
Aufstiegsrennen der 2BL – es bleibt richtig eng!
Es bleibt ganz oben in der 2. Bundesliga unglaublich spannend, kein Team konnte sich bislang absetzen und so beträgt der Abstand zwischen Tabellenführer Schalke und dem Fünften Hannover nur fünf Punkte. So eng war es nach dem 28. Spieltag zuletzt vor 22 Jahren, 2003/04 lagen vier Punkte zwischen Nürnberg (Erster) und Oberhausen (Fünfter).
1. Platz: FC Schalke 04 (55 Punkte)
Schalke 04 steht seit dem 8. Spieltag durchgängig auf einem direkten Aufstiegsplatz, nach 14 der letzten 15 Spieltage war S04 sogar Tabellenführer. Beim 1:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC am vergangenen Sonntag genügte den Knappen ein spätes Kopfballtor von Kenan Karaman zur Verteidigung der Tabellenspitze.
Auf ihren Siegtorschützen können die Königsblauen im anstehenden Aufsteigerduell bei der SV Elversberg jedoch nicht zurückgreifen, da er gelbgesperrt fehlt. Dass Schalke 04 neben dem Offensivmann aller Voraussicht nach auch Edin Džeko und Nikola Katić fehlen werden, macht die Lage nicht gerade einfacher.
Doch auch ohne diese drei Säulen weist S04 noch einen bundesligareifen Kader auf – das fängt schon hinten an: Loris Karius parierte starke 75 Prozent der Bälle auf seinen Kasten – mit dem 32-Jährigen hat S04 einen Top-Keeper zwischen den Pfosten, seine Quote überbietet ebenso kein Torhüter wie seine zwölf Zu-Null-Spiele (nur Hertha BSC hat genauso viele).
Ohnehin können sich die Gelsenkirchener auf ihre Defensive verlassen: 24 Gegentore unterbietet kein Team in den höchsten drei deutschen Spielklassen. Auch die 261 gegnerischen Torschüsse sowie der gegnerische xGoals-Wert von 31,3 sind Bestwert in der 2. Bundesliga.

2. Platz: SC Paderborn 07 (54 Punkte)
Der SCP ist einer von sechs Tabellenführern in dieser Zweitliga-Saison, zierte vom 11. bis 13. Spieltag die Tabellenspitze. In der Folge ging es etwas "bergab", erst an den vergangenen zwei Spieltagen kletterte das Team von Ralf Kettemann von Platz vier auf zwei. Jüngst gab es einen soliden 2:0-Erfolg in Fürth.
Paderborn präsentiert sich aber bereits seit Wochen in Topform: Seit acht Spielen haben die Ostwestfalen in der 2. Bundesliga nicht mehr verloren (fünf Siege, drei Remis), gleichauf mit Schalke ist das die aktuell längste Serie. Die 16 Saisonsiege sind Rekord für den SCP nach 28 Spieltagen und werden selbst von Tabellenführer Schalke nicht überboten.
Auf die standardstarken Paderborner (17 Tore, kein Team mehr) wartet nun der 1. FC Magdeburg, der trotz zwei Siegen in Folge im Abstiegskampf der Liga steckt. Ein dankbarer Gegner also für den SCP? Sonntag ab 13:30 Uhr herrscht Klarheit!

3. Platz: SV Elversberg (52 Punkte)
Die SVE steht vor schwierigen und natürlich auch wegweisenden Wochen. Gegen Hannover 96 sicherte sich die "Elv" dank des sich weiterhin in Topform befindenden Lukas Petkov (acht Tore an den letzten zehn Spieltagen) ein Remis in Hannover. Allerdings hat man mit Schalke, Darmstadt und Paderborn in den nächsten vier Spielen drei weitere Aufstiegsaspiranten vor der Brust.
Zunächst tritt wie erwähnt S04 im Saarland an – und das ist keine leichte Aufgabe: Elversberg hat nach 28 Spieltagen 15 Siege und 52 Punkte auf dem Konto, was jeweils neue Vereinsrekorde in der 2. Bundesliga sind.
Das Team von Vincent Wagner stellt in dieser Saison mit 48 Toren zudem die zweitbeste Offensive der 2. Bundesliga (gleichauf mit Kaiserslautern), einzig Darmstadt traf häufiger (50-mal). Auch defensiv könnte es kaum besser laufen: Nur Schalke kassierte weniger Gegentore als die Saarländer (30).

4. Platz: SV Darmstadt 98 (50 Punkte)
Am 29. Spieltag gibt es sogar ein weiteres direktes Aufeinandertreffen zweier Aufstiegsaspiranten: Darmstadt empfängt Hannover. Im Hinspiel siegte der SVD durch einen Treffer in der Nachspielzeit knapp mit 3:2, im Rückspiel wollen die Lilien den Triumph natürlich wiederholen.
Auch wenn Darmstadt mit gerade mal vier Niederlagen die wenigsten aller Zweitligisten kassierte, ist die Mannschaft von Florian Kohfeldt derzeit auf Formsuche: Am Wochenende unterlag man in Bielefeld, in den drei letzten Spielen holte Darmstadt nur zwei Punkte, in den letzten fünf Partien gab es nur einen Sieg.
Zugutekommen dürfte den Hessen der Fakt, dass das Duell mit Hannover zu Hause stattfindet – also dort, wo sie bislang eine Bilanz von zehn Siegen, vier Unentschieden und null (!) Niederlagen (als einziger Zweitligist) vorzuweisen haben. Ist das vielleicht der entscheidende Vorteil für Darmstadt?

5. Platz: Hannover 96 (50 Punkte)
Nicht unbedingt, schließlich wartet auf den SVD mit dem punktgleichen Hannover der Tabellenzweite der Auswärtstabelle. Außerdem präsentieren sich die 96er in der Rückrunde in bestechender Form: Hannover sammelte (wie Paderborn) 21 Punkte – kein Team mehr.
Weiterhin ist der xGoals-Wert der Hannoveraner mit 59,5 ist der beste in der 2. Bundesliga – die mäßige Abschluss-Effizienz (–12,5, die schlechteste aller Teams) und 16 Alu-Treffer (kein Team mehr) verhinderten eine noch bessere Zwischenbilanz.
Ebens aus diesen Gründen erzielten die Mannen von Trainer Christian Titz in den letzten sechs Spielen auch nur sechs Tore. Gut möglich aber, dass der Knoten in Darmstadt wieder platzt.

6. Platz: Hertha BSC (47 Punkte)
Hertha BSC lässt nicht locker im Aufstiegskampf, holte in den letzten fünf Spielen 13 Punkte – so viele wie kein anderes Team in diesem Zeitraum. Ihre 22 Rückrunden-Tore werden ebenfalls nicht überboten wie die zwölf Spiele ohne Gegentor (nur Schalke hat genauso viele).
Kernkompetenz der Herthaner ist und bleibt jedoch das Flankenspiel: 13-mal trafen die Berliner in dieser Saison schon nach Flanken aus dem Spiel – Bestwert in der 2. Bundesliga. Allein sieben davon schlug Top-Vorbereiter (zwölf) und Top-Scorer (21) der Liga, Fabian Reese. Auch das 1:0-Siegtor in Dresden bereitete der 28-Jährige vor.
Die Ausgangslage für die Crunchtime der Saison könnte für die Hauptstädter kaum besser sein: In den sechs ausstehenden Partien hat es die Hertha nur mit Mannschaften zu tun, die in der Tabelle hinter ihr zu finden sind. Als Nächstes ist am Samstag ab 13 Uhr der 1. FC Kaiserslautern gefordert.
