Jubel über einen Treffer gegen St. Pauli: Gibt es für Heidenheims Spieler am letzten Spieltag die Riesen-Party? - © imago images / DeFodi
Jubel über einen Treffer gegen St. Pauli: Gibt es für Heidenheims Spieler am letzten Spieltag die Riesen-Party? - © imago images / DeFodi
2. Bundesliga

So packend ist der Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga

Köln - In der 2. Bundesliga deutet sich ein packendes Saison-Finale an. Fünf Teams sind auf dem Weg in das Oberhaus des deutschen Fußballs. Darunter die Absteiger Hamburg und Köln - aber auch Emporkömmlinge wie Paderborn und Heidenheim, die sich leise, still und heimlich nach oben gearbeitet haben.

>>> Anmelden, tippen und gewinnen - alle Infos zum Tippspiel

Wenn Markus Anfang im Zusammenhang mit seiner Mannschaft von Schwarzmalerei spricht, dann mutet das zunächst merkwürdig an. Denn der Trainer des 1. FC Köln dürfte sich derzeit bester Zukunftsaussichten erfreuen. Die Geißböcke sind Tabellenführer, haben acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und neun auf den ersten Nichtaufstiegsrang. Doch hinter den Domstädtern, die ein Jahr nach dem Abstieg wohl wieder in die Bundesliga zurückkehren werden, hat sich eine Verfolgergruppe herausgebildet, die nach den Ergebnissen der vergangenen Spiele im Aufstiegsrennen Morgenluft wittert. Obschon: Am direkten Wiederaufstieg der Kölner dürfte niemand mehr zweifeln.

>>> Hier geht´s zur Tabelle der 2. Bundesliga

Interessanter ist, was rund um die Plätze zwei und drei geschieht. Denn die sind im Schlussspurt der 2. Bundesliga umkämpft wie nie zuvor. Der 1. FC Köln etwa verlor bei Dynamo Dresden mit 0:3 und verpasste damit die Chance auf den ersten Matchball zum Aufstieg, der Tabellenzweite Hamburger SV ließ beim 1:1 im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue zwei wertvolle Zähler liegen. Daher klingen auch Worte aus der Hansestadt nicht nach sprühendem Optimismus – zumal der Vorsprung auf Rang drei noch lediglich zwei Punkte beträgt: „Es hilft nichts, sich darüber zu beklagen. Der Blick muss nach vorne gehen“, sagte etwa Trainer Hannes Wolf.

Eine Pose, an die er sich gewöhnen könnte: Paderborns Trainer Steffen Baumgart mit der Siegerfaust. - imago images / Matthias Koch

Paderborn-Trainer Steffen Baumgart will erst einmal nur genießen

Vier Spieltage haben die Teams noch vor der Brust – und vor diesem Endspurt hat sich ein Klub nach vorn gearbeitet, den zunächst niemand so recht auf der Rechnung hatte. Der SC Paderborn 07 liebäugelt ebenfalls mit dem Aufstieg; und damit mit der Rückkehr nach dem Abstieg in der Saison 2014/15. „Das ist noch ein weiter Weg. Wir sollten das hier erstmal nur genießen“, mahnte Trainer Steffen Baumgart nach dem 2:1-Sieg bei Holstein Kiel zur Besonnenheit.

Der Paderborner Freud' ist das Leid der Verantwortlichen und Spieler des 1. FC Union Berlin. Die Köpenicker sind seit nunmehr fünf Spielen ohne Sieg und haben den Platz hinter den beiden Bundesliga-Absteigern aus der vergangenen Saison an die Ostwestfalen verloren. Paderborn macht Druck auf den HSV, der am kommenden Wochenende bei Union antreten muss. Kampfansagen aber gibt es derzeit noch nicht: „Ich habe nur die Leistung von Fürth im Kopf. Die gilt es erst zu verarbeiten. Dann konzentrieren wir uns auf den HSV“, betonte Berlins Trainer Urs Fischer.

Heidenheims Patrick Mainka (l.) und Kölns Jhon Cordoba im Zweikampf - begegnen sich die beiden Klubs in der kommenden Saison in der Bundesliga? - imago images / Sportfoto Rudel

Während die Unioner, die als einziges Profi-Team ohne Niederlage durch die Hinrunde marschierten, gemeinsam mit Hamburg und Köln auf der Zielgeraden der Saison Federn lassen, genießt der 1. FC Heidenheim eine ähnlich bequeme Situation wie der SC Paderborn: Die Baden-Württemberger verspüren keinen Druck, lauern auf Ausrutscher in der Spitzengruppe und können zudem noch einen direkten Konkurrenten abfangen. Am Sonntag, 28. April (13.30 Uhr) gastiert die Mannschaft von Frank Schmidt bei den Ostwestfalen. Beide Teams trennen zwei Punkte. Ob die Schmidt-Elf nun hungrig auf mehr ist? Das Saisonziel, frühzeitig die magische Grenze von 40 Punkten zu überschreiten und damit den Klassenerhalt perfekt zu machen, hat Heidenheim längst erreicht. „Unser Anspruch ist, jedes Spiel zu gewinnen“, gibt sich Schmidt ganz selbstbewusst.

Zusammenhalt ist gefragt: Union Berlin hat seit füns Spieltagen nicht mehr gewonnen. - imago images / Bernd König

Das würde bedeuten: Zwölf Punkte bis zum Saisonende, Paderborn überholen und davon profitieren, dass sich die Top-Kandidaten gegenseitig die Punkte klauen. Denn während Köln keinen direkten Aufstiegs-Konkurrenten mehr vor der Brust hat, tritt der HSV auswärts bei Union Berlin und beim SC Paderborn an. Geht es nach dem Trainer der Mannschaft, die den Köpenickern am 30. Spieltag den letzten Nerv raubte, dann macht Union in dieser Saison den Gang in die Bundesliga perfekt: Stefan Leitl, Trainer von Greuther Fürth, sprach nach dem 1:1-Remis seiner Elf von einem Klub, „der das Jahr über hinweg sehr stabil spielt und mit 'nem klaren Plan vom Trainer, der wahrscheinlich sein Ziel am Ende erreichen wird, weil es richtig gut ist, was da in Berlin passiert“.

Dominik Hamers

Das Restprogramm:

1. FC Köln: Darmstadt (H), Greuther Fürth (A), Jahn Regensburg (H), Magdeburg (A)

Hamburger SV: Union Berlin (A), Ingolstadt (H), Paderborn (A), Duisburg (H)

SC Paderborn 07: Heidenheim (H), Arminia Bielefeld (A), Hamburg (H), Dresden (A)

1. FC Union Berlin: Hamburg (H), Darmstadt 98 (A),Magdeburg (H), Bochum (A)

1. FC Heidenheim: Paderborn (A), SV Sandhausen (H), Duisburg (A), Ingolstadt (H)