
Achterbahnfahrt der Gefühle im Holstein-Stadion
Der 1. FC Nürnberg feiert einen überraschenden 3:2 (2:2)-Sieg bei Holstein Kiel. Justvan (14., 22.) und Zoma (72.) trafen für Nürnberg, Kaprálik (29.) und Davidsen (45.+8) für Kiel. Die Störche holten einen 0:2-Rückstand auf, doch Zoma erzielte nach dem Seitenwechsel das entscheidende Tor zum 3:2-Sieg der Gäste.
Der abstiegsbedrohte Holstein Kiel empfing am 26. Spieltag der 2. Bundesliga den 1. FC Nürnberg. Während die Störche nach der 0:2-Niederlage bei Darmstadt 98 auf den 17. Tabellenplatz abgerutscht waren, reisten die Nürnberger als Tabellenelfter nach ihrer ersten Heimniederlage seit September an.
Kiel-Coach Tim Walter nahm drei Änderungen vor, unter anderem kehrte Alexander Bernhardsson nach Verletzung in die Startelf zurück. Miroslav Klose wechselte bei den Gästen sogar auf fünf Positionen, so viele wie noch nie in seiner Amtszeit. Torjäger Mohamed Alì Zoma war wieder fit und stand in der Anfangsformation.

Nürnberg mit blitzschnellem Doppelschlag
Die Partie begann mit einer Abtastphase, in der Kiel zunächst versuchte, die Spielkontrolle zu übernehmen. Die erste große Chance hatte Adrián Kaprálik in der elften Minute, als er nach einem Riesenfehler von Adam Markhiev völlig frei vor Jan Reichert zum Abschluss kam, aber am Nürnberger Torhüter scheiterte.
Stattdessen schlug der Club eiskalt zu: Julian Justvan traf in der 14. Minute nach Vorlage von Mohamed Alì Zoma zum 0:1. Nur acht Minuten später erhöhte Justvan auf 0:2, als er eine Hereingabe von Rafael Lubach mit rechts annahm und mit links ins lange Eck abschloss (22.). Die Effizienz der Gäste war beeindruckend – zwei Schüsse, zwei Tore.
Kiel kämpft sich zurück
Die Kieler ließen sich vom Rückstand nicht entmutigen und kamen in der 29. Minute zum Anschluss. Nach einer Flanke von links legte Alexander Bernhardsson im Luftkampf per Kopf quer zu Adrián Kaprálik, der nur noch einschieben musste.
Die Störche drängten weiter und wurden in der Nachspielzeit der ersten Hälfte belohnt: Bernhardsson brachte eine präzise Flanke in den Strafraum, die Kasper Davidsen per Flugkopfball im Netz unterbrachte (45.+8). Mit diesem Ergebnis ging es nach einer wilden ersten Halbzeit mit 14 Minuten Nachspielzeit in die Kabinen.

Zoma entscheidet die Partie
Die zweite Hälfte begann ruhiger. Nürnberg wechselte zur Pause Noah Maboulou für den gelbverwarnten Rabby Nzingoula ein. Holstein Kiel übernahm zunehmend die Kontrolle und kam durch zwei Ecken zu Beginn der zweiten Hälfte zu ersten Annäherungen. In der 60. Minute brachte Walter mit Steven Skrzybski frische Offensivkraft, und tatsächlich erhöhten die Störche den Druck.
Doch in der 72. Minute schlug Nürnberg erneut zu: Mohamed Alì Zoma bekam auf der linken Seite den Ball, zog nach innen und traf mit Hilfe eines Kieler Beins zum 2:3. Die Gastgeber versuchten alles, den erneuten Ausgleich zu erzielen. Skrzybski hatte in der 84. Minute die große Chance dazu, setzte den Ball aber deutlich über das Tor. Trotz fünf Minuten Nachspielzeit blieb es beim 3:2-Sieg für den 1. FC Nürnberg.
Bundesliga Match Facts
xGoals: Holstein Kiel 3,35 - 1. FC Nürnberg 1,22
Schnellster Spieler: Marko Ivezić (KSV), 35,38 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 2:3 von Mohamed Alì Zoma (FCN), 6,45 Prozent
Most Pressed Player: Jonas Therkelsen (KSV), 20 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: David Zec (KSV), +2,57
