Axel Witsel (l.) und Julian Weigl: Zwei der Garanten auf den BVB-Sieg in Leipzig - © Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images
Axel Witsel (l.) und Julian Weigl: Zwei der Garanten auf den BVB-Sieg in Leipzig - © Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images
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Borussia Dortmund bleibt auch ohne Leader Marco Reus in der Erfolgsspur

Leipzig - Borussia Dortmund bleibt auch nach der Winterpause das Maß der Dinge in der Bundesliga. Trotz des kurzfristigen Ausfalls von Leader und Kapitän Marco Reus sowie einiger weiterer Ausfälle von Leistungsträgern, insbesondere in der Abwehr, konnte der BVB das Top-Spiel bei RB Leipzig am Samstagabend gewinnen. Ein Fingerzeig in Richtung der Konkurrenz aus dem Süden der Republik.

Denn diese hatte, zum Beispiel in Form von Trainer Niko Kovac, zum Angriff auf die Borussia geblasen - und ihren Worten beim verdienten 3:1-Erfolg über die TSG Hoffenheim am Freitagabend auch Taten folgen lassen. "Wir sind da, wir sind präsent. Wir werden den BVB jagen und wollen irgendwann vorbeiziehen", sagte Kovac nach der Partie in Hoffenheim. Der Druck auf den Tabellenführer war vor dem Top-Spiel am Samstagabend also enorm, wartete mit RB Leipzig doch auch keine Laufkundschaft auf Schwarz-Gelb, sondern der Tabellenvierte, seines Zeichens seit saisonübergreifend zehn Spielen zuhause ungeschlagen.

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Umso bemerkenswerter, wie das Team von Lucien Favre die schwerwiegenden Ausfälle von Marco Reus, aber auch der Abwehrrecken Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou kompensierte. In der Offensive reichte eine starke erste halbe Stunde, in der das Spiel von den defensiven Mittelfeldspielern Axel Witsel und Thomas Delaney klug gelenkt und vom spritzigen Mario Götze in der Spitze angetrieben wurde, um gegen gut gestaffelte Sachsen durch Witsel in Führung zu gehen.

Roman Bürki sicherte dem BVB mit mehreren starken Paraden, wie hier gegen Sabitzer, den Sieg in Leipzig - imago/ActionPictures

Witsel als Dreh- und Angelpunkt, Bürki sichert den Sieg

Danach drehte Leipzig auf, setzte den BVB immer wieder mit schnell vorgetragenen Angriffen unter hohen Druck. Doch die Defensive des Spitzenreiters hielt diesem Stand. Besonders dank eines toll aufgelegten Roman Bürki im Tor der Westfalen, der seiner Mannschaft mehrfach mit exzellenten Paraden die Führung sicherte, auch wenn er sich einmal selbst durch einen Ausrutscher in arge Bedrängnis brachte. "Ich bin zufrieden, dass es am Schluss zum Sieg gereicht hat. Nach meinem kurzen Ausrutscher habe ich die richtigen Lösungen gefunden", sagte der Schlussmann nach dem Spiel, bemerkte aber: "Wir haben viel zugelassen und hätten vorne die eine oder andere Chance konsequenter zu Ende spielen können."

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Am Ende reichte es trotzdem, denn Axel Witsel knallte den Ball nach einer Ecke bereits nach 19 Minuten unter die Latte und von dort ins Leipziger Tor. "Wir wussten vorher, dass es ein schwieriges Spiel wird, weil Leipzig sehr druckvoll spielt. Wir sind gut ins Spiel gestartet, in der zweiten Halbzeit hatten wir nicht mehr so viel Ballbesitz", so der Belgier, der im Mittelfeld der Borussia der Dreh- und Angelpunkt war. "Wir sind glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Das erste Spiel der Rückrunde zu gewinnen, ist sehr wichtig. Ich freue mich, dass ich mit meinem Tor dazu beitragen konnte."

Schuss ins Glück: Axel Witsel knallt den Ball nach 19 Minuten ins Tor von RB-Keeper Gulacsi - imago/Jan Huebner

"Hilft uns, dass es auch ohne Marco funktioniert"

Und auch Lucien Favre war hochzufrieden mit dem Rückrundenstart. "Die Mannschaft hat eine große Leistung erbracht. Es ist nicht einfach hier. Es ist das erste Mal, dass Leipzig in dieser Saison zu Hause verloren hat", sagte der BVB-Trainer. Mit dem Einsatz von Julian Weigl, der wie schon im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Borussia Mönchengladbach eine starke Vorstellung auf ungewohnter Position in der Innenverteidigung ablieferte, hatte der 61-Jährige einmal mehr ein gutes Händchen bewiesen. Ebenso mit der Hereinnahme von Maximilian Philipp auf Reus' Position hinter der Spitze.

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Dass Borussia Dortmund auch ohne Anführer Marco Reus in solch schweren Spielen bestehen kann, dürfte das ohnehin schon große Selbstbewusstsein der Schwarz-Gelben noch weiter steigern. "So wollen wir auch in den nächsten Wochen auftreten", sagte Roman Bürki. "Es hilft uns, dass wir gesehen haben, dass es auch ohne Marco funktioniert. Mit ihm ist es natürlich einfacher, weil er eine hohe Spielintelligenz hat und den Unterschied machen kann. Aber auch in der Abwehr hatten wir viele Ausfälle und haben trotzdem zu Null gespielt. Ich bin stolz, solche Jungs vor mir zu haben." Selbst wenn der FC Bayern den Druck auf Dortmund in den kommenden Wochen weiter erhöhen wird, dürfte dem BVB in dieser Verfassung nicht bange werden...

Dennis-Julian Gottschlich

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