
Starke Derby-Leistung! So darf Nürnberg vom Aufstieg träumen
Der 1. FC Nürnberg hat ein junges Team, das hungrig und spielfreudig ist. Gegen Fürth bewies der 1. FCN, dass er Spiele auch ziehen kann, selbst wenn er nicht zwingend die bessere Mannschaft ist.
Die Erwartungen im Frankenland sind traditionell hoch, die Fans und das gesamte Umfeld beim 1. FC Nürnberg wollen in dieser Saison die Rückkehr in die Bundesliga feiern. Der Saisonstart verlief in jedem Fall nach Maß, nach zwei Spielen grüßt der 1. FCN mit sechs Punkten von der Tabellenspitze und stellt zudem mit sieben geschossenen Toren die beste Offensive der 2. Bundesliga.
Es ist das erste Mal seit der Saison 2017/18, dass die Nürnberger die ersten beiden Saisonspiele wieder gewinnen konnten. Im Vergleich zur letzten Saison ist besonders die Offensive hervorzuheben: Zum damaligen Zeitpunkt standen nach zwei Spielen nämlich genau null Tore und null Punkte zu Buche. In dieser Spielzeit dagegen sprüht man nur so vor Spielfreude.
Der Club hat auch in dieser Saison eine enorm junge Mannschaft, doch im Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth hat die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose gezeigt, dass sie Spiele durchaus auch "dreckig" gewinnen kann. Nürnberg war gegen das Kleeblatt nicht zwingend das bessere Team, wusste seine Chancen aber eiskalt auszunutzen, hatte mit Jan Reichert einen starken Rückhalt im Kasten und konnte sich zudem auf seine Unterschiedsspieler verlassen.

Individuelle Qualität in der Offensive
Letzte Woche beim 3:0-Auftaktsieg gegen Dresden machte noch Mohamed Alì Zoma mit einem Dreierpack den Unterschied für den 1. FCN, gegen Fürth waren es Julian Justvan mit drei direkten Torbeteiligungen sowie Piet Scobel mit ebenfalls zwei Treffern und einer Vorlage. Die Erfahrung eines Justvan gepaart mit der Unbekümmertheit eines Scobel und Zoma sorgen für die perfekte Mischung und machen den fränkischen Dreizack so gefährlich.
Nürnberg agiert insgesamt stark als Kollektiv, hat aber auch Einzelspieler in den Reihen, die zu jeder Zeit den Unterschied ausmachen können. Und selbst wenn einer dieser Unterschiedsspieler mal abgemeldet sein sollte, so gibt es noch genug andere, die die Spiele am Ende für den Club entscheiden können.
Kloses Spielstil ist offensiv ausgerichtet, gegen Fürth kamen seine Mannen auf 16 Torschüsse, von denen vier den Weg ins Netz fanden. Der Fußballlehrer will, dass seine jungen Spieler sich etwas zutrauen und auch mal ins Risiko gehen. Sie dürfen Fehler machen, vor allem aber sollen sie sich weiterentwickeln und mutig sein. Diese Marschroute setzen die "jungen Wilden" bislang perfekt um und sorgen dadurch für ordentlich Furore.
Falls der Club dieses Level hält, dann könnte der ganz große Coup im Frankenland glücken. Sollte am Ende tatsächlich der Aufstieg gelingen, so wäre es die Rückkehr in die Bundesliga nach acht langen Jahren.

"Zwei Mal zurückzukommen, zeigt Charakter und Geschlossenheit"
Klar ist aber auch, dass die Saison noch lang ist und die Nürnberger durchaus auch noch Verbesserungspotenzial haben. So ordnet Klose den Derbysieg gegen die Fürther nicht zu hoch ein: "Es war ein typisches Derby mit vielen Aktionen. Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gezeigt, in der ersten Halbzeit hat uns manchmal der Mut mit Ball gefehlt. Aber Kompliment an meine Mannschaft – hier zweimal zurückzukommen, zeigt Charakter und Geschlossenheit.“
Der Fußballlehrer weiß genau, dass gewisse Schwankungen – nicht nur während einer langen Saison, sondern auch innerhalb eines einzelnen Spiels – bei solch einer jungen Mannschaft vollkommen normal sind. Deswegen wird er auch alles dafür tun, dass beim Club jeder mit den Füßen auf dem Boden bleibt und weiter täglich hart arbeitet.
Ob der 1. FCN weiter die Erfolgswelle reitet, das werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Sollte es gelingen, dann ist mit den Franken in jedem Fall im Aufstiegskampf zu rechnen.
