Party in der Kabine - die Spieler des VfL Osnabrück feiern den Aufstieg - © Bongarts/Getty Images
Party in der Kabine - die Spieler des VfL Osnabrück feiern den Aufstieg - © Bongarts/Getty Images
2. Bundesliga

Lila-weißer Jubel: Der VfL Osnabrück kehrt in die 2. Bundesliga zurück

Köln - Acht Jahre lang mussten die Fans auf diesen Moment warten, jetzt ist er endlich gekommen. Der VfL Osnabrück hat in der 3. Liga vorzeitig den Aufstieg perfekt gemacht und kehrt in die 2. Bundesliga zurück.

Der Jubel kannte keine Grenzen. Erst verwandelten die Fans ihr Stadion Bremer Brücke in ein Tollhaus, später wurde vor dem Rathaus in der Stadt weitergefeiert. "Acht Jahre haben wir in Osnabrück darauf gewartet, die 3. Liga zu verlassen. Dies ist nicht nur der Aufstieg einer Mannschaft, sondern der Aufstieg einer ganzen Region", rief Daniel Thioune, der Trainer des VfL Osnabrück, den feiernden Fans zu. Zu spüren war da auch eine große Erleichterung.

Coach Daniel Thioune kann der Bierdusche seiner Spieler nicht entgehen - Bongarts/Getty Images

Für den VfL ist es der erfreuliche Höhepunkt einer langen Reise. 23 Jahre lang hat Osnabrück insgesamt schon in der 2. Bundesliga gespielt. Nach dem Abstieg 2011 waren die Niedersachsen in der 3. Liga häufig vorne mit dabei, doch es hatte nie ganz gereicht. In der vergangenen Saison wäre es dann beinahe sogar in die andere Richtung gegangen, der VfL schwebte in höchster Abstiegsgefahr. Mit nur 37 Punkten aus 38 Spielen konnte als Tabellen-17. die Klasse gerade noch gehalten werden. Hätte schon die neue Regel mit vier Absteigern in die Regionalliga gegolten, man wäre in die Viertklassigkeit abgerutscht.

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Doch den Machern beim VfL glückte der richtige Griff. Als Nachfolger für Club-Legende Joe Enochs verpflichteten sie im Oktober 2017 Daniel Thioune als Chefcoach. Ein Mann mit Stallgeruch, schließlich stammt der heute 44-Jährige aus dem benachbarten Georgsmarienhütte, hat fast seine gesamte Karriere in der Region verbracht und als Spieler selbst in der 2. Bundesliga für den VfL gespielt.

Felix Agu (l.) und Benjamin Girth bejubeln den Siegtreffer gegen Aalen - Bongarts/Getty Images

Thioune führte die Lila-Weißen zum Klassenerhalt und sorgte dann im Sommer für den großen Umbruch. 14 neue Profis holte er an die Bremer Brücke, 16 Spieler verließen den Club. Gerade in der Defensive zahlte sich das enorm aus. Hatte der VfL 2017/18 noch 67 Gegentreffer kassiert und damit fast zwei pro Spiel, so sind es nun lediglich 23 nach 34 Partien, also nur 0,68 pro Match. Osnabrück hat damit die beste Defensive in den obersten drei Ligen in Deutschland. Mit 52 erzielten Toren stellt Osnabrück zudem die drittbeste Offensive der 3. Liga.

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Schon in der Hinrunde spielte die Thioune-Truppe ganz vorne mit, musste die Herbstmeisterschaft aber dem Karlsruher SC wegen des schlechteren Torverhältnisses überlassen. In der Rückrunde konnten die VfLer dann ihren Punkteschnitt der ersten Saisonhälfte von 2 pro Spiel auf 2,33 steigern - und der Konkurrenz locker enteilen. Vier Partien vor Schluss beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Karlsruhe schon elf Punkte, auf den Relegationsplatz (Hallescher FC) sogar 14 Zähler. Das 2:0 am vergangenen Wochenende gegen den VfR Aalen war zudem der sechste Sieg in Folge und damit ein neuer Clubrekord.

Lila-weiße Feier im Stadion Bremer Brücke - Bongarts/Getty Images

Die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist nun der krönende Abschluss der Feierlichkeiten zum 120-jährigen Jubiläum des Traditionsvereins. Es ist der siebte Aufstieg in die 2. Bundesliga - kein anderer Club schaffte so häufig den Sprung in die 2. Bundesliga. Doch diesmal wollen die Osnabrücker auch bleiben. "Wir hoffen jetzt, dass wir für die 2. Bundesliga eine Bereicherung sein werden", sagt Thioune. Und fügt an: "Für mich als Osnabrücker Junge ist der Aufstieg etwas ganz Besonderes."