
Der heimliche Held(t) der Union-Erlösung
Wie groß der Druck gewesen sein muss, der nach dem verpatzten Saisonstart auf der Mannschaft des 1. FC Union Berlin lastete, offenbarte Siegtorschütze Livian Burcu durch seinen Torjubel. Kaum hatte der Mittelfeldspieler eingenetzt, machte er sich im Sprint auf den Weg zur Auswechselbank der Unioner und fiel dort Geschäftsführer Horst Heldt in die Arme.
Ein Sprint zum Geschäftsführer
Der Grund dafür war eine persönliche Verbindung, wie Burcu nach dem Abpfiff aufklärte: “Horst ist für mich ein Mensch, der mich immer motiviert.” Und der Geschäftsführer hatte dem Joker vor dessen Einwechslung offenbar etwas mit auf den Weg gegeben: “Heute hat er auch gesagt, wenn du reinkommst, du machst den heute. Das ist mir dann so im Kopf geblieben, als ich den gemacht habe.”

Leichte Veränderungen in der Startformation machen sich bezahlt
Für Trainer Mauro Lustrinelli war der Erfolg enorm wichtig, war sein Team doch vor der Länderspielpause beim FC Bayern München mit 0:7 untergegangen. Gegen Elversberg wirkten die Berliner nun erpicht darauf, die Misserfolge der vorangegangenen Spieltage vergessen zu machen.
Für das Spiel gegen die Saarländer veränderte der Schweizer die Startformation auf drei Positionen und sorgte damit für ein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Bei Union kam Sommerzugang Kastriot Imeri zu seinen ersten Pflichtspielminuten für den neuen Arbeitgeber.

Burcus Volleyschuss ins Glück
Die entscheidende Szene ereignete sich in der 81. Minute. Christopher Trimmel schaufelte eine Ecke in den Strafraum der Gäste, der Ball landete zunächst auf dem Kopf eines Elversberger Verteidigers und von dort auf den Füßen des goldrichtig stehenden Burcu.
Der Joker nahm den Ball direkt. Der Schuss wurde glücklich abgefälscht und war damit für Elversbergs Keeper Nicolas Kristof unhaltbar.
Lustrinelli: “Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung”
Wie schwer die drei Punkte am Samstagnachmittag wogen, machte Lustrinelli deutlich: “Wir wissen alle, dass es einen wichtigen Sieg gibt. Du brauchst die Siege, sonst können wir lange Zeit reden. Was wir machen ist gut. Wenn du nicht gewinnst, bist du nicht glaubwürdig. Du brauchst die Siege, um noch mehr die Überzeugung zu haben, dass das, was wir machen, gut ist, und das gehört zum Fußball. Darum ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.”
