
11:0-Rekordsieg kommt für Eintracht Frankfurt zur rechten Zeit
Eintracht Frankfurt weist den Oberligisten SC St. Tönis mit 11:0 deutlich in die Schranken und feiert den höchsten DFB-Pokalsieg der eigenen Vereinsgeschichte. Ein Sieg, der vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Union Berlin genau zum richtigen Zeitpunkt kommt.
Sechs Tage lagen zwischen zwei Ergebnissen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Erst ging Eintracht Frankfurt beim FC Brentford mit 0:7 unter, dann schoss die SGE im ersten Pflichtspiel der neuen Saison den SC St. Tönis mit 11:0 aus der Krefelder Grotenburg.
Natürlich verbietet sich ein sportlicher Vergleich. Brentford spielt in der Premier League, St. Tönis in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein. Trotzdem war die Reaktion für die Frankfurter von enormer Bedeutung.
Denn das 0:7 in London hatte eine bis dahin erfolgreiche Vorbereitung mit fünf Siegen abrupt beendet. Sportdirektor Timmo Hardung sprach anschließend von einer "sehr indiskutablen Leistung". Trainer Adi Hütter bezeichnete die Niederlage später als möglichen "Schuss vor den Bug". Genau diese Warnung schien angekommen zu sein.
"Wir haben dieses Spiel einfach sehr, sehr ernst genommen", sagte Hütter nach dem Pokalerfolg. Vor allem in der ersten Hälfte ließ seine Mannschaft keinen Zweifel daran, wie sie ihr erstes Pflichtspiel unter dem zurückgekehrten Trainer angehen wollte.

Nie führte ein Pokal-Team höher zur Pause
Das 10:0 zur Halbzeit bedeutete sogar einen neuen Rekord für die höchste Pausen-Führung im gesamten Wettbewerb. Noch nie hatte eine Mannschaft zur Halbzeit mit zehn Toren Differenz geführt. Die bisherige Bestmarke hielt der FC Bayern München, der 1997 gegen die DJK Waldberg mit 10:1 in die Pause gegangen war.
Das Tor zum 11:0 durch Farès Chaïbi in der 87. Minute sorgte schließlich für die zweite Bestmarke: Es war der höchste DFB-Pokalsieg in der Geschichte von Eintracht Frankfurt. Der bisherige Vereinsrekord stammte aus dem Jahr 1976, als die Hessen Hertha Zehlendorf mit 10:2 bezwangen.
Noch aussagekräftiger für Hütter war allerdings die Arbeit gegen den Ball. Frankfurt ließ über die gesamte Partie keinen einzigen Schuss auf das eigene Tor zu, zeigte sich zweikampfstark und leuffreudig. Hütter fasste es anschließend so zusammen: Die Mannschaft habe sich präsentiert, "wie sich ein Bundesligist präsentieren sollte".
Knauff und Götze mahnen
Ansgar Knauff warnte im Anschluss jedoch davor, das Ergebnis überzubewerten.Auch Mario Götze sprach von einem wichtigen Schritt, betonte aber zugleich, dass weiterhin viel Arbeit vor der Mannschaft liege. Und auch Hütter lenkte den Blick sofort auf den Bundesliga-Auftakt.
Dort wartet am Samstag, 29. August, 1. FC Union Berlin und damit ein Gegner, der Frankfurt auf vollkommen andere Weise prüfen wird. Hütter selbst sagte, erst nach den ersten vier Spieltagen werde sich genauer beurteilen lassen, wo seine Mannschaft tatsächlich steht.


