Auf diese Spieler könnte es im Spitzenduell zwischen dem BVB und dem FCU ankommen - © DFL
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Borussia Dortmund gegen 1. FC Union Berlin: die Schlüsselduelle

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Verfolgerduell in der Bundesliga! Wenn am Osterwochenende der 27. Spieltag stattfindet, dann gibt es gleich zu Beginn (Samstag, 15.30 Uhr) ein Spitzenspiel! Zweiter gegen Dritter, oder auch Borussia Dortmund gegen den 1. FC Union Berlin. Zwei Punkte trennen die beiden Clubs in der Tabelle, und auch die Spitze ist nicht weit entfernt. Spannung ist also vorprogrammiert. Auf diese Schlüsselduelle wird es ankommen.

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Niklas Süle gegen Kevin Behrens

Süle fehlte Borussia Dortmund an den ersten beiden Spieltagen (Muskelverletzung), seitdem stand er immer im Kader und kam in 22 Bundesliga-Spielen auch zum Einsatz. Dabei pendelte der 27-Jährige zwischen den Positionen als Innen- und Rechtsverteidiger und gewann 62 Prozent seiner Zweikämpfe. Da er auch immer wieder außen in der Kette spielte, ist die Quote als besonders stark zu bewerten. Der Abwehrspieler ist im Verhältnis eher groß und schwer, gehört aber mit einer Spitzengeschwindigkeit von 35,0 km/h zu den schnellsten Profis in der Bundesliga - beim der Borussia brachte er es bereits auf 34,6 km/h. Süle ist viel in das Dortmunder Spiel eingebunden: Er war bislang im Schnitt 86 Mal pro 90 Minuten am Ball. Die Qualitäten des Nationalspielers liegen neben dem Verteidigen im Passspiel, Süle brachte 92 Prozent seiner Bälle zum Mitspieler - BVB-Bestwert!

Zu tun bekommt es der Dortmunder mit Behrens. Der Angreifer des 1. FC Union Berlin erzielte in dieser Bundesliga-Saison bislang sechs Tore (bei Union nur Sheraldo Becker mehr). Der Knoten bei Behrens platzte am 12. Spieltag. Vor allem in der Luft ist der 32-Jährige richtig stark, die Hälfte seiner Treffer erzielte er per Kopf. Nur sein Mitspieler übertreffen Mitspieler Danilho Doekhi und Werders Niclas Füllkrug kommen auf mehr Kopfballtore (jeweils 4). Nachdem sich Behrens im ersten Saisondrittel meist mit der Jokerrolle hatte begnügen müssen, kam er zuletzt des Öfteren den Vorzug gegenüber Jordan. Dennoch: Der gebürtige Bremer kam neben Becker als einziger Unioner in allen 26 Spielen dieser Bundesliga-Saison zum Einsatz. Obwohl Behrens weniger als die Hälfte aller möglichen Einsatzminuten auf dem Platz stand, führte er ligaweit die viertmeisten Luftzweikämpfe (262) und setzte sich dabei in fast der Hälfte der Fälle durch.

Julian Ryerson gegen Josip Juranovic

Vorgänger trifft auf Nachfolger! Im Januar verließ Ryerson Union Berlin nach viereinhalb Jahren - und schloss sich dem BVB an. Seither ist er eine Konstante bei den "Schwarz-Gelben". In neun der elf Spiele seit Jahresbeginn stand er in der Startelf der Dortmunder. Für einen Flügelspieler fehlt es dem norwegischen Nationalspieler mitunter an Speed, er kommt in der Bundesliga nur auf eine Spitzengeschwindigkeit von 33,4 km/h. Auch sein Zweikampfverhalten ist mit 51 Prozent gewonnener Duelle (im BVB-Trikot) noch ausbaufähig. Dafür ist der 25-Jahre alte Ryerson extrem lauffreudig. In Dortmund lief er bislang 11,7 Kilometer pro 90 Minuten. Bei Union waren es weniger (11,3 Kilometer pro 90 Minuten), obwohl die Köpenicker zu den laufstärksten Teams der Bundesliga gehören (Rang zwei).

Bei den Berlinern spielt auf seiner Position jetzt Juranovic, der im Winter als WM-Dritter von Celtic Glasgow zu den Hauptstädtern kam. Am 17. Spieltag in Bremen debütierte der 27-Jährige in der Bundesliga und bereitete per Ecke den 2:1-Siegtreffer vor! Seine erste Torschussbeteiligung führte gleich zu einem Treffer – ein richtig guter Einstand. In der Offensive hat sich der kroatische Nationalspieler im Laufe seiner Karriere weiterentwickelt. Er schlägt passable Flanken, ist ballsicher und liebt das Kurzpassspiel. Juranovic ist also nicht nur in erster Linie Rechtsverteidiger, er kann aber auch etwas vorgeschoben auf der rechten Seite agieren oder nach links wechseln. Dort kann er dann auch seine Schnelligkeit ausspielen, offensiv wie defensiv. Hinter Becker ist Juranovic der zweitschnellste Köpenicker in dieser Saison (Topspeed von 34,4 km/h).

Jude Bellingham gegen Rani Khedira

Der Engländer Bellingham ist gerade einmal 19 Jahre alt und trotzdem bereits eine wichtige Stütze und ein Leistungsträger im Kader der Dortmunder. Er kam in 25 der 26 Bundesliga-Spiele 2022/23 zum Einsatz (24 Mal Starter) und war auch schon Kapitän. Von allen Mittelfeldspielern der Bundesliga war nur Bayerns Joshua Kimmich öfter am Ball als der Nationalspieler (72 Mal pro 90 Minuten). Bellingham gab beim BVB die meisten Torschüsse ab (46). Nur Julian Brandt war bei Dortmund an mehr Abschlüssen als Schütze oder Vorbereiter beteiligt als Bellingham (75). Mit vier Treffern hat er bereits seinen persönlichen Saisonrekord in der Bundesliga verbessert (vier Tore legte er zudem vor). Bellingham hat den Skill Balleroberer, er gehört damit zur Top 10 der Bundesliga-Spieler, die am häufigsten den Ball für ihr Team erobern (indem sie Zweikämpfe gewinnen oder Pässe abfangen). Der emotionale Leader und Lautsprecher bestritt ligaweit die drittmeisten Duelle (697, nur Randal Kolo Muani und Philipp Hofmann mehr) – gewonnen hat er in der Bundesliga die meisten (393). Seine Zweikampf-Bilanz von 56 Prozent ist stark und sehr ungewöhnlich für einen Spieler, der sich in so viele Duelle stürzt.

Aufstellungen, Taktik und mehr – im Bundesliga-FAQ

Im defensiven Mittelfeld der Unioner wird Bellingham auf Khedira treffen, der nun in seinem zweiten Jahr für die Eisernen aufläuft und unangefochtene Stammkraft ist. In dieser Saison fehlte er nur einmal wegen einer Gelb-Sperre. Der 29 Jahre alte Khedira ist mit seiner Erfahrung und seiner Cleverness ein Schlüsselspieler bei Union und zudem defensiv vielseitig einsetzbar (beim FCA agierte er auch als Mittelmann einer Abwehrdreierkette). Khedira führte Union auch schon als Kapitän aufs Feld und ist ein Stellvertreter von Christopher Trimmel. Wer es mit dem gebürtigen Stuttgarter zu tun bekommt, der hat kein leichtes Spiel. Khedira beging mit Abstand die meisten Fouls aller Köpenicker (45) und sah die meisten Gelben Karten (sieben). Für einen Sechser gewann er solide 51 Prozent seiner Zweikämpfe. Er ist ein richtiger Arbeiter, spulte bei Union die meisten Kilometer ab (267,2 Kilometer) und läuft so Räume und Passwege zu. Das wird nicht einfach werden für Bellingham.

Emre Can gegen Janik Haberer

Can ist das Gesicht der BVB im Jahr 2023. Von seinen zwölf Startelfeinsätzen (plus sieben Einwechslungen) waren neun in diesem Jahr. Sein Vorteil ist vielleicht auch ein Nachteil, denn Can kann viele Positionen spielen, agierte in seiner Zeit beim BVB als Innen- und Rechtsverteidiger in einer Viererkette, in einer Dreierkette und im defensiven Mittelfeld. Edin Terzic setzte ihn in dieser Saison nur als Sechser ein, 2023 zeigte seine Formkurve nach oben. So sammelte er in seinen letzten drei Bundesliga-Partien seine bisherigen drei Scorer-Punkte (Tore gegen Leipzig und bei den Bayern – beim FCB per Strafstoß, Torvorlage bei S04). Cans Passquote ist diese Saison sehr stark und liegt bei 91 Prozent angekommener Zuspiele. Der 29 Jahre alte Nationalspieler gewann in dieser Bundesliga-Saison ordentliche 55 Prozent seiner Zweikämpfe, sah aber auch schon sechs Gelbe Karten - kein Dortmunder mehr. Can profitiert von seiner Schnelligkeit (35,1 km/h), nur Karim Adeyemi ist beim BVB schneller gewesen.

Seit Janik Haberer im Sommer an die Alte Försterei wechselte, gehört er bei den Berlinern zum Stammpersonal. Bei Trainer Urs Fischer ist der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler in der Regel als Achter gesetzt und fehlte nur zweimal, unter anderem am 5. Spieltag im Spitzenspiel gegen die Bayern, als er Vater wurde. Haberer ist mit fünf Treffern Unions drittbester Torschütze dieser Bundesliga-Saison und der erfolgreichste Mittelfeldspieler der Köpenicker. Zuvor hatte er es nie auf mehr als drei Saisontore gebracht. Der ehemalige U21-Nationalspieler hat einen richtig guten Schuss, seine drei Weitschusstreffer überbietet ligaweit einzig Freiburgs Vincenzo Grifo (vier). Seine insgesamt sechs Torbeteiligungen (fünf Tore, eine Torvorlage) überbieten bei den Eisernen nur die Stürmer Becker, Behrens und Jordan. Der U21-Europameister von 2017 scheut keine Zweikämpfe und ist sehr laufstark (diese Saison im Schnitt 11,5 Kilometer pro Spiel).