Zusammenfassung

  • Gegen Union Berlin läuft Julian Weigl als Kapitän für Borussia Dortmund auf.
  • Weigl: "Es spricht für uns als Mannschaft, dass wir das Spiel noch gedreht haben"
  • Für die kommenden Wochen soll der Schwung aus den vergangenen Partien mitgenommen werden.

Dortmund - Tabellenführer Borussia Dortmund hat seine Erfolgsserie auch im Pokal fortgesetzt und bleibt nach dem allerdings hart erkämpften 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Union Berlin als einzige Mannschaft im deutschen Profifußball ungeschlagen. Als Kapitän durfte dieses Mal Julian Weigl die Elf auf den Platz führen, der nach der Partie im Interview über Rotation im großen Stil, Verletzungssorgen in der Abwehr und jede Menge Selbstvertrauen für die nächsten Spiele sprach.

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Frage: Julian Weigl, wie fühlt es sich an, als einzige Profimannschaft im deutschen Fußball noch ungeschlagen zu sein?

Julian Weigl: Ich denke, das gibt uns ein sehr gutes Gefühl. Gerade auch für Spiele, in denen es bis zum Schluss spannend ist. Wenn du weißt, dass du noch kein Spiel verloren hast und dass du die Siege im Rücken hast, dann hast du auch das Vertrauen in deine Jungs, dass irgendeiner vorne noch die Hütte macht. Diesen Schwung sollten wir unbedingt weiter mitnehmen in die nächsten Spiele und die nächsten Wochen.

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Frage: Gegen Union Berlin war es tatsächlich spannend bis zum Schluss. Woran hat es gelegen?

Weigl: Es war kein einfaches Spiel, Union hat es uns sehr schwer gemacht. Sie waren sehr aggressiv in den Zweikämpfen und auch gefährlich nach vorne. Wir haben ihnen immer wieder Räume gegeben, die wir so eigentlich nicht hergeben wollten. Trotzdem müssen wir unterm Strich einfach unsere Chancen nutzen und erst 2:0 und später 3:1 in Führung gehen. So haben wir zweimal den Ausgleich kassiert und das war bitter. Aber es spricht für uns als Mannschaft, dass wir es am Ende trotzdem noch gedreht haben.

"Es spricht für uns als Mannschaft, dass wir es am Ende trotzdem noch gedreht haben" Julian Weigl (Borussia Dortmund)

Frage: War besonders der Ausgleich zum 2:2 kurz vor Ende der regulären Spielzeit bitter, weil er so unnötig war?

Weigl: Das war eine Fehlerkette auf unserer Seite, die nicht sein muss, die aber mal passieren kann. Da merkt man auch, dass der eine oder andere vielleicht nicht so viel Spielpraxis hat. Wichtig war, dass wir immer weitergemacht haben. Wir haben uns immer wieder Torchancen herausgespielt, sind über die Seiten durchgebrochen und hatten hin und wieder auch etwas Pech. Unterm Strich haben wir verdient gewonnen.

Weigl:
Weigl: "für mich war es wichtig, mal wieder Spielminuten zu bekommen" © imago / Joachim Sielski

Frage: Einige Chancen gerade zum Spielende hin wurden fast leichtfertig vergeben. Kann man da nicht verzweifeln, wenn man das sieht?

Weigl: Union hat aufgemacht und ist komplett angelaufen. Da war es klar, dass wir ganz am Ende nochmal Chancen bekommen. Natürlich denkt man sich dann manchmal von hinten: Jetzt macht den Sack doch einfach mal zu! Aber es ist kein Problem, wenn du dann am Ende 3:2 gewinnst und in der nächsten Runde stehst.

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Frage: Alcacer, Reus, Sancho, Witsel – wann haben Sie zuletzt eine so starke Bank beim BVB gesehen wie gegen Union?

Weigl: (lacht) Ich finde unsere Bank immer gut! Aber das waren wirklich schon krasse Namen, die gegen Union auf der Bank gesessen haben. Für die Jungs war es einfach wichtig, für die nächsten Wochen nochmal ein bisschen Kraft zu tanken. Schließlich wollen wir die nächsten Spiele auch positiv gestalten.

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Frage: Wie schwierig war es denn für die Mannschaft, sich nach der Rotation im großen Stil aufeinander einzustellen?

Weigl: Es war schon nicht ganz einfach. Es waren viele Jungs dabei, die zuletzt nicht so viel gespielt haben oder auch länger verletzt waren. Da hast du natürlich keine Automatismen drin, als wen du schon viele Spiele zusammen gemacht hast. Das dauert dann ein wenig, aber nach den ersten Minuten haben wir uns immer besser frei gespielt und auch besser gefunden auf dem Platz. Ich finde, das haben alle ganz ordentlich gemacht.

"Nach den ersten Minuten haben wir uns immer besser frei gespielt und auch besser gefunden auf dem Platz. Ich finde, das haben alle ganz ordentlich gemacht." Julian Weigl (Borussia Dortmund)

Frage: Wie war es für Sie selbst, gleich 120 Minuten gehen zu müssen?

Weigl: Ich spüre meine Beine jetzt hinterher schon. Eigentlich sogar so ziemlich alles. Aber ich habe mich natürlich gefreut, auf dem Platz zu stehen. Und auch für mich war es wichtig, mal wieder Spielminuten zu bekommen.

Später Jubel im Pokalkrimi: Erst in der Verlängerung setzt sich Borussia Dortmund gegen Union Berlin durch
Später Jubel im Pokalkrimi: Erst in der Verlängerung setzt sich Borussia Dortmund gegen Union Berlin durch © gettyimages / Christof Koepsel

Frage: In der Defensive wird die Personaldecke langsam ganz schön dünn, nachdem jetzt auch noch Diallo schon in der Anfangsphase verletzt vom Platz musste.

Weigl: Diese Verletzungsseuche kann langsam mal aufhören. Ich hoffe, bei Diallo ist es nichts Schlimmes. Und ich hoffe, dass die anderen Jungs bald schon zurückkommen, die es wie Lukas Piszczek nicht so schlimm erwischt hat. Angesichts der vielen Ausfälle und Probleme war es für Ömer Toprak gut, dass er gegen Union über die volle Distanz spielen konnte. So konnte er Spielpraxis sammeln, wenn er in den nächsten Wochen gebraucht wird.

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Frage: Sonst müssen Sie am Samstag in Wolfsburg als Innenverteidiger aushelfen…

Weigl: Es stimmt, das habe ich auch schon mal gespielt. (lacht) Aber das muss wirklich nicht wieder sein.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte.