Köln – Die Lage in der 2. Bundesliga wird vor dem 33. Spieltag (Sonntag, ab 15:15 Uhr im Liveticker) immer dramatischer: In allen neun Partien geht es zumindest für eine Mannschaft um Aufstiegschancen oder Klassenerhalt. Die größte Brisanz verspricht dabei ein doppeltes Fernduell: Der 1. FC Kaiserslautern will beim abstiegsbedrohten FC Erzgebirge Aue Punkte für den Aufstieg sammeln. Genau zeitgleich spielt Lauterns größter Widersacher SV Darmstadt 98 bei der SpVgg Greuther Fürth, die ebenfalls um den Verbleib in der Liga kämpfen.

Aue auf dem 16. Relegationsplatz hat dabei genau die gleiche Punktzahl (34) wie die SpVgg Greuther Fürth, die als 14. noch über dem Strich stehen. Beide Teams können sich am Sonntag weder sicher retten, noch vorzeitig absteigen (diese Konstellationen sind nach dem 33. Spieltag möglich). Doch das Restprogramm hat es in sich, denn die jeweiligen Gegner wittern bereits Bundesliga-Luft.

Darmstadt kann Aufstieg klar machen

So muss Fürth vor eigener Kulisse nun richtig zittern, obwohl das Team von Mike Büskens im letzten Jahr noch knapp in der Relegation um die Bundesliga spielte und in der gesamten Saison nie schlechter als auf Platz 14. stand. Doch die Zahlen sprechen Klartext: Aus den letzten elf Spielen haben die Franken nur einen Dreier geholt. Das Problem ist dabei in erster Linie in der Offensive zu suchen: Elf Tore in der Rückrunde sind mit Abstand Tiefstwert. Nun fehlt auch noch Top-Torjäger Robert Zulj rotgesperrt.

Mit Darmstadt kommt nun ausgerechnet die Mannschaft an den Laubenweg, die die wenigsten Gegentore kassiert hat. Die Lilien werden gewiss nichts herschenken, schließlich könnte ihnen unter gewissen Voraussetzungen sogar der vorzeitige Aufstieg gelingen und damit der sensationelle Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. Bei den Hessen übt man sich jedoch weiter fleißig in Understatement: "Ich sehe keinen Sinn darin, aus der Euphorie etwas herauszuposaunen", sagte Coach Dirk Schuster nach dem euphorischen Sechs-Punkte-Spiel gegen den KSC. Mit einem Sieg wäre der Relegationsplatz bereits sicher. Dennoch werden die Lilien gespannt nach Aue blicken.

Mugosa in der Zwickmühle

Wenn der 1. FC Kaiserslautern parallel nicht im Erzgebirge gewinnt, könnten die Darmstädter bei eigenem Sieg die Korken knallen lassen. Aber die Roten Teufel rechnen sich selbst noch gute Chancen auf den Aufstieg aus, obwohl sie bisher noch nie in Aue einen Dreier entführen konnten. Hoffnung macht aber der 3:0-Hinspiel-Sieg, bei dem sich Kapitän Willi Orban mit einem Doppelpack in die Torschützenliste eintragen konnte.

Doch genauso wie der Trend beim FCK derzeit nach unten zeigt (zuletzt zwei Pleiten), geht es bei Aue nach oben (zwei Siege in Folge). Hinzu kommt die Unterstützung der Fans: Das Sparkassen-Erzgebirgsstadion ist bereits restlos ausverkauft. Besonders brisant wird es dabei für Stefan Mugosa: Der 23-Jährige wurde in der Winterpause von Kaiserslautern nach Aue verliehen und erzielte alleine drei der letzten fünf Auer Treffer.

Ob er seinem eigentlichen Arbeitgeber den Aufstieg vermiesen kann? "Ja, natürlich", so der Stürmer: "Ich darf spielen, werde auch mein Bestes geben und versuchen, Tore zu erzielen."

Karol Herrmann