
Leverkusen - Leipzig: Neuer Trainer, neue Ideen - wer ist schon weiter?
Am 4. Spieltag empfängt Bayer 04 Leverkusen RB Leipzig im eigenen Stadion. Beide Topclubs wollen auch in dieser Saison wieder oben angreifen, vollziehen aber gleichzeitig einen Umbruch. Wer ist vor dem Spitzenspiel schon weiter bei seinem Umbau?
Der Blick auf die Tabelle ist schon beachtlich ähnlich. RB Leipzig hatte in der vergangenen Spielzeit nach dem dritten Spieltag sechs Zähler, zwei Siege und eine Niederlage eingefahren. Bayer 04 Leverkusen kam zum gleichen Zeitpunkt auf vier Zähler, demnach mit einem Erfolg und einem Remis. Abgesehen von Torbilanz und Tabellenplatz ist die Ausbeute aus dem Saisonstart also eine sehr ähnliche.
Doch der genauere Blick steht dagegen im absoluten Widerspruch. Es hat sich nämlich einiges in einem Jahr verändert. An den Seitenlinien stehen neue Trainer. Auf der einen Seite der ehemalige Topspieler und Vize-Weltmeister Martín Demichelis (unter anderem Bayern München, Manchester City, Atlético Madrid), auf der anderen Seite Stratege und Taktikfuchs Carles Martínez. Beide Trainer eint die Aufgabe: Sie sollen ihren Teams eine neue Handschrift verpassen und die soll möglichst erfolgreich sein. Stellt sich nur die Frage, bei welchem Club die Maßnahmen schon besser greifen?

Die Offensiven funktionieren
Die Saison ist jung und die vier beziehungsweise sechs Zähler auf den Konten noch nicht so richtig aussagekräftig. Eine Randnotiz, dass Martínez den dritten Spieltag erreicht hat, den vor einem Jahr Erik ten Haag noch verpasste. Ein Blick in die Daten lohnt sich da vielleicht schon mehr.
Offensiv scheint bei den beiden Teams bereits viel zu funktionieren. Leverkusen gab in den ersten drei Spielen stolze 67 Schüsse ab, kein anderes Team der Liga versuchte es öfter, Leipzig folgt auf Rang drei mit 60 Abschlüssen. Allerdings waren die Sachsen dabei neun Mal erfolgreich, nur Freiburg öfter. Die Rheinländer belegen in dieser Statistik mit acht Toren Platz vier.

Das Duell der Offensiv-Duos
Dabei verfügt Martínez über ein Luxusproblem. Patrik Schick traf in jedem der drei Ligaspiele. Zwar saß der Tscheche gegen den FC Augsburg zunächst nur auf der Bank, doch mit Christian Kofane wurde der Angreifer perfekt ersetzt. Denn der Stürmer nutzte seine Chance und erzielte bereits seinen zweiten Saisontreffer - und das bei 121 Minuten Einsatzzeit. Der Coach kann also in der Angriffsreihe variieren, ohne Torgefahr einzubüßen.
Bei Leipzig glänzt die Offensive unter anderem mit Antonio Nusa und Tidiam Gomis. Der Norweger kommt bereits auf vier Torbeteiligungen. Der Franzose kommt auf drei Scorer und damit auf mehr als in seinen anderthalb Jahren zuvor bei RB.

Ähnliche Spielidee
Auch bei der Spielidee scheint es Parallelen zu geben. Beide Teams setzen die Ballbesitz-Tradition ihrer Vereine fort. Leverkusen kommt bislang auf durchschnittlich 61 Prozent Ballbesitz und damit auf den zweithöchsten Wert der Liga, Leipzig folgt mit 59 Prozent. Beide Mannschaften fallen dagegen mit eher niedrigen Volumen-Zahlen auf. Die "Werkself" legt im Schnitt 114,3 Kilometer pro Partie zurück -ligaweit der zweitniedrigsten Wert. Leipzig kommt auf 115,5 Kilometer und liegt ebenfalls im unteren Bereich.
Diese Spielanlage werden die beiden Teams am Samstag so nicht durchziehen können. Wenn Bayer 04 den Ball kontrolliert, muss Leipzig zwangsläufig mehr gegen den Ball arbeiten – und umgekehrt. Möglicherweise wird sich dann ein Hinweis darauf ergeben, welches Team wirklich schon weiter mit dem Umbau ist.

