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2. Bundesliga

Last-Minute-Wahnsinn in Karlsruhe: Dresden verspielt Zwei-Tore-Führung

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Karlsruher SC und SG Dynamo Dresden trennen sich mit einem 3:3 (1:3). Niklas Hauptmann (3., 44.) und Ben Bobzien (28.) treffen für Dresden, Marvin Wanitzek (23. Elfmeter, 90.+4 Elfmeter) und Louey Ben Farhat (68.) für den KSC. Nach frühem Rückstand und schwacher erster Halbzeit zeigt Karlsruhe eine starke Aufholjagd und wird durch einen späten Elfmeter nach VAR-Eingriff belohnt. Dresden verpasst trotz zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung den Auswärtssieg.

Am 25. Spieltag der 2. Bundesliga trafen mit dem Karlsruher SC und der SG Dynamo Dresden zwei Teams aufeinander, deren Bilanz in der Liga komplett ausgeglichen war (je fünf Siege, fünf Remis, 28:28 Tore). Bereits das Hinspiel endete mit einem spektakulären 3:3, als Jakob Lemmer in der Nachspielzeit für Dresden ausglich.

Die Karlsruher Heimbilanz gegen Dresden konnte sich allerdings sehen lassen: In elf Pflichtspielen im Wildpark holten die Badener acht Siege und verloren nur einmal – im Mai 2017 gab es ein 3:4. Eine besondere Partie war es für Marcel Franke, gebürtiger Dresdner und Abwehrchef des KSC, der seine Profikarriere bei Dynamo begann.

Hauptmann jubelt nach seinem frühen Treffer in der 3. Spielminute, der Dresden in Führung brachte. Der 27-jährige Mittelfeldspieler erzielte seinen ersten Doppelpack in der 2. Bundesliga. - IMAGO/DeFodi.de

Hauptmann schockt den KSC früh

Dresden erwischte einen Traumstart ins Spiel. Bereits in der dritten Minute nutzte Niklas Hauptmann eine frühe Druckphase der Gäste und traf aus spitzem Winkel zur Führung. Sein harter Schuss aus 16,5 Metern ließ Robin Himmelmann, der sein erstes Pflichtspiel für den KSC bestritt, keine Chance.

Die Gastgeber wirkten geschockt, während Dresden weiter das Spielgeschehen dominierte und durch Jason Ceka (6.) zu einer weiteren Möglichkeit kam. Erst nach rund 20 Minuten fand Karlsruhe besser ins Spiel und erhielt in der 21. Minute einen Elfmeter, nachdem Tim Schreiber Christoph Kobald im Strafraum foulte. Marvin Wanitzek verwandelte sicher zum 1:1 (23.).

Dresden mit brutaler Effizienz

Die Freude über den Ausgleich währte jedoch nicht lange. Nur fünf Minuten später flankte Ceka von rechts in die Mitte, wo Ben Bobzien den Ball leicht berührte und Himmelmann damit überraschte – 1:2 (28.). Die Karlsruher bemühten sich um eine Antwort und hatten durch Roko Šimić (32.) eine gute Möglichkeit, doch Schreiber parierte stark.

Stattdessen schlug Dresden erneut zu: In der 44. Minute konterte Dynamo mustergültig, Hauptmann spielte auf Vincent Vermeij und bekam den Ball per Flanke zurück. Mit einem akrobatischen Abschluss traf er vom Innenpfosten zum 1:3-Halbzeitstand. Eine beeindruckende Effizienz der Gäste, die aus drei Schüssen auf das Tor drei Treffer erzielten.

Louey Ben Farhat (Nummer 19) brachte mit seinem Treffer zum 2:3 den KSC zurück ins Spiel und leitete die Aufholjagd der Karlsruher im zweiten Durchgang ein. - IMAGO/Benedict Christ

Karlsruher Aufholjagd wird belohnt – dann wird es tragisch

Die Gastgeber kamen energischer aus der Kabine, doch zunächst verfehlten weitere Versuche von Wanitzek (58./60.) ihr Ziel. Die Druckphase des KSC wurde in der 68. Minute belohnt: Nach einer schönen Kombination über Förster und Šimić landete der Ball bei Louey Ben Farhat, der sich am Strafraum drehte und den Ball perfekt im Winkel platzierte – 2:3. Nur zwei Minuten später traf Šimić mit einem Flugkopfball nur den Pfosten (70.).

Die Badener drängten nun mit aller Macht auf den Ausgleich, während Dresden Konter fuhr. In der Nachspielzeit der dramatischen Partie bekamen die Karlsruher nach VAR-Eingriff einen Elfmeter zugesprochen, da Alexander Rossipal Lilian Egloff am Strafraumrand gefoult hatte. Wanitzek behielt erneut die Nerven und traf zum umjubelten 3:3 (90.+4). In der siebten Minute der Nachspielzeit glaubte Ben Farhat sogar noch den Siegtreffer erzielt zu haben, stand jedoch im Abseits und sah für sein Trikotausziehen die Gelbe Karte.

Bundesliga Match Facts
xGoals: Karlsruhe 3,05 - Dresden 1,36
Schnellster Spieler: Jonas Sterner (SGD), 33,12 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 0:1 von Niklas Hauptmann (SGD), 3 Prozent
Most Pressed Player: Jason Ceka (SGD), 20 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: Alexander Rossipal (SGD), +3,74