
Trainer-Legende Favre gibt Entscheidung über Zukunft bekannt
In einem seltenen Gespräch blickt Lucien Favre auf seine lange Trainerkarriere zurück und spricht über Arbeit, Zeit und einen Lebensrhythmus, der kaum Raum für Stillstand ließ.
Fast drei Jahre nach seinem letzten Auftritt an der Seitenlinie bei seiner letzten Trainerstation in Nizza meldet sich Lucien Favre erstmals wieder ausführlich zu Wort. In seinem Haus in der Schweiz blickt der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und und Hertha BSC auf seine Karriere zurück.
"Ich war eigentlich ständig beschäftigt. Jetzt bin ich 68 – die Zeit ist unglaublich schnell vergangen. Mein Alter habe ich kaum wahrgenommen, weil ich immer eingebunden war, immer Arbeit hatte. So, wie es jetzt ist, passt es für mich", sagt er.
"Ich habe mich schon vor längerer Zeit entschieden", gab er im "Blick"-Interview bekannt. Somit wird er nicht mehr als Trainer an jeglichen Seitenlinien zu sehen sein. Ab 2007 begann Favres prägende Zeit in Deutschland. Mit Hertha, Gladbach und Dortmund stand er insgesamt 393 Mal im deutschen Oberhaus an der Seitenlinie.
Besonders bei den Fohlen am Niederrhein ist auch heute noch eine Identifikationsfigur: Nach dem dramatischen Klassenerhalt 2011 formte er die Mannschaft innerhalb weniger Jahre zu einem Champions-League-Teilnehmer. Der dreifache Bundesliga-Trainer des Jahres verrät zudem, dass ihn 2012 eine Abordnung des FC Bayern München in Düsseldorf persönlich getroffen habe.
Favre gilt als Entwickler und Veredler von Spielern. Zahlreiche Karrieren tragen seine Handschrift – darunter jene von Granit Xhaka, Erling Haaland oder Jude Bellingham. Genauso wie diese Weltstars, die ihrem Förderer viel zu verdanken haben, verneigt sich die Bundesliga vor Favres toller Karriere, die er nun beendet hat.

