
Zweitliga-Auftakt: Schwere Aufgaben für die Aufsteiger
Osnabrück und Cottbus sind nach zwei bzw. zwölf Jahren Abstinenz wieder in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Zum Saisonauftakt warten auf beide Aufsteiger direkt anspruchsvolle Aufgaben.
Das Warten hat ein Ende: Am Freitag startet die 2. Bundesliga in die neue Saison. Den Auftakt machen mit dem VfL Bochum und Hertha BSC zwei echte Schwergewichte. Einen Tag darauf geht auch für den VfL Osnabrück die neue Spielzeit los – und das ausgerechnet auswärts beim 1. FC Heidenheim.
Der Bundesliga-Absteiger hatte sich im letzten Drittel der vergangenen Saison bereits mit dem Gang in die Zweitklassigkeit abgefunden. Erst ein starker Schlussspurt ließ die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch einmal aufleben, am Ende reichte es jedoch nicht.
Natürlich war die Enttäuschung groß, aber wirklich umgehauen hat es die Schwaben auch nicht. "Zweite Liga kennen wir, da haben wir neun Jahre gespielt", sagte Trainer Frank Schmidt kürzlich im Interview mit SWR Sport. Genau diese Erfahrung könnte Osnabrück nun zum Verhängnis werden.

Historische Rückrunde als Fundament
Oder eben gerade nicht. Schließlich reisen die Lila-Weißen mit einer Menge Selbstvertrauen an. Mit 48 Punkten in der Rückrunde spielte der VfL die beste Halbserie in der Geschichte der 3. Liga. Über die gesamte Saison kassierte das Team von Timo Schultz lediglich 34 Gegentore und blieb 19-mal ohne Gegentreffer. Zum Vergleich: Die jeweils ersten Verfolger in diesen Kategorien ließen 14 Tore mehr zu (Verl/48) beziehungsweise kamen auf sieben Zu-Null-Spiele weniger (Rostock/zwölf).
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Osnabrück im Sommer einen großen Umbruch verkraften musste. Insgesamt 14 Spieler verließen den Verein, gleichzeitig wurden mehrere Neuzugänge verpflichtet. Entsprechend dürfte es etwas Zeit brauchen, bis die Abläufe wieder vollständig greifen. Das neu zusammengestellte Team hat jedoch einen klaren Auftrag: Die Niedersachsen wollen sich endlich in der 2. Bundesliga etablieren, nachdem nach den vergangenen sechs Aufstiegen immer im ersten (vier Mal) oder im zweiten Jahr (zwei Mal) der erneute Abstieg folgte.
Heimstärke als Hoffnungsträger
Auch der FC Energie Cottbus ist zurück in der 2. Bundesliga. Im Gegensatz zum VfL musste der DFB-Pokal-Finalist von 1997 jedoch nicht nur zwei, sondern ganze zwölf Jahre auf die Rückkehr warten. Umso spannender wird sein, wie sich der Traditionsverein aus Brandenburg in der neuen Spielklasse behauptet.
Zum Auftakt am Sonntagmittag (13:30 Uhr) wartet allerdings alles andere als ein dankbarer Gegner. Im eigenen Stadion empfängt der FCE direkt den Vorjahresvierten Hannover 96. Die Mannschaft von Christian Titz verpasste den Relegationsrang in der vergangenen Saison lediglich um zwei Punkte und dürften entsprechend motiviert sein, den Aufstieg dieses Mal perfekt zu machen.
Dass Hannover der erste Schritt in Richtung Bundesliga gelingt, will Cottbus natürlich verhindern. Hoffnung macht den Rot-Weißen vor allem die Heimstärke der vergangenen Saison: Vor eigenem Publikum kassierte der FCE nur eine Niederlage (nur Duisburg war noch besser) und erzielte mit 43 Treffern nach Verl (50) die zweitmeisten Heimtore der Liga. Kann Cottbus diese Stärke auch eine Liga höher unter Beweis stellen?
