
"Die Gelbe Wand": Dortmunds historisch gute Defensive
Borussia Dortmund überzeugt in dieser Saison vor allem durch eine außergewöhnlich stabile Defensive, die selbst der FC Bayern nur knapp übertrifft. Mit nur zwei Niederlagen nach 28 Spieltagen spielt der BVB seine beste Bundesliga-Saison seit 60 Jahren.
"Das ist die ganze Saison schon so, dass wir mit Mentalität spielen. Wir haben wieder mal zu Null gespielt, und das in Stuttgart, wo das kaum anderen Teams gelungen ist." Mit diesen Worten fasste Nico Schlotterbeck den 2:0-Sieg von Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart zusammen.
Es sind Worte, die den Nagel auf den Kopf treffen. Schließlich war der BVB über die gesamte Spieldauer eher die passivere und ungefährlichere Mannschaft – und doch hielt das Team von Niko Kovač zum 13. Mal die Null und siegte durch zwei späte Treffer von Karim Adeyemi und Julian Brandt. Schlotterbeck musste nach dem Abpfiff zugeben, dass auch "ein bisschen Glück" zum Sieg beigetragen hat. Über die gesamte Saison hinweg betrachtet, hat Dortmunds defensive Klasse jedoch wahrlich nichts mit Glück zu tun...

Die zweitbeste Defensive der Bundesliga
Der BVB kassierte nach 28 Spieltagen 28 Gegentore – und ist damit das einzige Team, das defensiv mit dem FC Bayern München (27 Gegentore) mithalten kann. Die 13 Gegentreffer in der Rückrunde der Borussen sind sogar aktueller Bundesliga-Bestwert (gemeinsam mit Stuttgart und Hamburg) – der FC Bayern kassierte in der Rückrunde einen Gegentreffer mehr als der BVB.
Das hat man jedoch nicht nur der seit Kovačs Amtszeit bestehenden Dreierkette zu verdanken, sondern besonders auch Keeper Gregor Kobel. Der Schweizer Nationalkeeper wehrte starke 72 Prozent der Bälle auf sein Tor ab (letzte Saison nur 65 Prozent) und hat besagte 13 weiße Westen vorzuweisen. Letzteres ist alleinige Bundesliga-Spitze.
Nach dem Kraftakt gegen Stuttgart stellte der Schlussmann jedoch nicht sich selbst, sondern seine Teamkollegen in den Vordergrund. "Über die ganze Saison ist es die defensive Leistung, die uns trägt, die uns ausmacht, die das Fundament der ganzen Mannschaft ist", unterstreicht Kobel Dortmunds Defensivstärke.
Keine Zweikampfkrieger
Dennoch hat der BVB in dieser Saison nicht das zweikampfstärkste Team beisammen. Sowohl insgesamt (49,2 Prozent) als auch in der Defensive (49,4 Prozent) verlor der BVB mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe. Der zweikampfstärkste Borusse ist – wenig überraschend – Nico Schlotterbeck, der aber mit einer Zweikampfquote von knapp unter 60 Prozent bislang auch ungewohnt deutlich unter seiner persönlichen Bestleistung von 2022/23 (67 Prozent gewonnen) liegt.
Beim restlichen Stammpersonal in Dortmunds üblicher Dreierkette sieht das nicht viel anders aus: Waldemar Anton gewann 58 Prozent seiner Zweikämpfe, Niklas Süle 56 Prozent, Ramy Bensebaini sogar nur 53 Prozent – für Innenverteidiger ist das teilweise zu wenig. Der im Februar zu den Profis hochgezogene Luca Reggiani hingegen kommt zwar auf wenig Einsatzzeit (245 Minuten), gewann dabei aber immerhin 61 Prozent seiner Zweikämpfe.
So defensivstark wie seit 60 Jahren nicht mehr
Dennoch geben die Ergebnisse der Borussia Woche für Woche recht. So hat der BVB nach 28 Bundesliga-Spieltagen nur zwei Niederlagen auf dem Konto (jeweils gegen die Bayern) – so wenige wie seit der Saison 1965/66, also seit 60 Jahren, nicht mehr.
Die Schwarz-Gelben haben nun die letzten vier Bundesliga-Spiele gewonnen und sind mit 28 von 33 möglichen Punkten das beste Rückrunden-Team der Bundesliga – zwei Zähler vor den Bayern! Gegen die in dieser Sondertabelle drittplatzierten Stuttgarter gewann die Borussia am vergangenen Wochenende erstmals seit dreieinhalb Jahren. Zudem vergrößerte man den Abstand auf die Schwaben auf elf Punkte.
Der Sechstplatzierte und nächste Gegner des BVB, Bayer 04 Leverkusen, ist inzwischen sogar satte 15 Zähler entfernt. So steht es außer Frage, dass Schlotterbeck, Kobel und Co. die Werkself mit enorm breiter Brust empfangen werden – schließlich ist man Bayer 04 mit 60 zu 58 Toren auch noch offensiv leicht überlegen.
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