Zusammenfassung

  • Der 1. FC Köln ist nach dem 2:3 in Freiburg zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen

  • FC-Sportgeschäftsführer Armin Veh: "Der Abstieg ist bitter und tut in diesem Moment richtig weh."

  • Die "Geißböcke" peilen jetzt den direkten Wiederaufstieg in der kommenden Saison an.

Köln – Nach dem 32. Spieltag ist es endgültig amtlich: Der 1. FC Köln ist nach der verdienten 2:3-Niederlage beim SC Freiburg zum sechsten Mal in seiner Geschichte aus der Bundesliga abgestiegen. Lange hatten sich die "Geißböcke" in der Rückrunde gewehrt, doch letztlich war die Hypothek von lediglich sechs Punkte im ersten Halbjahr einfach zu groß, um den Klassenerhalt noch zu erreichen. Nun peilen die Kölner den direkten Wiederaufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs an.

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Mit tieftraurigen Gesichtern standen die FC-Profis nach dem Abpfiff vor dem Gästeblock, der erst aufmunternden Applaus spendete und danach einen kölschen Klassiker intonierte. "En unserem Veedel" sangen die erneut zahlreich mitgereisten Anhänger inbrünstig, sie schmetterten es geradezu Richtung Rasen. In unserem Viertel – da hält man zusammen, was auch immer passiert. Es war eine trotzige Ansage an die Spieler auf dem Platz, es war eine trotzige Ansage an den Rest der Bundesliga. Auch wenn wir gerade wieder einmal abgestiegen sind: Wir werden unseren Verein auch diesmal nicht im Stich lassen. Und wir kommen auch diesmal definitiv wieder.

Niederlage ein Spiegelbild der FC-Saison

Die Partie im Breisgau, die den Absturz des diesjährigen Europapokal-Teilnehmers perfekt machte, glich einem Spiegelbild der Kölner Saison: Mit haarsträubenden Abwehrfehler brockte sich der FC einen 0:2-Rückstand durch einen Petersen-Doppelpack ein, Freiburg vergab sogar noch einen Elfmeter. Spät bäumten sich die Gäste auf und kamen durch zwei Treffer von Leonardo Bittencourt zum Ausgleich. Kurz nachdem sich die Chance zum Sieg auftat, die der eingewechselte Pizarro liegen ließ, sicherte Höler praktisch im Gegenzug den Freiburgern den wichtigen Dreier im Abstiegskampf und schoss die Rheinländer in die 2. Bundesliga.

Die Enttäuschung bei Jonas Hector & Co. ist riesig: Der 1. FC Köln ist zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen
Die Enttäuschung bei Jonas Hector & Co. ist riesig: Der 1. FC Köln ist zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen © gettyimages / Matthias Hangst

"Der Abstieg ist bitter und tut in diesem Moment richtig weh. Da geht es uns allen wie unseren Fans", erklärte FC-Sportgeschäftsführer Armin Veh nach der Niederlage in Freiburg. Nach dem sich lange andeutende Gang in die 2. Bundesliga blickte er direkt wieder nach vorne: "Trotzdem ist der 1. FC Köln ein großer und stolzer Club. Deshalb stehen wir alle in der Pflicht. Ab morgen nehmen wir den Kopf hoch, ziehen unsere Lehren aus dem Misserfolg und arbeiten gemeinsam daran, in die 1. Bundesliga zurückzukehren. Wir sind gut darauf vorbereitet. Dennoch wird das kein Selbstläufer, das muss jedem klar sein. Es ist ein harter Weg. Aber unser Ziel ist eindeutig: Aufstieg 2019!"

"Der Abstieg ist bitter und tut in diesem Moment richtig weh. Da geht es uns allen wie unseren Fans." Armin Veh (Geschäftsführer Sport, 1. FC Köln)

Ab jetzt können sich die Gedanken bei den "Geißböcken" voll auf die Rückkehr in die Bundesliga konzentrieren. Denn an einem haben die Kölner in den vergangenen Wochen wenig Zweifel gelassen: Sollte es herunter in die 2. Bundesliga gehen, peilt der FC den sofortigen Wiederaufstieg an. Anvertraut hat der FC die Mission einem Sohn der Stadt: Markus Anfang, gebürtiger Kölner und derzeit noch mit Holstein Kiel im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga, soll den Traditionsverein wieder dorthin führen, wo er dem eigenen Selbstverständnis zufolge auch hingehört.

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Hector bekennt sich zum 1. FC Köln

Bei der Beseitigung des Betriebsunfalls – dem sechsten innerhalb der letzten 20 Jahre – kann der 43-Jährige auf Leistungsträger bauen, mit deren Verbleib bei Abstieg wenige gerechnet hatten. Erst verlängerte Nationalspieler Jonas Hector seinen Vertrag in Köln um zwei weitere Jahre. "Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist für mich eindeutig: Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen", betonte der 27-jährige Linksverteidiger, der mit seiner Entscheidung die Anhänger zu Freudentränen rührte. "Jonas‘ Bekenntnis zum FC ist ein großartiges Signal für die Mannschaft, den Verein und unsere Fans", unterstrich auch Kölns Geschäftsführer Armin Veh anlässlich der Vertragsverlängerung des Führungsspielers.

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Nur wenige Tage später folgte Torwart Timo Horn dem Beispiel seines Kollegen und verkündete seinen Verbleib auch im Abstiegsfalle. "Ich möchte das, was diese Saison schiefgelaufen ist, wiedergutmachen. Es fühlt sich richtig an, den Weg weiterzugehen", betonte Horn – und unterstrich direkt die neue Zielsetzung der Rheinländer für die kommende Spielzeit: "Der FC ist mein Verein, in Köln bin ich zu Hause. Deshalb habe ich immer gesagt, dass ich es mir vorstellen kann, diesen Weg mitzugehen, wenn die Perspektive stimmt. Und sie stimmt: Der FC hat trotz der schwierigen Saison hervorragende Voraussetzungen für die kommende Spielzeit geschaffen und ambitionierte Ziele. Das war ganz wichtig für mich."

"Der FC ist mein Verein, in Köln bin ich zu Hause. Ich möchte das, was diese Saison schiefgelaufen ist, wiedergutmachen." Timo Horn (Torwart, 1. FC Köln)

Etwas, das auch Armin Veh beeindruckte: "Timo Horn lebt den FC und ist bereit, unseren Weg in jedem Fall mitzugehen. Im Abstiegsfall heißt unser Ziel direkter Wiederaufstieg. Wir sind sehr froh, dass Timo mit seiner Leidenschaft für den FC, seinem Ehrgeiz und seiner enormen Qualität als Torhüter dabei eine tragende Säule sein will", erklärt der ehemalige Bundesliga-Trainer (unter anderem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt). Veh kennt sich – wie auch Markus Anfang, der neue Mann an der Seitenlinie beim 1. FC Köln – in der 2. Bundesliga bestens aus, schaffte 2012 in Frankfurt den direkten Wiederaufstieg. Das peilt er nun auch beim FC als Verantwortlicher für die sportlichen Geschicke an.

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FC-Keeper Timo Horn hält gegen Freiburg einen Elfmeter, kann die Niederlage seines Teams aber nicht verhindern © gettyimages / Hangst

Das Gerüst für den Wiederaufstieg steht in Köln

Die Aussichten dafür sehen gar nicht schlecht aus: "Mer jon met dir, wenn et sin muss, durch et Füer" (Wir gehen mit dir, wenn es sein muss, durch das Feuer) – so heißt es in der Vereinshymne der Kölner. Nicht nur Jonas Hector und Timo Horn haben klargemacht, dass sie mit dem FC durch das Feuer namens 2. Bundesliga gehen wollen. Zuvor hatte bereits Marco Höger seine Bereitschaft signalisiert, auch Leistungsträger wie Marcel Risse oder die Winter-Neuzugänge Vincent Koziello und Simon Terodde werden mit dem FC den beschwerlichen Weg Richtung direktem Wiederaufstieg gehen. Es wäre wenig verwunderlich, wenn es im Sommer 2019 heißen wird: Willkommen zurück, 1. FC Köln!

Thomas Reinscheid