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Berlin-Derby Union gegen Hertha: ungleiche Unterschiedsspieler Kruse und Cunha

Wenn es am 27. Spieltag zum Hauptstadt-Aufeinandertreffen zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC kommt, steht auch das Duell der Offensiv-Leistungsträger Max Kruse und Matheus Cunha an. Beide Akteure unterscheiden sich in ihrer Spielweise sehr, aber eines verbindet die Offensivspieler: Sie sind die Unterschiedsspieler ihrer Teams.

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Verkehrte Welt in Berlin: Während der 1. FC Union in seinem erst zweiten Bundesliga-Jahr auf dem siebten Tabellenplatz steht und um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb kämpft, geht es für die Hertha - derzeit auf Rang 14, mit einem Punkt Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und zwei Zählern Abstand zur direkten Abstiegszone - in dieser Saison um den Klassenerhalt. Dreimal bekamen es die Köpenicker und die Charlottenburger in der Bundesliga bislang miteinander zu tun, zweimal gewann die Hertha und einmal Union. In der Gesamtbilanz kommen in der 2. Bundesliga noch je ein Sieg und zwei Remis dazu.

Ein Scorerpunkt für Kruse garantiert? Cunha meldet sich zurück

Zwei, die in der insgesamt also erst achten Partie zwischen dem FCU und dem BSC den Unterschied ausmachen könnten, sind Max Kruse und Matheus Cunha. Bei Kruse und Cunha handelt es sich sowohl um den Topscorer als auch den besten Torschützen ihres Teams. Kruse fiel in dieser Spielzeit wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel zwar etwa zweieinhalb Monate aus, kommt in seinen 14 Spielen für Union aber auf bärenstarke zehn Tore und fünf Torvorlagen. Zwei Treffer fehlen dem 33-Jährige nur noch, um zum historisch besten Bundesliga-Torschützen der Eisernen überhaupt aufzuschließen: Sebastian Andersson, mittlerweile für Köln im Einsatz, erzielte in der letzten Saison zwölf Tore.

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Bei Cunha auf der anderen Seite stehen in 22 Ligaeinsätzen sieben Treffer und drei Vorlagen zu Buche. Zuletzt beendete der brasilianische Offensivspieler beim beeindruckenden 3:0 gegen Leverkusen eine Torlosserie von 13 Duellen.

Spielmacher in unterschiedlichen Rollen, mit verschiedenen Stärken

Während Kruse und Cunha ihre guten Scorerwerte gemeinsam haben, unterscheiden sie sich in ihrer Spielweise doch sehr. Kruse agiert trotz seiner etatmäßigen Rolle als Stürmer in einem 3-5-2 als angreifender Spielmacher, Trainer Urs Fischer stellte sein System um - um die Spielstärke und technische Beschlagenheit seines Sommer-Königstransfers einzubringen; im vergangenen Spieljahr hatten seine Mannen noch immer wieder den hochgewachsenen Andersson mit langen Pässen in die Gefahrenzone und Standardsituationen gesucht.

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Auch Cunha kommt technisch beschlagen daher, ist vergleichsweise mit Kruse jedoch dribbelstärker. In der gesamten Bundesliga suchte der 21-Jährige am häufigsten das Dribbling, entschied dabei zudem für einen Offensivakteur gute 49 Prozent seiner Zweikämpfe für sich. Zusätzlich bringt er eine hohe Schnelligkeit mit, erreichte in dieser Saison bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 34,7 km/h. Zudem kommt Cunha auf die meisten Torschussbeteiligungen beim Dardai-Team: 60 Torschüsse und 55 Torschussvorlagen, je die höchsten Werte seines Clubs.

Wer dominiert das Hauptstadt-Duell?

Am Sonntag gibt es trotz der unterschiedlichen tabellarischen Ausgangssituation Unions und der Hertha keinen klaren Favoriten. Die Köpenicker, die in den letzten sechs Vergleichen nur jüngst vor der Länderspielpause eine Niederlage hinnehmen mussten, wollen sich nach dem 2:5 bei Champions-League-Aspirant Frankfurt zurückmelden - die Charlottenburger haben zuletzt gegen Bayer 04 ein Ausrufezeichen gesetzt, auf das sie aufbauen wollen.

Im Berlin-Derby könnte es vor allem darauf ankommen, wer den Unterschiedsspieler des anderen besser in den Griff bekommt. Den spielstarken Kruse, der pro Aufeinandertreffen mehr als einen Scorerpunkt verbucht - und den flotten Dribbelkönig Cunha, der Torschüsse am Fließband produziert.