Zusammenfassung

  • Jonas Hector und Timo Horn bleiben Köln auch in der 2. Bundesliga treu

  • Beide Leistungsträger hätten problemlos innerhalb der Bundesliga wechseln können

  • Von den Fans wird das ungewöhnliche Treuebekenntnis unter dem Hashtag #durchetfüer gefeiert

Köln – Der Abstieg ist seit dem 32. Spieltag besiegelt, aber beim 1. FC Köln bekennen sich mit Jonas Hector und Timo Horn ausgerechnet die beiden größten Leistungsträger zum Verein und wollen beim direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga helfen.

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Gerade von einem Stammspieler der Deutschen Nationalmannschaft ist es äußerst ungewöhnlich, den Gang in die 2. Bundesliga anzutreten. Jonas Hector hätte von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen können, entschied sich aber stattdessen, seinen Vertrag um zwei weitere Jahre bis 2023 zu verlängern.

"Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln" Jonas Hector

"Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln", sagte Hector: "Aber für mich fühlte sich das nicht richtig an. Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen." ​

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Seit nunmehr acht Jahren hält der gebürtige Saarländer dem FC die Treue. Von einem mittelmäßigen Spieler der Reservemannschaft hat er sich in den Jahren in Köln zum Bundesliga-, National- und Weltklassespieler entwickelt. Auf der linken Abwehrseite bei der Nationalmannschaft ist Hector über jeden Zweifel erhaben. Keine Frage: Hector hat dem FC viel zu verdanken und zahlt das jetzt mit bedingungsloser Treue zurück.

"Der FC hat trotz der schwierigen Situation hervorragende Voraussetzungen für die kommende Spielzeit geschaffen" Timo Horn

Ganz ähnlich ist die Situation bei Timo Horn. Der 24-Jährige zählt seit Jahren zu den besten Torhütern der Bundesliga. Eine Ausstiegsklausel hätte ihm einen Wechsel innerhalb der Bundesliga ermöglicht, doch Horn sagt: "Der FC ist mein Verein und hat trotz der schwierigen Saison hervorragende Voraussetzungen für die kommende Spielzeit geschaffen und ambitionierte Ziele. Das war ganz wichtig für mich."

Nach seinem Bekenntnis zum FC hat der Torwart jetzt auch einen neuen Vertrag unterschrieben – und bis 2023 verlängert. "Die Gespräche mit Armin Veh und Alex Wehrle waren sehr gut und haben mich optimistisch gemacht, dass wir unser großes Ziel, den direkten Wiederaufstieg erreichen können. Das hat mich überzeugt, den Weg des FC mitzugehen", so Horn.

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© imago / Revierfoto

Gerade im Social Web wurde das ungewöhnliche Treuebekenntnis von den Fans hoch emotional gefiert. Unter dem Hashtag #durchetfüer, frei nach der Vereinshymne "Mer jon met dir, wenn et sin muss, durch et Füer." (Wir gehen mit dir, wenn es sein muss, durch das Feuer!), lässt sich die Debatte auf Twitter und Facebook bestens verfolgen. Und die Fans reagierten bereits darauf: Statt Pfiffen nach dem feststehenden Abstieg am 32. Spieltag in Freiburg gab es anerkennenden Beifall von den mitgereisten Anhängern.

Wie einst Podolski

Der Legendenstatus beim FC dürfte Horn und Hector damit auf unbestimmte Zeit sicher sein. So war es vor genau 14 Jahren auch bei einer anderen Kölner Ikone: Im Jahr 2004 ging Lukas Podolski als großer Shootingstar in Deutschland mit runter in die 2. Bundesliga und half mit 21 Toren entscheidend beim direkten Wiederaufstieg wieder. Mit Hector und Horn als Eckpfeiler des neuen Zweitligateams, könnte sich das im nächsten Jahr wiederholen.  

Karol Herrmann