Dortmund, Gladbach und Leipzig überragen am 14. Spieltag - © DFL Deutsche Fußball Liga
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14. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Gladbach schlägt Bayern, Dortmund glänzt im neuen System, Leipzigs Offensive rollt weiter und das Rennen um die Herbstmeisterschaft ist so spannend wie schon lange nicht mehr – das sind die Themen des 14. Spieltags.

1) Borussia Mönchengladbach schlägt Bayern München im Spitzenspiel

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Borussia Mönchengladbach marschiert unaufhaltsam Richtung Herbstmeisterschaft. Die Mannschaft von Marco Rose behauptete die Tabellenführung durch einen 2:1-Sieg im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München. Zum Matchwinner avancierte diesmal keine der Offensivkräfte, sondern Linksverteidiger Ramy Bensebaini, der erst ausglich und in der Nachspielzeit per Foulelfmeter zum Sieg traf.

>>> Doppelpack Bensebaini – Gladbach siegt im Spitzenspiel

Aber auch der Trainer hatte entscheidenden Anteil am Sieg gegen den Rekordmeister. Nach einer bis dahin offensiv passiven Vorstellung brachte Rose in der 58. Minute Stürmer Breel Embolo für Mittelfeldspieler Laszlo Benes. Der Schweizer Angreifer holte in seiner ersten Ballaktion die Ecke heraus, die Bensebaini zum Ausgleich einköpfte – es war der erste Torschuss der Gladbacher im Bayern-Strafraum. Die Borussia übernahm fortan die Spielkontrolle, ließ defensiv nichts mehr zu. Der eiskalte Bensebaini vergoldete kurz vor Schluss die Gladbacher Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.

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Der Matchwinner am Sky-Mikrofon: „Ich habe versucht, so zu schießen wie im Training.“ Weil das gelang, sind die Fohlen auf Platz eins nur noch drei Spiele von der Herbstmeisterschaft entfernt. Während RB Leipzig auf Rang zwei nur einen Punkt hinter dem Rose-Team liegt, beträgt der Vorsprung auf Meister Bayern nun sieben Zähler.

So sehen Sieger aus: Gladbach schlägt Bayern 2:1 - Alexander Scheuber/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty

2) Dortmund glänzt im neuen System

>>> Die Trainerstimmen am 14. Spieltag

Nach schwierigen Wochen hat sich Borussia Dortmund mit einem mehr als souveränen 5:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf wieder gefangen. Vor allem das neue 3-4-3-System von Lucien Favre fruchtet. Während die Abwehrreihe um das Trio Dan-Axel Zagadou, Manuel Akanji und Lukasz Piszczek nur zwei Torschüsse zuließ, fackelte die Offensive ein Feuerwerk wie zu besten Zeiten ab. Von der neuen Formation, bei der sowohl das Angriffsspiel wie auch das Spiel gegen den Ball deutlich verbessert sind, profitieren vor allem jene Spieler, die ein wenig in die Kritik geraten waren.

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Allen voran Julian Brandt, für den es in der neuen Formation einen Platz in der Mittelfeldzentrale gibt, seiner Lieblingsposition: "Man hat heute gesehen, was in uns steckt", so Brandt. über den nahezu jeder Angriff lief. Der Nationalspieler machte ohne Zweifel eines seiner besten-, wenn nicht sogar das beste Spiel im BVB-Dress. Aber auch Kapitän Marco Reus schoss sich mit drei Torbeteiligungen (zwei Treffer, eine Vorlage) aus einer persönlichen Mini-Krise. "Ich habe in den letzten Wochen nicht meine besten Leistungen gebracht aber weiter an mich und vor allem die Mannschaft geglaubt", sagte der zufriedene Reus nach dem Spiel. Auch Jadon Sancho spielte groß auf. Der Engländer lieferte zwei Tore und einen Assist zum Kantersieg. Und damit hat sich Dortmund in der Tabelle wieder an den Bayern vorbeigeschoben und lauert nun auf dem dritten Platz.

Erzielte im Dortmunder Sondertrikot einen Doppelpack: Marco Reus - nordphoto / Rauch via www.imago-images.de/imago images/Nordphoto

3) Leipziger Offensivpower

RB Leipzig ist nicht zu stoppen. Die Sachsen wirbeln weiter durch die Bundesliga und lassen sich auch nicht von der TSG Hoffenheim aufhalten. Der Leipziger Offensivpower ging beim 3:1-Sieg mal wieder einer voran: Timo Werner. Der Top-Stürmer traf erst aus dem Spiel heraus (1:0, 11.) und schnürte dann per Elfmeter einen Doppelpack (2:0, 52.). Damit schoss er bereits im fünften Bundesliga-Spiel in Folge ein Tor. Marcel Sabitzer machte in der 83. Minute nach einem perfekten Konter den Deckel drauf. Durch diese Treffer erzielte Leipzig im 15. Bundesliga-Spiel in Folge ein Tor, was ein laufender Vereinsrekord ist. 15 der bereits 39 Leipziger Saisontore gehen auf das Konto des 23 Jahre alten Nationalspielers. Damit ist Werner nur ein Tor hinter Robert Lewandowski, der die Torschützenliste mit 16 Treffern anführt.

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Sportdirektor Markus Krösche freute sich nach dem Spiel über den Doppelpacker: "Timo ist eben Timo. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler mit einem außergewöhnlichen Lauf. Wir sind froh, dass wir ihn haben." Für die Tabellenführung hatte Werners nächste Gala-Vorstellung im Trikot von RB Leipzig nicht genügt. Der Last-Minute-Sieg von Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München (2:1) verhinderte Leipzigs Sprung auf Rang eins. Die Nagelsmann-Truppe wird mit Sicherheit ihre Topform hochhalten und die Tabellenspitze weiter im Visier behalten.

Derzeit schier unarfhaltsam: Timo Werner - imago images / Hartmut Bösener

4) Union gewinnt das Aufsteiger-Duell

19 Punkte nach 14 Spielen, dazu noch Platz zehn: Der 1. FC Union Berlin ist nach dem 2:0-Sieg im Aufsteiger-Duell gegen den 1. FC Köln auf bestem Wege, sich den Klassenverbleib zu sichern. Die Köpenicker haben nun sieben Zähler Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf, die auf dem Relegationsrang stehen. Beim Erfolg der "Eisernen" gegen den FC erzielte Sebastian Andersson beide Treffer, steht nun mit acht Treffern zusammen mit Dortmunds Marco Reus auf Platz vier der Torjägerliste der Bundesliga.

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"Die ersten 30 Minuten war Köln die bessere Mannschaft, wir sind nur schwer ins Spiel gekommen. Das 1:0 hat uns dann in die Karten gespielt, und die zweite Halbzeit war vom Auftritt her dann so, wie wir eigentlich von Beginn an spielen wollten", sagt Union-Coach Urs Fischer. Kommende Woche geht es ins nächste Aufsteiger-Duell, der SC Paderborn 07 wartet. Zeigen die Köpenicker eine ähnliche Leistung wie in der zweiten Halbzeit gegen den FC, sind die Berliner ihrem Ziel - dem Klassenverbleib - wieder einen Schritt näher.

Trifft doppelt gegen den FC: Sebastian Andersson - O.Behrendt via www.imago-images.de/imago images/Contrast

5) Der Kampf um die Herbstmeisterschaft

Zwischen Borussia Mönchengladbach an der Tabellenspitze und dem FC Bayern München auf Platz sieben liegen nach dem 14. Spieltag lediglich sieben Punkte: So eng ging es letztmals vor zehn Jahren in der Bundesliga zu! Damals war Bayer 04 Leverkusen Tabellenführer, der 1. FSV Mainz 05 Siebter.

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Enger war es im Drei-Punkte-Zeitalter nur in der Saison 1999/00: Da hatten die Bayern nach 14 Spieltagen fünf Punkte Vorsprung vor dem SV Werder Bremen auf Platz sieben.

Theoretisch können alle Teams zwischen Rang eins und sieben noch Herbstmeister werden. Nur in der Saison 2009/10 konnten zum gleichen Zeitpunkt mehr Teams noch theoretisch Herbstmeister werden (neun). Die nächsten drei Spieltage vor der Winterpause versprechen ein packenden packenden Kampf um die Herbstmeisterschaft.

Haben die besten Karten im Kampf um die Herbstmeisterschaft: Matthias Ginters Borrusia und Timo Werners Leizpiger - Lars Baron/Bongarts/Getty Images