Paco Alcacer erlöst den BVB in der Nachspielzeit - © DFL Deutsche Fußball Liga/Lukas Schulze
Paco Alcacer erlöst den BVB in der Nachspielzeit - © DFL Deutsche Fußball Liga/Lukas Schulze
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Nachspielzeit-Experte Paco Alcacer führt Borussia Dortmund an die Spitze

Köln - Durch den Doppelpack von Paco Alcacer hat Borussia Dortmund auch ohne Neu-Papa Marco Reus, der am Samstagabend Vater einer Tochter geworden war, vor dem Klassiker gegen Bayern München wieder die Tabellenführung übernommen. Der Spanier bewies beim 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg wieder einmal seine Qualitäten als Nachspielzeit-Experte.

Beide Treffer gegen die Wölfe fielen nach der 90. Minute, so dass Alcacer mit nun fünf Saisontoren in der Nachspielzeit einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte.

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Und die Erleichterung stand den Spielern von Borussia Dortmund nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben: Wieder gewann das Team von Lucien Favre erst in der Schlussphase, nachdem man über 90 Minuten keine großen Chancen erspielen konnte. "Wir haben immer daran geglaubt ein Tor zu schießen. Umso besser war es, dass wir die beiden Treffer am Ende noch machen, auch wenn es etwas glücklich war", erklärte ein erleichterter Mario Götze nach dem Spiel gegen Wolfsburg.

Erst in der 91. Minute erlöste Paco Alcacer den BVB durch einen direkten Freistoß und schnürte kurz darauf nach einem schönen Konter sogar noch einen Doppelpack. Trotz des mühsamen Sieges in der letzten Sekunde bleibt Götze zuversichtlich: "Es ist wichtig zu wissen, dass wir bis zur letzten Minute kämpfen können und man uns nicht abschreiben sollte. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel in München."

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Der FC Bayern München ließ im Fernduell gegen den Sport-Club Freiburg wichtige Punkte liegen und kam nicht über ein 1:1 hinaus. Dadurch konnte Dortmund den Vorsprung auf den Rekordmeister wieder um zwei Punkte ausbauen.

Mit Glück, Geschick und Wille

Das Duell gegen VfL Wolfsburg war das zu erwartende schwere Spiel für den BVB. Über lange Zeit wirkten die Schwarz-Gelben ideenlos und hatten für ihre Verhältnisse wenige Chancen. Im Gegenzug hätten die Wölfe sogar durch Wout Weghorst in Führung gehen können. Dann war Lucien Favre sogar gezwungen gleich zwei Mal innerhalb von 20 Minuten auf der gleichen Position zu wechseln: Erst musste Abdou Diallo verletzt vom Platz, dann ging es nach kurzer Zeit für den eingewechselten Achraf Hakimi nicht mehr weiter. Somit gaben sich die Fans notgedrungen schon mit einem schwachen 0:0 zufrieden.

Doch die Dortmunder zeigten auch in diesem Spiel, was sich schon durch die ganze Saison zieht: ihre starke Moral und ihre Effektivität. "Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel, doch wir haben bis zur letzten Minute daran geglaubt. Das Ergebnis gibt uns Selbstvertrauen gegen Bayern, auf die wir uns jetzt vorbereiten müssen", sagte Innenverteidiger Manuel Akanji nach dem Spiel.

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"Mit breiter Brust nach München"

Neben der geschlossenen Mannschaftsleistung können sich die Dortmunder natürlich bei ihrem Torschützen Paco Alcacer bedanken. In seinen drei letzten Einsätzen schoss der Spanier vier Tore, nachdem er in sieben Einsätzen vergeblich auf einen Treffer wartete. Pünktlich zum Showdown in München ist der Torjäger also wieder in Topform und bereit, die Tabellenführung zu verteidigen.

"Wir dürfen uns natürlich nicht zu sehr darauf verlassen immer so spät zu treffen, sondern müssen die Tore früher machen", warnte Michael Zorc. Dennoch blickt der Sportdirektor optimistisch auf das Spiel gegen den FC Bayern: "Wir sind glücklich, dass wir wieder Erster sind. Mit diesem Gefühl fahren wir selbstbewusst und mit breiter Brust nach München." Im Klassiker am 28. Spieltag könnten sich die Dortmunder weiter von den Münchnern absetzen. Wäre das dann schon die Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft?

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Simon Schmortte