Zahlreiche Afrikaner haben in der Bundesliga ihre Fußstapfen hinterlassen. Mit Sadio Mane kommt nun ein Weltstar - © /
Zahlreiche Afrikaner haben in der Bundesliga ihre Fußstapfen hinterlassen. Mit Sadio Mane kommt nun ein Weltstar - © /
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Vorgänger von Sadio Mane: Die besten Afrikaner in der Bundesliga

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Sadio Mane ist der Königstransfer des FC Bayern München. Afrikanische Spieler haben aber schon seit Jahrzehnten die Bundesliga bereichert. Der Senegalese hat viele bekannte Vorgänger, die ihre Fußabdrücke hinterlassen haben.

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Souleyman Sane, Anthony Yeboah, Augustine "Jay Jay" Okocha, Sammy Kuffour, Pierre-Emerick Aubameyang... Die Liste afrikanischer Fußballer in der Bundesliga könnte ewig weitergeschrieben werden. Seit Ibrahim Sunday in der Saison 1975/76 beim SV Werder Bremen in der Bundesliga als erster Fußballer aus Afrika debütierte, waren circa 250 weitere Akteure aus Afrika in der Bundesliga aktiv und verzauberten die Fans immer wieder durch ihren einzigartigen Spielstil. Die meisten von ihnen kamen aus Ghana und Nigeria.

Okocha tanzt zum Tor des Jahres 1993

So wie Jay Jay Okocha. Der Nigerianer schrieb bei Eintracht Frankfurt Geschichte, als er ein Traumtor gegen Oliver Kahn erzielte, der damals noch als Schlussmann des Karlsruher SC agierte. Okocha führte im gegnerischen Strafraum einen Tanz sondergleichen auf, ließ einen Gegenspieler nach dem anderen alt aussehen. Am Ende konnte dann auch Kahn nur zusehen, wie er zum 3:1 verwandelte. Die Zuschauer der ARD-Sportschau wählten Okochas Solo 1993 zum Tor des Jahres.

Gemeinsam mit dem Ghanaer Yeboah bildete er die afrikanische Achse der Eintracht in den 90er Jahren. Während Okocha der Spielgestalter im Mittelfeld war, war Yeboah der dynamische Angreifer, der durch Kraft überzeugte und seinen Körper genau einzusetzen wusste. Der zweimalige - und erste afrikanische - Bundesliga-Torschützenkönig (1992/93 und 1993/94) war bis Dezember 2017 der erfolgreichste afrikanische Torschütze (96 Tore in 223 Spielen) in gut 50 Jahren Bundesliga.

Mane: "Wenn ich spiele, ist im Senegal Feiertag"

Super-Torjäger Aubameyang - Rekordspieler Thiam

Dann überholte ihn Aubameyang (98 Tore in 144 Bundesliga-Spieler). Dem Gabuner gelang in viereinhalb Jahren bei Borussia Dortmund eine außergewöhnliche Karriere in der Bundesliga. Auch er wurde 2016/17 Torschützenkönig (erst der zweite aus Afrika), schoss in 32 Bundesliga-Spielen 31 Tore und avancierte so zum besten BVB-Stürmer binnen einer Saison. Kein Dortmunder Spieler traf bislang öfter in einer Spielzeit.

Die meisten Bundesliga-Partien (311 Spiele, 23 Tore) absolvierte Pablo Thiam, der mit Stationen in Köln, Stuttgart, München und Wolfsburg quasi ein Kind der Bundesliga ist. Als Sohn eines Diplomaten aus Guinea wuchs er in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn auf und wurde mit der Bundesliga groß. Mit dem BVB wurde er 2002 sogar Deutscher Meister. Als Leiter der Nachwuchsabteilung von Hertha BSC ist er dem deutschen Fußball auch heute noch eng verbunden.

Die neuen Trikots für die neue Saison

Vor Kuffour hatte Kahn Angst

Ein gefürchteter Vorgänger Manes bei den Münchnern war Sammy Kuffour. Der Senegalese prägte die Ära des FCB um die Jahrtausendwende entscheidend mit. Auf der einen Seite war er ein begnadeter Abwehrspieler, gewann zwischen 1994 und 2005 viele Titel mit den Münchnern (u. a. 2001 die Champions League und sechs Deutsche Meisterschaften).

10 Dinge über Sadio Mane

Auf der anderen Seite war Kuffour gefürchtet bei seinem eigenen Torhüter, mit dem er sich den einen oder anderen "Zweikampf" lieferte. Bei einem Spiel 1999 in Frankfurt etwa kollidierte Kuffour so heftig mit dem Bayern-Schlussmann, dass Kahn seine eigene Zunge verschluckte, das Bewusstsein verlor und ausgewechselt werden musste. Beim Deutschen Rekordmeister wollte man dennoch über viele Jahre nicht auf ihn verzichten. Vielleicht auch ein bisschen aus Dank, ganz Gewiss aber als Erinnerung an die schöne Zeit in München hat Kuffour seinen Sohn Munich genannt.

Ibrahim Tanko schreibt Fußball-Geschichte

Kuffour hat zwar die meisten Titel gewonnen, die ersten Afrikaner aber, die Deutscher Meister wurden, waren 1994/95 Ibrahim Tanko, Yahaya Mallam (beide Ghana) und Marc Arnold (Südafrika) mit dem BVB. Vor allem Tanko schrieb damals Geschichte, als er mit 17 Jahren und 250 Tagen sein erstes Bundesliga-Tor erzielte und damit bis heute der jüngste afrikanische Bundesliga-Torschütze und insgesamt die Nummer zehn ist.

Ebenfalls zu erwähnen in dieser Reihe ist Souleyman Sane. Der Vater von Manes Teamkollege Leroy Sane ist Landsmann des Neu-Münchners und mit 174 Spielen (51 Tore) Rekord-Senegalese der Bundesliga-Geschichte. Der einstige Stürmer, der für die SG Wattenscheid 09 und den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga die Schuhe schnürte, wird Mane sicher noch den einen oder anderen Tipp mit an die Hand geben können.

Die Liste könnte noch beliebig erweitert werden mit Namen wie Bachirou Salou, Mo Idrissou, Sunday Oliseh, Moses Sichone, Papiss Demba Cisse oder Mohamed Zidan. Sadio Mane wird seinen Platz in dieser Liste – als erster afrikanischer Weltstar, der in die Bundesliga kommt – ganz sicher finden.