Wer jubelt am Samstag? Die Königsblauen sind in Leverkusen zu Gast - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Bayer 04 Leverkusen empfängt den FC Schalke 04: Welche Serie reißt?

Bayer 04 Leverkusen empfängt am 14. Spieltag der Bundesliga den FC Schalke 04. Es ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, die lange nicht mehr verloren haben. Die Werkself ist seit fünf, die Königsblauen sind seit sechs Pflichtspielen unbesiegt. Reißt eine der Serien am Samstagabend?

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Peter Bosz steht vor einer schwierigen Aufgabe. Der Trainer von Bayer 04 Leverkusen hat ein Überangebot im Angriff: Den 2:1-Auswärtssieg beim FC Bayern München bestaunte Kai Havertz noch von der Bank, doch vor dem Heimspiel gegen den seit sechs Pflichtspielen ungeschlagenen FC Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr) drängt der Nationalspieler zurück in die Startelf des Tabellensiebten. Es ist ein Luxus-Problem für den niederländischen Coach. In der aktuellen Phase muss Bosz sich schließlich die Frage stellen, ob er sein Team, abgesehen von der Innenverteidigung, wo Jonathan Tah gesperrt fehlt, überhaupt verändern sollte. Schließlich läuft es für Bayer 04 derzeit hervorragend - was auch für den Kontrahenten am Samstag gilt.

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Auf Schalke gibt es gleichwohl keine Diskussion um Stammplätze oder eine eventuelle Rotation, das Team wirkt unter Trainer David Wagner wie eine homogene Einheit, in der ein Spieler für den anderen kämpft. Doch nicht nur das Gebilde als solches, sondern auch die neue individuelle Stärke ist ein maßgeblicher Faktor dafür, dass die Königsblauen die Bürde des gestürzten Vizemeisters endgültig abgelegt haben. "Die ganze Mannschaft hat Selbstvertrauen", sagte etwa Nationalspieler Suat Serdar nach dem 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Union Berlin im eigenen Stadion.

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Nun ist es keineswegs so, dass Bayer 04 unter dem Konkurrenzkampf im Team leidet. Im Gegenteil: Bei der Werkself geht es nach einem etwas holprigen Saisonstart allmählich richtig los. In den vergangenen fünf Pflichtspielen hat die Bosz-Elf keine Niederlage kassiert und nur einmal Unentschieden gespielt. "Wir sind immer noch gut dabei. Es sind einige gute Mannschaften, die oben stehen, und zu so einer Mannschaft können wir uns auch zählen", sagte Kai Havertz im Interview mit bundesliga.de. Und weiter: "Wir versuchen, noch konstanter zu werden und die Punkte zu sammeln. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt und dass wir am Ende der Saison relativ weit oben stehen.“

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Zwar rangiert Schalke vor dem 14. Spieltag vier Plätze vor Leverkusen, doch das Gedränge unter den Verfolgern von Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach ist ein enges. So könnte das Bosz-Team die Königsblauen mit einem deutlichen Sieg sogar einholen. Schalke wiederum lugt mit einem Auge auf das andere Top-Spiel und hofft insgeheim auf einen Ausrutscher von Gladbach gegen den FC Bayern. Denn in diesem Fall könnte die Wagner-Elf sogar Platz eins erobern. "Das ist mir total wurscht", sagte der Coach, als er nach dem Union-Spiel auf die hervorragende Tabellensituation angesprochen wurde.

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Wagner weiß nur allzu gut, in was für einer schwierigen Situation er die Mannschaft im Sommer übernommen hat. Unter Ex-Trainer Domenico Tedesco war Schalke in der Saison 2017/18 Vizemeister geworden, in der Spielzeit darauf herrschte rund um den Club Abstiegsangst. Huub Stevens übernahm das Ruder und hielt das Team in der Bundesliga. Sein Nachfolger macht vieles richtig: Unter ihm spielt zum Beispiel Ozan Kabak, der im Sommer vom VfB Stuttgart kam, auf Anhieb eine bärenstarke Rolle im Team. Und Amine Harit, der unter Wagners Vorgängern hinter seinen unbestritten großartigen Fähigkeiten geblieben war, mauserte sich in den ersten Wochen der Saison zu einem Schalker Leistungsträger.

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Stichwort Entwicklung: Auch in Leverkusen hat sich seit dem Sommer etwas getan. Kerem Demirbay und Nadiem Amiri etwa stießen von der TSG 1899 Hoffenheim zum Team, aus Paris kam Moussa Diaby, Daley Sinkgraven sichteten die Bayer-Späher bei Ajax Amsterdam. Trotz der hohen Qualität, die diese Spieler mitbringen, war diese Situation eine Herausforderung für die Mannschaft. "Es braucht ein bisschen Zeit, bis sich auf dem Platz alle finden. Das haben wir ganz gut gemacht, und hoffentlich ziehen wir das bis Weihnachten durch", sagte Top-Stürmer und -Vorlagengeber Kevin Volland zuletzt im Interview mit Sky.

Leverkusen und Schalke - zwei Teams, die ihre jüngsten Serien fortführen wollen. Ob eine davon am Samstag reißen wird?

Gründe dafür gibt es auf beiden Seiten nur wenige. Beispiel Schalke: Das System von Neu-Coach Wagner funktioniert, der Fußballlehrer hat aus der im Vorjahr verunsicherten Truppe Hochbegabter eine echte, stabile Mannschaft gemacht. Und die hat durchaus hoch gesteckte Ziele. Auch wenn Wagner selbst grundsätzlich auf die Euphoriebremse tritt, bei den Spielern ist das interne Vorhaben schon klar, wie Stürmer Benito Raman nach dem 2:1 gegen den SV Werder Bremen am zwölften Spieltag erklärte: "Dann müssen wir nach Europa."

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Ob sich Bayer 04 die Festtagslaune nach dem Triumph in München verderben lassen wird? Die Werkself erzielte das erste Gegentor für FCB-Trainer Hansi Flick, und dann gab es noch ein zweites. Leon Bailey war zudem der erste Bayer-Spieler mit einem Doppelpack gegen die Bayern, Stürmer Volland gewann sogar erstmals gegen den FCB. Der Top-Torjäger der Bayer-Elf lässt sich daher nicht nehmen, sein eigenes Team zu einem potentiellen Kandidaten für das Meisterschafts-Rennen zu erklären. "Warum nicht?", fragt er im Sky-Interview zurück, "wir haben es letzte Saison gezeigt, dass wir hinten raus einen brutalen Atem hatten. Wenn es so eng bleibt wie jetzt, hätten mehr Vereine die Chance, bis zum letzten Spieltag dranzubleiben. Aber machen wir uns nichts vor, es wird schon sehr schwer."

Das Heimspiel gegen die Königsblauen wird auf dem Weg dorthin ganz sicher eine der härtesten Prüfungen sein.

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