Borussia Mönchengladbach feiert den Derbysieg in Köln - © Frederic Scheidemann/Getty Images
Borussia Mönchengladbach feiert den Derbysieg in Köln - © Frederic Scheidemann/Getty Images
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Souveräner Derbysieg: Borussia Mönchengladbach kommt ins Rollen

Wenn man als eines der Top-Teams aus der letzten Spielzeit zum Saisonstart hinter den Erwartungen bleibt, ist es nicht immer einfach. Das hat auch Borussia Mönchengladbach zu spüren bekommen. Nach einer Niederlage und einem Unentschieden folgte aber der Derbysieg gegen den 1. FC Köln, auf den die Borussia nun aufbauen will.

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Den Saisonauftakt hat man sich bei Borussia Mönchengladbach wahrscheinlich anders vorgestellt: 0:3 verloren die Fohlen beim Vizemeister Dortmund, im ersten Heimspiel der Saison holten sie nur ein 1:1 gegen den 1. FC Union Berlin. Im Derby gegen den 1. FC Köln folgte dann die Initialzündung. 3:1 gewann die Rose-Elf in Köln und feierte den ersten Saisonsieg. "Es tut gut, die ersten drei Punkte eingefahren zu haben, jetzt sind wir richtig in der Saison angekommen", zeigte sich Cheftrainer Marco Rose nach dem Duell zufrieden.

An den ersten drei Spieltagen holten die Fohlen also vier Punkte und haben damit exakt dieselbe Ausbeute wie nach drei Spieltagen in der Vorsaison, als man sich erstmals seit 2015/16 wieder für die Champions League qualifizieren konnte. Und auch das Torverhältnis ist nach drei Spieltagen fast identisch zur Vorsaison. Die Gladbacher erzielten wie 2019/20 vier Treffer an den ersten drei Spieltagen und kassierten in der laufenden Saison lediglich einen Gegentreffer mehr (fünf) als letzte Spielzeit (vier).

Möglicherweise kann ausgerechnet Lieblingsgegner und Dauerrivale Köln der Kickstarter für die Fohlen-Saison sein. Zum 51. Mal besiegten die Gladbacher am vergangenen Wochenende den FC in der Bundesliga – das ist ebenso Vereinsrekord wie die 180 Tore, die die Borussia nun gegen Köln erzielte. 17 Torschüsse gab Gladbach in Köln ab und damit mehr als doppelt so viele wie noch im ersten Auswärtsspiel beim BVB (da nur acht und selbst zu Hause gegen Union waren es nur 14).

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Neue Nationalspieler

In Jonas Hofmann und Florian Neuhaus hat die Borussia im Mittelfeld zwei vielversprechende Mittelfeldspieler, die in der anstehenden Länderspielpause auf ihre Premiere in der A-Nationalmannschaft hoffen dürfen. Hofmann legte den ersten Gladbacher Saisontreffer gegen Union und die ersten beiden Treffer in Köln vor, war somit für die ersten drei der vier Gladbacher Saisontore als Vorbereiter zuständig. Das macht ihn auch zum Gladbacher Topscorer. Der 28-Jährige wurde für seine Leistungen erstmals in die Nationalmannschaft berufen und erklärte nach dem Sieg gegen Köln, dass die Woche nicht besser hätte laufen können.

Neuhaus stand in allen drei Bundesliga-Spielen in der Startelf und wusste mit 64 Prozent gewonnenen Zweikämpfen (Bestwert bei Gladbach) als Sechser zu überzeugen. Auch er könnte erstmals im DFB-Dress auf dem Platz stehen. Der 23-Jährige stand in den letzten beiden Länderspielen im September erstmals im Kader, wurde aber nicht eingewechselt.

Auch Marco Rose ist Stolz auf seine Schützlinge: „Klar, will ich meine Jungs spielen sehen. Es wäre ein besonderer Moment, wenn sie zum ersten Mal für Deutschland spielen könnten“, sagte der 44-Jährige nach dem Derbysieg.

Offensive kommt in Schwung

Zum Saisonauftakt musste Marco Rose noch auf seine Topscorer der vergangenen Spielzeit verzichten, jetzt kommen Alassane Plea und Marcus Thuram immer besser in Schwung. Die beiden Torjäger der Borussia aus der Vorsaison (jeweils zehn Treffer) brachten die Fohlen an den letzten beiden Spieltagen jeweils mit 1:0 in Führung. Thuram gelang dies gegen Union Berlin, Plea in Köln.

Auch auf ihren Kapitän Lars Stindl können sich die Fohlen verlassen. Der 32-jährige stand in allen drei Partien in der Bundesliga in der Startelf, gab die meisten Torschüsse alle Gladbacher ab (sechs, wie Alassane Plea) und erzielte in Köln per Strafstoß auch sein erstes Saisontor.

Ein neues Erfolgsrezept unter Marco Rose scheinen die Standards zu sein. Borussia Mönchengladbach erzielte drei seiner vier Saisontore nach Standards (zwei Ecken, ein Elfer) - kein Team traf in der Bundesliga häufiger nach ruhenden Bällen. Dazu zählte auch Stefan Lainers erstes Saisontor gegen Köln nach einer Ecke, mit dem er bereits nach drei Spieltagen seine Vorjahresausbeute einstellte. Lainers Treffer war auch deswegen bemerkenswert, weil es bereits der zweite Treffer der Fohlen in dieser Spielzeit nach einer Ecke war (Bundesliga-Spitze, beide getreten durch Hofmann). Das sind schon nach drei Spieltagen genauso viele Tore nach Ecken wie in der kompletten letzten Saison.

Borussia Mönchenglabach kommt langsam ins Rollen und findet zur alten Form zurück. Auch wenn der Saisonstart etwas holprig war, weiß man bei den Fohlen, wo die Reise am Ende noch hingehen kann.