Besondere Momente des 25. Spieltags - © DFL/Getty Images (2), Imago Images (1)
Besondere Momente des 25. Spieltags - © DFL/Getty Images (2), Imago Images (1)
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25. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Solidarität mit der Ukraine, Bayer 04 Leverkusen besteht die Reifeprüfung beim FC München und Mentalitätsmonster VfB Stuttgart meldet sich zurück - die Themen des Bundesliga-Wochenendes.

1) Bundesliga-Clubs setzen Zeichen für Frieden

Der russische Angriff auf die Ukraine hat weltweit für Entsetzen gesorgt. In der Folge ist eine Welle der Hilfsbereitschaft entstanden - auch in der Bundesliga. Am 25. Spieltag bekundeten die Vereine erneut ihre Solidarität mit den Ukrainern, setzten Zeichen für den Frieden.

Bereits zum Auftakt des Spieltags am Freitagabend war das Thema Ukraine bei der Partie DSC Arminia Bielefeld gegen den FC Augsburg präsent. Bielefelds Trainer Frank Kramer und seine Spieler trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Frieden überall!". Vor dem Anpfiff riefen beide Mannschaften die Zuschauer mit einem Banner zum Spenden auf. Augsburgs Kapitän Jeffrey Gouweleeuw trug eine Kapitänsbinde in den Farben der Ukraine.

Friedensbotschaften standen auch im Stadion des VfL Wolfsburg beim Spiel gegen den 1. FC Union Berlin im Mittelpunkt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Mittelkreis wurde zu einem übergroßen "Peace"-Zeichen umgestaltet. In der Allianz Arena stand vor dem Spiel FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen "Beendet den Krieg! Stop the war!" auf einem Banner im Mittelkreis zu lesen.

2) Punkt und nächster Schritt: Leverkusen besteht in München

Reifeprüfung bestanden! Nach der deftigen 1:5-Heimpleite im Hinrundenduell hat Bayer Leverkusen sich im zweiten Saisonvergleich mit dem FC Bayern ein 1:1 verdient. Dabei deutete in der ersten halben Stunde einiges auf die nächste bajuwarische Lehrstunde für die Werkself hin. Der Rekordmeister ließ das Team von Gerardo Seoane nicht zur Entfaltung kommen, schnürte es hinten ein. "Wir wussten, dass wir leiden müssen", erklärte Abwehrchef Jonathan Tah nach dem Abpfiff stolz. "Das haben wir als Mannschaft bis zum Schluss getan."

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Obwohl der einzige Treffer für die Werkself ein Eigentor von Bayerns Thomas Müller war, konnte von einem glücklichen Punktgewinn keine Rede sein. Vielmehr hatte Leverkusen am Ende beider Halbzeiten jeweils dicke Chancen, um selbst das 2:1 zu schießen. Und hinten ließen Tah und Co. gegen wütend anrennende Münchner in der zweiten Halbzeit kaum mehr etwas zu.

Das 1:1 beim Branchenprimus bedeutet für Bayer nicht nur einen Punktgewinn, sondern einen entscheidenden Entwicklungsschritt. Nachdem die Werkself in den Rückrunden vergangener Jahre immer wieder zu Formverlust neigte, präsentiert sie sich im Kalenderjahr 2022 extrem stabil: Erst drei Punktverluste in acht Spielen und vier Punkte gegen das Spitzenduo Bayern/Dortmund sind die Bilanz eines Champions League-Teams.

3) Torflaute beendet: Frankfurt zurück in der Erfolgsspur

Drei Spiele war Eintracht Frankfurt vor dem Gastspiel bei Hertha BSC ohne eigenen Treffer geblieben, doch auf das Ende der Torflaute musste die SGE im Berliner Olympiastadion nicht allzu lange warten: Nach nur 17 Minuten flankte Filip Kostic von der linken Seite auf den eingelaufenen Ansgar Knauff, der am zweiten Pfosten unbehelligt einköpfen durfte. Der erste Treffer im Frankfurter Dress für die Leihgabe von Borussia Dortmund – der Brustlöser für die zuletzt verunsichert wirkenden Hessen, die letztlich bei der Hertha mit 4:1 gewinnen sollten. Tuta (48.), Jesper Lindström (56.) und Rafael Borre (63.) sorgten für den sechsten Auswärtssieg der "Adlerträger" - und zugleich den höchsten.

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"Glücklich macht mich, dass alle Offensivspieler an Toren beteiligt waren. Du kannst viel reden und Szenen zeigen, aber das Gefühl des Tores ist unersetzlich. 4:1 hier zu gewinnen, ist eine tolle Geschichte", ließ Frankfurts Coach Oliver Glasner nach Ende der Negativserie sowie Torflaute wissen. "Wir haben uns das Selbstvertrauen in der Trainingswoche geholt, mit ins Spiel genommen und in drei Punkte umgewandelt. Wir freuen uns, dass wir uns für unsere harte Arbeit belohnt haben", betonte Torschütze Knauff, der der 269. Torschütze der Eintracht in der Bundesliga war – mehr hat kein anderer Club. Der Knoten ist also gelöst bei den Hessen, rechtzeitig zu den heißen Wochen im Liga-Alltag und den Aufgaben im Europapokal.

4) Rennen um die Champions League

Wie eng es sich in der oberen Tabellenregion gestaltet, hat vor allem das Duell der Konkurrenten um die Champions-League-Teilnahme RB Leipzig und SC Freiburg verdeutlicht. In einer weitgehend ausgeglichenen Partie bemühten sich beide klar sichtbar, eine funktionierende Balance aus kompakter Defensive und Angriffsbemühungen zu finden. "Auf Augenhöhe" findet nicht häufig so sehr auf Augenhöhe statt wie beim 1:1 zwischen den Sachsen und den Breisgauern.

Die Trainerstimmen des Spieltags

Ermedin Demirovic brachte das Team von Kulttrainer Christian Streich im ersten Durchgang in Führung. Doch in der 90. Minute konnte RBL-Flügelspieler Angelino doch noch für den Ausgleich sorgen und damit dafür, dass die Badener sich den inoffiziellen Titel der besten Bundesliga-Abwehr weiter mit Tabellenführer und Rekordmeister FC Bayern München teilen müssen. Der Ausgleichstreffer aber fiel verdient, denn trotz zu weniger deutlicher Chancen hatten die Messestädter insgesamt mehr investiert als der Sport-Club. "Freiburg ist ein direkter Konkurrent", sagte RB-Routinier Peter Gulacsi direkt nach dem Abpfiff des Spiels, in dem sein Verein in den letzten Jahren klarer als jetzt die Favoritenrolle eingenommen hatte. "Das hat man gesehen. Wir nehmen den Punkt gerne mit."

Auf einem Champions-League-Platz steht nach dem 25. Spieltag aber weder Leipzig noch Freiburg. Weil die TSG Hoffenheim am Sonntag mit 1:0 in Köln gewann, zogen die Kraichgauer an den beiden Konkurrenten vorbei und belegen vorerst Platz vier. Das Rennen geht weiter...

5) Mentalitätsmonster Stuttgart meldet sich zurück

Vorletzter Platz und Abstiegsangst? Davon hat man beim VfB Stuttgart im Samstagabendspiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht viel gemerkt. Die Schwaben gerieten zwar 0:2 in Rückstand, bewiesen aber großen Kampfgeist und drehten die Partie zu einem 3:2-Sieg. Das gelang den Schwaben übrigens letztmals vor zehn Jahren: Am 5. Mai 2021 beim 3:2 gegen Wolfsburg.

Matchwinner der Partie war Startelf-Rückkehrer Sasa Kalajdzic, der in der 83. Minute den Siegtreffer nach Vorarbeit von Borna Sosa erzielte: "Beim Tor habe ich gewusst, 'den haue ich rein'. Einfach geguckt und geschossen – danke schön", verriet der Österreicher nach dem Spiel. Der Stürmer gab die meisten Torschüsse der Partie ab (vier) und gewann zudem starke 57 Prozent seiner Zweikämpfe.

Alle Tore und Highlights des Spieltags im Konferenz-Liveticker

Stuttgart drehte besonders in der zweiten Halbzeit auf und insgesamt gab der VfB doppelt so viele Torschüsse wie die "Fohlen" ab (18:9). Chris Führichs Kopfball zum Ausgleich (51.), brachte bereits das Stadion zum Toben. "Meiner Meinung nach war es heute ein hochverdienter Sieg. Kompliment an die Fans, die uns angefeuert haben, das war wichtig heute", freute sich der Torschütze, der erstmals vor heimischer Kulisse traf und richtete seinen Blick auf die nächsten Wochen: "Auf den Sieg kann man aufbauen. Wir wissen aber, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. So eine Leistung sollte jeder von uns auf den Platz bringen, aber die Einstellung werden wir mitnehmen."

Der VfB Stuttgart beendete mit seinem fünften Saisonsieg eine Serie von zuvor neun sieglosen Bundesliga-Spielen (zwei Remis, sieben Niederlagen) und meldete sich furios im Abstiegskampf zurück. Worauf es ankommen wird, weiß Kalajdzic genau: "Wie auch letzte Saison haben wir heute unsere Mentalität gezeigt, die für uns noch sehr wichtig sein wird."