Nach der deutlichen Niederlage in München muss der BVB sich möglichst schnell wieder aufrichten - © imago images / ULMER Pressebildagentur
Nach der deutlichen Niederlage in München muss der BVB sich möglichst schnell wieder aufrichten - © imago images / ULMER Pressebildagentur
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Das macht Borussia Dortmund nach Klassiker-Niederlage gegen Bayern Hoffnung

Köln - "Das war eine Lehrstunde für uns" analysierte Lucien Favre nach der 0:5-Niederlage im Spitzenduell gegen den FC Bayern München trocken. Borussia Dortmund bekam am 28. Spieltag im Klassiker die Grenzen aufgezeigt und hatte nicht den Hauch einer Chance. Trotzdem ist im Rennen um die Meisterschaft noch alles möglich.

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In den Katakomben der Münchner Allianz Arena wollte davon jedoch zunächst niemand in Schwarz-Gelb etwas wissen. Irgendwo zwischen schockiert, ratlos und extrem enttäuscht traten die Borussen vor die Pressevertreter: "Wir haben heute katastrophal gespielt. Ich habe dafür im Moment noch keine Erklärung", sagte Kapitän Marco Reus, der noch unter der Woche überraschend offensiv vom Ziel der Meisterschaft gesprochen hatte. Wenn er die Schale in den Händen hielt, könne der frisch gebackene Vater dann auch endlich die Geburt seiner Tochter feiern.

Nach Feiern war im Anschluss an die Partie gewiss nur den Münchnern zumute, die dem BVB im Duell um den Titel schonungslos seine Schwächen aufzeigten: Probleme im Defensivkopfball, speziell bei Ecken, dazu individuelle Fehler, wie der vertändelte Ball von Dan-Axel Zagadou vor dem 2:0 von Robert Lewandowski. Ganz nebenbei das 200. Bundesliga-Tor des ehemaligen Dortmunders. "Wenn jede gegnerische Ecke eine Torchance ist, kannst du hier nicht bestehen", analysierte Abwehrchef Manuel Akanji. Der BVB zeigte ausgerechnet beim Klassiker die schlechteste Saisonleistung.

Doch so groß der Klassenunterschied an diesem Spieltag auch war, ist die Meisterschaft mitnichten entschieden. Bei noch sechs verbleibenden Spielen hat der FC Bayern gerade einmal einen Punkt Vorsprung. "Wenn wir gewinnen, ist noch nichts entschieden. Wenn wir Unentschieden spielen, ist es noch nicht entschieden. Und wenn wir verlieren, ist es auch noch völlig offen", hatte Favre bereits in der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt.

Zu viel Respekt hätte man noch vor den kommenden Aufgaben. Rein auf dem Papier hat Bayern sogar das schwierigere Restprogramm. An den letzten beiden Spieltagen bekommt es der Rekordmeister noch mit RB Leipzig und Eintracht Frankfurt zu tun, beide derzeit auf Champions-League-Kurs. Hinzu kommt am 30. Spieltag eine gewiss nicht leichte Aufgabe gegen 2019 noch ungeschlagene Bremer.

Gegen Werder muss Dortmund am 32. Spieltag zwar auch noch ran, doch abgesehen davon hat die Elf von Luvien Favre sonst nur noch Mönchengladbach aus dem oberen Drittel der Tabelle als Gegner. Favre weiß aber auch: Gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Augsburg, Düsseldorf oder Hannover ließ der BVB in dieser Spielzeit wichtige Punkte liegen.

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Als am Sonntagmorgen dann ein wenig Wasser die Ruhr heruntergeflossen war, gaben sich auch die Dortmunder wieder etwas mutiger: "Natürlich wollen wir noch Meister werden", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei Sky und fügte hinzu: "Spätestens am Dienstag werden die Bayern merken, dass sie auch nur drei Punkte für den Sieg bekommen haben und wir werden realisieren, dass wir nur einen Punkt hinter ihnen liegen."

"Die Saison ist noch nicht fertig", gab sich auch Manuel Akanji kämpfersich. "Leistungen wie gegen Bayern dürfen wir jedoch nicht mehr zeigen."

Karol Herrmann