Zusammenfassung

  • Absolute Leistungsträger wie Jonas Hector und Timo Horn bekennen sich zum FC

  • Die Fans feiern die Mannschaft trotz des Abstiegs frenetisch

  • Mit Markus Anfang kommt eines der größten Trainertalente in Deutschland

Köln – Der Abstieg ist seit dem 32. Spieltag Fakt, nun kann der Fokus beim 1. FC Köln direkt auf den Wiederaufstieg gelegt werden. Die Chancen dazu sind jedenfalls recht gut, meint bundesliga.de und nennt fünf Gründe für den sofortigen Wiederaufstieg.

1) #durchetfüer

Man muss es sich noch einmal vor Augen führen: Jonas Hector wird in diesem Sommer bei der WM auf der linken Abwehrseite beim amtierenden Weltmeister Deutschland gesetzt sein, um anschließend in der 2. Bundesliga weiterzuspielen. Zu groß ist die Liebe zu seinem Club. Hector bleibt dem FC, genau wie Timo Horn und Marco Höger, ligaunabhängig treu. Alle Spieler hätten ohne Zweifel genügend andere Angebote vorliegen gehabt, wollten aber lieber beim direkten Wiederaufstieg helfen. Ein äußerst seltener Fall von Fußballromantik im heute so schnelllebigen Profigeschäft. Und weitere Spieler des Kaders sollen dem Trio schon bald folgen, wie Timo Horn nach dem Spiel gegen den SC Freiburg verriet. Hector, Horn und Höger leben die Vereinswerte, die vor jedem Heimspiel von den Höhnern durch die Boxen dröhnen: "Mer jon met dir, wenn et sin muss, durch et Füer." Frei übersetzt: Wir gehen mit dir, wenn es sein muss, durch das Feuer! Das emotionale Treuebekenntnis rund um den FC ist im Social Web bestens unter dem Hashtag #durchetfüer dokumentiert.

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2) Erstklassige Fans

Gegen 17:25 Uhr am 32. Spieltag war der FC in Freiburg faktisch abgestiegen. Doch statt eines gellenden Pfeifkonzertes der Anhänger, die obendrein noch den 450 Kilometer weiten Weg auf sich genommen hatten, gab es für die Elf auf dem Rasen Beifall. Timo Horn kommentierte dieses Szenen nach dem Spiel auf Instagram mit den Worten: "Das ist einmalig und habe ich so noch nie im Fußball erlebt! Ich bin stolz, unseren Weg weiter mitgehen zu dürfen!" Und noch auf dem Platz ergänzte der FC-Keeper beim Field-Interview auf Sky: "Wir werden wiederkommen, das kann ich jetzt schon versprechen!" Mit einem Support dieser Sorte sollte es zumindest ein wenig leichter fallen.

3) Der Knipser ist schon da

Vielleicht das größte Problem, dass der FC in dieser Saison zu bewältigen hatte: Wer sollte Anthony Modeste ersetzen, der im Vorjahr einfach mal 25 Buden markierte und somit fast für die Hälfte aller Kölner Treffer verantwortlich war? Für das Spieljahr 2018/19 haben die Verantwortlichen um Armin Veh zumindest schon in der Winterpause einen Vorgriff getätigt: Simon Terodde weiß nämlich wie kein Zweiter, wie man Tore in der 2. Bundesliga schießt. Mit dem VfB Stuttgart und dem VfL Bochum wurde der 30-Jährige jeweils mit 25 Treffern Torschützenkönig.

Simon Terodde nimmt Maß © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Schulze

4) Neubeginn mit Anfang

An der Seitenlinie hat sich Köln für die kommende Saison eines der größten deutschen Trainertalente gesichert, der das Erbe von Peter Stöger und Stefan Ruthenbeck antreten soll. Markus Anfang hat mit Holstein Kiel nach 36 Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft und steht in diesen Tagen unmittelbar vor dem Durchmarsch in die Bundesliga. Der Außenseiter von der Förde mischte die 2. Bundesliga in dieser Saison mit ungewöhnlich erfrischendem Offensiv-Fußball auf – 64 Tore sind mit Abstand Ligabestwert! Aber Anfang kennt nicht nur die Liga, er kann sich vor allem auch perfekt mit dem FC identifizieren: Der 43-Jährige wurde schließlich in der Domstadt geboren.  

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5) Gerüst von enormer Qualität

Mit Torwart Timo Horn, Defensiv-Spezialist Jonas Hector, Edeltechniker Vincent Koziello und dem bereits erwähnten Knipser Simon Terodde hat Markus Anfang ein Gerüst von unglaublicher Qualität für die 2. Bundesliga zur Verfügung stehen. Die Favoritenrolle ist dem FC also jetzt schon sicher. Und nicht zuletzt hat die Vergangenheit gelehrt: Spätestens nach zwei Jahren war Köln nach den vergangenen fünf Abstiegen seit 1998 wieder zurück in der Bundesliga, zweimal gelang sogar der sofortige Wiederaufstieg. Ob das auch im nächsten Jahr gelingt? Es würde nicht wundern.

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Karol Herrmann