Patrick Herrmann bereitet den Fans von Tabellenführer Borussia Mönchengladbach aktuell jede Menge Freude - © imago/Jan Huebner
Patrick Herrmann bereitet den Fans von Tabellenführer Borussia Mönchengladbach aktuell jede Menge Freude - © imago/Jan Huebner
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Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmann findet unter Trainer Marco Rose zu alter Stärke

Patrick Herrmann ist aktuell ein Schlüsselspieler bei Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. Eine entscheidende Rolle in seiner bemerkenswerten Entwicklung spielt der neue Trainer Marco Rose. Doch es gibt zahlreiche Gründe, warum es für den 28-Jährigen in Gladbach so gut läuft.

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Nach seinem Doppelpack gegen den SV Werder Bremen am elften Spieltag stand Patrick Herrmann auf dem Stadionzaun und jubelte. Die Fans von Borussia Mönchengladbach ließen den Doppelpacker hochleben, feierten den 28-Jährigen, der den Weg zum 3:1-Sieg der Fohlen gegen die Hanseaten geebnet hatte. Herrmann selbst war das gar nicht so recht, denn er bleibt nach eigenem Bekunden schließlich gern im Hintergrund und gibt den Teamplayer. Wohl auch deshalb lenkte er den Blick von seinem persönlichen auf den mannschaftlichen Erfolg und sagte: "Meine bisherigen elf Jahre bei Borussia sind ziemlich deckungsgleich mit der Entwicklung, die der Verein genommen hat."

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Seit 2008 spielt er für die Elf vom Niederrhein, absolvierte in der Bundesliga 254 Partien, in denen er 44 Tore erzielte. Gemessen daran ist seine Trefferquote in dieser Saison deutlich besser: Nach neun Spielen steht der Außenstürmer bei vier Toren. Ist es ein Zufall, dass die Mannschaft von Trainer Marco Rose auf Platz eins steht, während Herrmann seinen persönlichen dritten Frühling erlebt?

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So oder so: Der zweimalige Nationalspieler profitiert in erster Linie davon, dass seit dieser Saison Marco Rose neuer Taktgeber der Fohlen ist. "Marco spricht uns sehr direkt an und in kurzen Sätzen. Ich mag es, einen Trainer zu haben, der dich kurz vor dem Anpfiff nochmal richtig pusht. Er steht dann an der Kabinentür und klatscht dich ab", beschreibt Herrmann, für den es in dieser Saison ein absolutes Novum in seiner fußballerischen Karriere gab.

Als er bei der 0:2-Niederlage der Borussia beim 1. FC Union Berlin über 90 Minuten auf dem Rasen stand, da hatte sein Trainer ihm etwas ermöglicht, das keiner seiner Vorgänger geschafft hatte. Herrmann absolvierte erstmals drei Bundesliga-Partien in Folge über die komplette Distanz. Ein beinahe schon spaßiger Nebeneffekt war dabei, dass sich durch dieses Novum sein persönlicher Rekord verschob. Denn Herrmann, der so oft wie kein Gladbacher in einem Bundesliga-Spiel vom Platz genommen wurde (139 Mal), hätte in puncto Auswechslungen mit dem bisherigen Rekordhalter Halil Altintop gleichgezogen.

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Herrmann nahm das - wie könnte es auch anders sein - sportlich: "Der Rekord ist im Moment aufgeschoben. Aber den nehme ich mir dann irgendwann schon gerne mit, weil ich ja auch entsprechend oft in der Startelf dann gestanden habe. Dass sich das rauszögert, damit habe ich natürlich gar kein Problem." Warum sollte er auch eines haben? Dass der Rekord-Teilzeitarbeiter der Gladbacher nun regelmäßig über die volle Distanz zum Einsatz kommt, findet er durchweg positiv: "Ich spiele durch, ich muss sagen, ich fühle mich richtig gut und fit, ich kann bis zum Ende Gas geben. Die Laufdaten zeigen das ja auch."

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Ohnehin: Das Bemühen kann und konnte man Herrmann nie absprechen – er ist engagiert und schnell. In der Saison 2018/19 lag seine gemessene Höchstgeschwindigkeit bei 33,9 km/h - damit ist er ein guter Konterspieler. Und diese Stärke spielt er oft aus: Seine 29 Sprints, die er durchschnittlich pro Spiel hinlegt, sind Höchstwert aller Fohlen. Das drückt sich auch in der gesamten Laufleistung aus. Kein Spieler im Dress der Borussia läuft so viel wie Herrmann (12,1 Kilometer).

Unter dem neuen Trainer Marco Rose fand Patrick Herrmann zurück in die Stammelf von Borussia Mönchengladbach - imago images/Eibner

Mit 28 Jahren ist der 1,79 Meter große und 70 Kilogramm leichte Offensivspieler in einer Phase seiner Laufbahn, die wohl schöner nicht sein könnte. Erst kürzlich brachte Ehefrau Sandra Söhnchen Leonard zur Welt, mit der Borussia steht er auf dem Spitzenplatz. Und trotz der 0:2-Niederlage bei den Köpenickern, bei der Herrmann zu den wenigen Lichtblicken im Team von Marco Rose zählte, konnten die Fohlen Platz eins in der Tabelle halten.

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Ob er in dieser Spielzeit an seine erfolgreichsten Zeiten anschließen kann? Unter dem früheren Trainer Lucien Favre lief es zwischen 2011 und 2015 für Herrmann am besten. In dieser Phase konnte er regelmäßig mit zweistelligen Scorer-Werten aufwarten. Danach blieb er - auch wegen Verletzungsproblemen - in jeder Spielzeit einstellig. Die Bedingungen dafür sind in dieser Saison jedenfalls hervorragend. Der Offensivspieler aus dem saarländischen Uchtelfangen sagt selbst: "Wir haben in der Mannschaft ein besonderes Miteinander. Immer respektvoll, positiv." Und schließlich: "Der Trainer hat einen großen Anteil daran."

Dominik Hamers