Weg, mit all diesen Widrigkeiten umzugehen und "auf alles eine Antwort zu haben", wie Manuel Neuer nach dem Spiel konstatierte. "Ich denke, der eine oder andere hat schon daran gezweifelt, dass wir hier gegen eine gute Mannschaft auswärts bestehen können. Gerade darauf eine Antwort zu geben, ist sensationell."

Karl und Laimer als Erlöser

Dabei war es nicht allein die von Neuer angesprochene "totale Dominanz von der ersten bis zur 93. Spielminute", mit der die Münchner den kritischen Stimmen begegneten. Auch die Torschützen lieferten ihre ganz persönlichen Antworten. Da wäre zum einen Lennart Karl, der mit seinen gerade einmal 18 Jahren zuletzt erstmals stärker in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt war. Mit seinem energischen Nachsetzen bei einem eigentlich schon verlorenen Ball und dem anschließenden perfekt getimten Chip über Atlético-Keeper Jan Oblak zeigte er auf dem Platz die perfekte Reaktion.

Zum anderen Konrad Laimer, der sich auch von zwei deutlich am Tor vorbeigegangenen Abschlüssen nicht entmutigen ließ und den Ball im dritten Versuch nach kurzem Verzögern hemmungslos unter die Latte nagelte. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Bayern derzeit von keinem Rückschlag zu stoppen sind. "Wir sind ins Spiel gegangen und wussten, was wir können. Es wird immer viel geschrieben, aber wir sind sehr überzeugt von unserem Kader und von den Spielern, die wir haben", fasste Laimer nach Abpfiff zusammen.

Die beiden Torschützen vereint: Konrad Laimer und Lennart Karl
Die beiden Torschützen vereint: Konrad Laimer und Lennart Karl - IMAGO/Maciej Rogowski

Neuer überholt Müller und Messi

So stand am Ende ein ungefährdeter 2:0-Sieg, der beim FC Bayern bereits wieder das Träumen auslöst – schließlich findet das Champions-League-Finale im kommenden Jahr im Metropolitano statt. "Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass wir hier gewonnen haben. Es ist natürlich ein harter, steiniger Weg für uns. Wir glauben daran, wir haben das in uns und wir geben alles dafür", erklärte Neuer, der mit seinem 164. Einsatz in der Königsklasse sowohl seinen langjährigen Teamkollegen Thomas Müller als auch Lionel Messi überholte. Damit belegt der fünfmalige Welttorhüter hinter Cristiano Ronaldo und Iker Casillas nun den dritten Platz in der ewigen Rangliste.

Dabei sei Neuers Einsatz, wie er selbst sagte, bis zum Aufwärmen nicht sicher gewesen, da er noch am Morgen vor dem Spiel über Schmerzen in seinem lädierten Fuß geklagt hatte. "Es war keine leichte Situation für mich in den vergangenen Tagen und Wochen. Ich bin mega happy, dass ich heute auf dem Platz stehen konnte."

"Bayern war ein Dampfhammer"

Und das nun also zum 164. Mal in der Champions League. "Ich wusste ja, dass ich gleichgezogen bin mit Thomas und mit Messi. Ich kann auch nichts dafür, dass die so früh gewechselt sind", entgegnete Neuer mit einem schelmischen Grinsen auf die Frage nach seiner Bestmarke.

Es blieb also dabei: An diesem Abend hatte der FC Bayern auf alles die passende Antwort. Oder wie es die spanische Sportzeitung Marca formulierte: "Bayern war ein Dampfhammer – fußballerisch und auch im Hinblick auf Entschlossenheit war das für Atlético eine Nummer zu groß."

Weitere Videos